Wenn man vor großen Spielen etwas nicht gebrauchen kann, dann ist das Unruhe. Doch wenn drei lang gediente Kräfte beim Abschlusstraining aussortiert werden, dann macht das etwas mit Spieler und Verein. Anmerken hat sich das die neu formierte Elf von Cheftrainer Ferdinand Feldhofer nicht lassen. In einem 3-4-2-1 mit sieben gelernten Defensivspielern auf dem Platz konnte die Offensivreihe des LASK in Schach gehalten werden. Vor den Augen der auf die Tribüne verbannten Michael Liendl, Michael Novak und Christopher Wernitznig hatte der nach einer Ecke übersehene Gernot Trauner neben einem Schuss von Rene Renner die einzige Top-Chance des ersten Durchgangs. Am anderen Ende des Platzes war der Linzer Abwehrchef immer dann zur Stelle, wenn der WAC überhaupt erst gefährlich werden zu drohte.

Der Begegnung war auch in der zweiten Hälfte anzumerken, dass zwei Teams auf dem Feld stehen, die sich gerade nicht in absoluter Top-Form befinden. Höhepunkte und Chancen blieben aus. Zu viel stand auf dem Spiel, um zum Sturmlauf anzusetzen. Bezeichnend auch die Zeitpunkte des ersten Wechsels. Beim LASK dauerte es bis zur 77. Minute, beim WAC überhaupt bis zur Minute 88. Thorsten Röcher kam für Dario Vizinger. Spätestens damit war klar, dass dieses Spiel in die Verlängerung gehen wird.

Die Wölfe demonstrierten vor der Verlängerung noch einmal Geschlossenheit. Am Charakter des Spiels änderte sich aber weiter nichts. Positiv ausgedrückt könnte man von "taktisch geprägt" sprechen. Und so musste auch ein ruhender Ball her, um die Entscheidung herbeizuführen. Nach einem hohen Ball in den Strafraum hat Jonathan Scherzer Reinhold Ranftl vorbeiziehen lassen und dann leicht getroffen. Vertretbare Entscheidung. Philipp Wiesinger verwertete sicher. In der Schlussphase sorgte Schiedsrichter Sebastian Gishamer noch mit fragwürdigen Entscheidungen für zahlreiche Unterbrechungen. Tormann Alexander Kofler sah nach dem Schlusspfiff die gelb-rote Karte. Der WAC hat damit den erstmaligen Einzug in ein Cup-Finale verpasst. Für Ruhe im Verein und in der Mannschaft wird dieses Ergebnis nicht sorgen.