Einen vielversprechenden Eindruck hinterließ Jan Muršak im Montags-Training. Um ihn herum formierte sich in einer freiwilligen Einheit das kleine Grüppchen mit Luka Gomboc, Nick Pastujov, Senna Peeters, Thomas Klassek sowie David Waschnig. Mit beeindruckender Präzision versorgte Co-Trainer David Fischer seine Männer mit Pässen. Der slowenische Star-Stürmer zog das Tempo an, wirkte wie immer fokussiert. Nichts deutete darauf hin, dass er sich Anfang Februar im Training eine schwere Verletzung zugezogen hat. Damals war er nach einem Zweikampf in die Bande gekracht, sogar das Saisonende stand im Raum.
Und vielleicht können die Rotjacken tatsächlich im Spiel sieben gegen Linz nach zahlreichen Ausfällen mit dem Comeback Muršaks rechnen. Nach einem exakt 7-Kilometer-Auslauf zeigte er sich jedenfalls bestens gelaunt. „Ich bin da, wo ich sein wollte um diese Zeit. Oder nein, da wo ich gehofft hatte, zu sein“, erzählt der Stürmer, will aber nicht zu große Hoffnungen schüren: „Ich hatte noch keine Trainingseinheiten im Vollkontakt. Es ist schwierig zu sagen, wie sich das dann anfühlen wird. Ohne Kontakt fühle ich mich sehr wohl. Nicht bei 100 Prozent, aber gut genug, um voll ins Training einzusteigen, die nötigen Übungen zu absolvieren.“
Echtzeittest am Dienstag
Den einzigen Echtzeit-Test soll der KAC-Stürmer in der letzten Einheit vor dem Showdown gegen Linz absolvieren. „Wir haben am Dienstag Vormittag ein Training. Aber man muss wissen: Ich habe fast zwei Monate nicht gespielt. Am Dienstag wissen wir mehr. Klar ist: Wir müssen dieses Spiel gewinnen. Und ich werde alles tun, um der Mannschaft zu helfen.“
Man weiß von vielen Eishockey-Profis, dass sie nach langer Absenz um die drei, vier Spiele benötigen, um wieder Matchpraxis zu sammeln. Auch wenn der Körper „ja“ sagt, kann es dauern, bis auch der Kopf „ja“ sagt. Muršak sieht das ähnlich: „Es braucht immer Zeit, bis man wieder in der Verfassung ist, ein Spiel zu spielen. Egal, wie hart man sich auf das Comeback vorbereitet oder trainiert. Ein Spiel ist völlig anders.“ Und er erzählt über eine mögliche psychische Anspannung: „Auch wenn ich zu den Älteren zähle, über viel Erfahrung verfüge. Ich war aber noch nie in so einer Situation. Lange Verletzung und dann so ein wichtiges Spiel. Ich bin glücklich, dass wir jetzt überhaupt darüber sprechen können. Vor zwei Monaten dachten wir, dass die Saison zu Ende ist. Und jetzt besteht Hoffnung, dass ich bald wieder spiele.“
Für den KAC wäre diese unerwartete und dennoch erhoffte Verstärkung jedenfalls ein absoluter Gamechanger. Das wissen auch die Verantwortlichen wie die Trainer Kirk Furey/David Fischer. Oder Oliver Pilloni, der meinte, dass selbst ein angeschlagener Muršak noch immer über viele andere Spieler in der Liga zu stellen sei.