ORF-ReportMinisterin Edtstadler: "Impfpflicht ist noch Work in Progress"

Dass am Wochenende ein Gesetzesentwurf zur Impfpflicht publik wurde, wurmt die Regierung. Verfassungsministerin Karoline Edtstadler schafft den Spagat eines Interviews ohne Neuigkeiten immerhin eleganter als ihr Kollege im Gesundheitsministerium.

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Auch Verfassungsministerin Karoline Edtstadler kann nocht nichts genaues zur Impfpflicht sagen.
Auch Verfassungsministerin Karoline Edtstadler kann nocht nichts genaues zur Impfpflicht sagen. © APA/Helmut Fohringer
 

Das Interview von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) wird wohl noch länger in Erinnerung bleiben. Nicht, weil er da die kommende Impfpflicht ausführlich erklärte, sondern weil er genau das mit demselben sich wiederholenden Stehsatz eben nicht tat. Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) konnte die fehlenden Eckpunkte am Dienstagabend im ORF-Report immerhin gekonnter umschiffen als ihr Kollege. Dass es ein breit angelegter Prozess sei, sagte Edtstadler nur ein einziges Mal.

Fix sei immerhin, dass die Impfpflicht im kommenden Februar in Kraft treten soll und dass es einige Ausnahmen geben wird. Alles andere ist noch "Work in Progress", wie es Edtstadler formulierte. Sie sei "nicht glücklich darüber", dass am Wochenende ein Gesetzesentwurf dazu in der Öffentlichkeit gelandet ist. Es würden derzeit noch viele Punkte mit Verfassungsjuristen und der Opposition besprochen werden. Aber noch in dieser Woche will die Regierung ihren tatsächlichen Entwurf vorlegen.

Ausnahmen werde es für Menschen geben, bei denen die Impfung medizinisch nicht möglich ist, sowie für Schwangere und Kinder. Die konkrete Altersgrenze sei aber noch offen, so Edtstadler. Sie nannte etwa die Strafmündigkeitsgrenze von 14 Jahren als eine Option. Die seit dem Wochenende vieldiskutierten Punkte zu den Strafen und welche Mediziner von der Impfpflicht befreien dürfen werden ebenfalls noch diskutiert. Eine Beugehaft soll es jedenfalls nicht geben.

Lockdown läuft aus

Fix ist hingegen auch für Edtstadler, dass der derzeitige Lockdown, wie zu Beginn angekündigt, am Sonntag ausläuft. Die neue Machtbalance in der ÖVP ändere daran nichts. Schon unter Bundeskanzler Schallenberg sei versprochen worden, dass der Lockdown für Geimpfte zum angekündigten Zeitpunkt enden wird, so die Ministerin: "Für Ungeimpfte wird es weiter strenge Maßnahmen geben."

Kommentare (8)
wischi_waschi
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Edstadler

Marionette...........

Lodengrün
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Eine Freude

hat sie schon wenn sie Menschen disziplinieren kann. Trägt so überhaupt keine Freundlichkeit in sich. Alles aufgesetzt, ständiger Kampfmodus. Kein Tiefgang, Intellektuelles Flachwasser. Dabei hat sie sich unter anderem für den Salzburger Festspielpräsidentenposten beworben.

Cerberius
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"In Arbeit" statt "Work in Progress"

"Schuster, bleib bei den Leisten!!!".
Den Status "Work in Progress" kenne ich nicht, denn der Status heißt korrekt 'In Work" oder 'In Progress'.

In einem Interview beim ORF sollte man versuchen, die österreichischen Bürger und Bürgerinnen ansprechen. Dann wäre der richtige Ausdruck 'In Arbeit'.

Ein Minister/In sollte, wenn man Anglizismen verwendet, korrekte Ausdrücke verwenden.

Zudem sollten Politiker aufhören, von "Menschen" zu sprechen, denn Sie sind keineswegs besser als die Bürger und Bürgerinnen Österreichs.

feringo
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@Cerberius : "In Arbeit"

Bin auch für mehr Stolz auf die "österreichische" Sprache und gegen den Wildwuchs von Anglizismen. Trotzdem, die Welt hat sich verändert und verändert sich weiterhin. Die Sprache der Wissenschaft ist nun einmal heute Englisch. Dadurch werden mehr und mehr Ausdrücke übernommen und sind für wissenschaftliche Fachbegriffe unumgänglich um bessere Eindeutigkeit zu gewährleisten.
Edtstadler hat gesagt: "... aber das ist alles noch "Work in Progress" ..." und formuliert damit variantenreicher als Mückstein. Ob das gut oder schlecht ist, entscheiden die Zuhörer.
Womit begründen Sie eigentlich Ihre Sichtweise, Herr oder Frau Cerberius?

9956ebjo
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Cerberus

Da hast du aber nicht recht.

cleo99
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Menschen und Bürger

Was haben Sie für ein Problem mit Menschen? Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind diese weniger wert als Bürger? Von wann stammen Sie?

Unzufriedener
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Impfen

Nicht breit sollte der Abgang sein und nehmt den Ludwig auch gleich mit. Dieser glaubt auch er ist der große Herrscher aller Zeiten.

feringo
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Elegance eines Interviews

Ob der Spagat eleganter geschafft wurde oder nicht ist vom Geschmack des Lesers abhängig und dem/der Interviewerin. So kann man durchaus sagen, Schnabel hat das eleganter gemacht als Wolf. Vielleicht könnten Journalisten daraus lernen, sich mehr um Tatsachen als um Persönliches zu kümmern und damit der objektiven Berichterstattung besser zu dienen, ob elegant oder nicht wäre dabei zweitrangig.