Im alpinen Skisport stand diese Saison die Rückkehr in den Weltcup bereits zurückgetretener Sportler ganz hoch im Kurs. So gaben Altstars wie Marcel Hirscher oder Lindsey Vonn überraschend ihr Comeback. Ebenso Lucas Braathen, der mit nur 23 sein vermeintliches Karriereende eingeleitet hatte, ließ es sich nicht nehmen, seine sportliche Laufbahn fortzusetzen. Fast unbemerkt im Sog all dieser Sensationsmeldungen verkündete auch Lara Wolf, die in den wesentlich weniger beachteten Freestyle-Disziplinen an den Start geht, wieder an Wettkämpfen teilzunehmen, nachdem sie, ähnlich wie Braathen, mit 23 die Ski bereits vorläufig an den Nagel gehängt hatte. „Es fühlt sich komisch, aber gleichzeitig richtig gut an. Hier gehöre ich hin“, war Wolf von ihrem großartigen Erfolg überwältigt, der Österreich die erste WM-Medaille im Ski-Slopestyle überhaupt bescherte.
Die Tirolerin erregte erstmals Aufsehen, als sie bei den Olympischen Jugendspielen als 15-Jährige in derselben Disziplin Bronze gewinnen konnte. In den weiteren Jahren erfolgte die stetige Etablierung im Weltcup mit regelmäßigen Top-Ten-Resultaten. Der Sprung ganz nach vorne blieb ihr aber verwehrt. Ein Podest sowie ein siebenter Rang in der Big-Air-Wertung standen zu Buche als sie 2023 ankündigte, zugunsten ihres Psychologie-Studiums mit dem Spitzensport abzuschließen. Erst im November vergangenen Jahres machte sie ihre Rückkehr publik. „Ich hatte schon Trainingsrückstand. Das macht den Erfolg nochmal schöner“, war Wolf überrascht, so schnell den Anschluss an die Elite gefunden zu haben. Das Comeback war eine „spontane, aber richtige Entscheidung. Ich kann noch so viel mehr und bin noch lange nicht fertig mit meiner Entwicklung“, ist die Draufgängerin aus See hungrig nach weiteren Triumphen. Möglicherweise kommt dieser bereits nächsten Donnerstag, wenn sie in ihrer eigentlichen Paradedisziplin, dem Big Air, reüssieren könnte.