Der Aschermittwochskater setzte bei so manchem Linz-Anhänger wohl schon auf dem Pyhrn ein, denn die Black Wings haben wieder verloren. Graz hat in der „Best of Seven“-Serie auf 2:0 gestellt, ehe es schon am Donnerstag in Linz weitergeht. Der Abend endete, wie er begann: euphorisch. Mit einem orangen Konfettiregen quer über die Haupttribüne wurde das Play-off nach 1825 Tagen im Bunker wieder willkommen geheißen und der stürmische Beginn auf dem Eis wusste die 3797 Zuseher, von denen die meisten die Vereinsfarben mit Stolz einer Kostümierung vorzogen, zu begeistern.

Nach dem historischen 9:6 in der ersten Partie fanden beide Teams besser in ihre Systeme – vor allem in der Defensive. „Das in Linz war ein außergewöhnliches Spiel, das so ein Mal in der Saison passieren kann“, sagt Teamchef Roger Bader, „es war zu erwarten, dass die Trainer ihre Spieler besinnen, dass sie in der Defensive wieder strukturiert spielen und im System bleiben, wie sie es die Saison über getan haben. Beide Headcoaches haben eine hohe Qualität und sind in der Lage, das zu tun.“ Dennoch wirkte Graz anfangs selbstbewusster, energischer und kam bald zu Chancen. So hätte nicht nur der Lattentreffer von Trevor Gooch (11.) für die Führung sorgen können. Es blieb beim Konjunktiv, denn auch die Keeper Jonas Gunnarsson (Graz) und Rasmus Tirronen (Linz) fanden hinter ihren Masken zur Normalform.

Entscheidung in der zweiten Overtime

Der erste Jubel galt nicht den Grazern, sondern dem 400. Tor Brian Leblers in dessen 720. Ligaspiel. Im Powerplay vollendete er aus spitzem Winkel. Ein Treffer wie ein Magenstrudel für die Grazer und es war abermals der 36-Jährige, der den zweiten Treffer mit einem Schuss einleitete: Shwan St-Amant (18.) verwandelte den Rebound hoch in die Maschen. Die Führung brachte die Black Wings in eine angenehme Position, denn nun musste Graz agieren. Lösungen schienen schwer zu finden, denn Linz verteidigte konsequent, aggressiv und nahe am Mann. Sie lauerten auf Konter und wurden mit einem Gegenstoß bestraft: Gooch (38.) fing einen Pass an der blauen Linie ab, marschierte quer über das Eis und verkürzte. Es war ein Befreiungsschlag, der die Fans wieder singen ließ und die Linzer Angriffslust fürs Schlussdrittel weckte. Dies wurde zu einem relativ offenen Schlagabtausch mit – lange Zeit – wenig Hochkarätigem vor dem Tor. In den letzten Minuten brannte der Bunker, denn die Grazer liefen Sturm. Gunnarsson war vom Eis, und 52 Sekunden vor dem Ende knallte Marcus Vela nach Haudum-Zuckerpass den Puck aus kurzer Distanz ins Netz.

Overtime – und nach 83 Spielminuten (2. Verlängerung) sorgte Frank Hora dafür, dass die Überstunden sich für Graz gelohnt haben. Er stocherte den Puck ins Tor. „Wir haben nie aufgegeben“, jubelte Vela.