Auch wenn die Körper noch von den jüngsten Strapazen schmerzen, ist der Blick nach vorne, auf das heutige Duell im Bunker, gerichtet. Das vierte Spiel der Serie ist beinahe ausverkauft, es gibt nur noch Restkarten und so ist ein Tollhaus garantiert, wenn die Grazer erneut mit Linz die Klingen kreuzen. Das sind die Spiele, auf die die gesamte Saison hingearbeitet wird, für die Spieler wie Sam Antonitsch brennen. „Das ist jetzt das lustige Eishockey“, sagt er lächelnd. Er spielt gerne hart, wirft seinen Körper in den Gegner. „Im Play-off wird weniger gepfiffen und da lässt man das Spiel ein bisschen laufen. Das wollen die Zuschauer auch sehen und mir taugt es auch.“ Ein bisschen muss sich der Vulkan aber dennoch im Zaum halten. „Man kann schon hart spielen. Aber im Play-off ist jede einzelne Strafe sehr gefährlich, vor allem weil Linz auch ein gutes Powerplay spielt. Es kann sehr schnell vorbei sein."

Das dritte Duell der „Best of Seven“-Serie wurde in der 88. Minute 2:3 verloren und ging wie Partie Nummer zwei in die zweite Verlängerung. „Gleich nach dem Spiel hat es natürlich sehr wehgetan. Da spielst du so lange Eishockey und fährst mit nichts nach Hause. Aber wir führen 2:1 und gehen ohnehin in jede Partie, als würde es 0:0 stehen und denken gar nicht viel über den Stand in der Serie nach. Um drei Uhr nachts hat der Bus in Liebenau nach dem Auswärtsspiel seine Türen geöffnet. Es war wieder eine kurze Nacht. Als Jungvater eines Zweijährigen ist er im Schlafmangel geübt. „Die Nacht war schon hart, aber der Kleine hat super geschlafen und so bin ich auch ein paar Stunden zur Ruhe gekommen.“

Antonitsch sorgte mit Lukas Kainz in der vierten Linie für die Tore in Linz. „Es freut mich, dass unsere Linie eine super Partie gehabt hat, aber natürlich steht immer der Sieg im Vordergrund. Darum ist die Freude über das eigene Tor nicht ganz so groß, und ich würde es sehr gerne gegen einen Sieg eintauschen.“ So lange wie möglich mit vier Linien spielen zu können, war von Beginn an des Trainers Anspruch. „Wir wurden körperlich super vorbereitet und spielen auch mit vier Linien. Das ist gut für die Kraftreserven und dann kann man in der Overtime noch nachdrücken."