Nein, auf eine interne Übergangslösung hat man verzichtet. Kein „Citycom“-Stadion, keine „Graz Linien“-Arena, sondern schlicht „Stadion Graz-Liebenau“. Das ist der mit heute, 1. März, offizielle Name des Fußballstadions in Liebenau. Der Sponsorvertrag mit der Merkur ist mit Ende Februar ausgelaufen, die Versicherung bleibt aber Namensgeber für die Eishalle. „Für die langjährige Partnerschaft und die Unterstützung des Sports in Graz“ bedankt sich Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) auch ausdrücklich.

Beim Fußballstadion wird „Merkur“ jetzt abmontiert, neue Schriftzeichen spart man sich vorerst. „Das steht kostenmäßig nicht dafür“, heißt es bei Eber. Stattdessen kommt ein Plakat mit dem neuen Namen. Die Absicht dahinter: Auch wenn der angepeilte nahtlose Übergang zu einem neuen Sponsor nicht klappt, ist man zuversichtlich, bis Sommer einen Deal unter Dach und Fach zu haben.

Sponsorsuche fürs Stadion: Gespräche mit vier Interessenten

„Derzeit laufen Gespräche mit vier Interessenten“, heißt es bei Eber. Klar sei: Die aktuelle Unsicherheit, wie es beim Stadion konkret weitergeht, erschwert die Entscheidung. Aber vor dem Sommer soll klar sein, wohin die Reise geht: Entweder es kommt zum Ausbau um bis zu 70 Millionen Euro, gemeinsam getragen von Stadt und Land – oder die Stadt steckt 30 Millionen in eine simple Sanierung. Das wäre aus Sicht der Vereine Sturm und GAK nach Jahren der Debatten der SuperGAU.

Dazu kommt, dass praktisch alle Interessenten einen Sponsorvertrag für mindestens fünf, eher zehn Jahre wollen – bis sich ein Name bei den Leuten einbürgert, dauert es, daher mache eine kürzere Zeit für die meisten wenig Sinn. Kommt der Ausbau, sollen aber die Vereine die Stadionpacht übernehmen, inklusive Vermarktungs- und Namensrechten. Auch das macht die aktuelle Suche nicht einfacher.

ÖVP kritisiert „fehlendes wirtschaftliches Verständnis“ der Koalition

In der ÖVP schüttelt man den Kopf: „Seit einem Jahr ist bekannt, dass der Vertrag ausläuft. Trotzdem steht man heute ohne Lösung da“, kritisiert Gemeinderat Markus Huber. Die Koalition lasse Geld liegen, das sei prototypisch für ein „fehlendes wirtschaftliches Verständnis“.