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Harter LockdownHandel und Schulen öffnen erst am 7. Dezember wieder

Die Ausgangsbeschränkungen gelten ab Dienstag auch tagsüber. Kontakt ist nur mehr zu den engsten Angehörigen erlaubt. Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe, wo kein Abstand gehalten werden kann, müssen wieder schließen.

© (c) imago images/Viennareport ((c) Leopold Nekula/VIENNAERPORT via www.imago-images.de)
 

Ab Dienstag befindet sich Österreich in einem zweiten, harten Lockdown. Vieles erinnert an den Frühlung, doch einiges wird noch strenger sein. So ist diesmal genau definiert, mit wem man sich im Freien zum Spazieren treffen darf.

Laut den neuen Ausgangsregeln  darf man sich nur mehr mit einer Person aus einem anderen Haushalt treffen. Die Ausgangsbeschränkungen gelten ab Dienstag den ganzen Tag, um pri­va­te Be­su­che weit­ge­hend zu un­ter­bin­den. Aus­ge­nom­men sind Wege zur Ar­beit, zum Ein­kauf, zur Er­ho­lung und zur Hil­fe­leis­tung.

Wie schon im Frühling muss der Handel wieder großflächig zusperren. Offen bleiben nur Supermärkte, Drogerien, Apotheken, Tankstellen, Post und Trafiken. Auch der Betrieb von Werkstätten, der Agrarhandel, und der Verkauf von Tiernahrung ist weiterhin erlaubt. Die Öffnungszeiten bleiben auf 6 bis 19 Uhr limitiert.

Körpernahe Dienstleistungen dürfen nicht mehr durchgeführt werden. Frisörsalons, Kosmetik- oder Massagestudios müssen schließen. Was der Re­gie­rung dem Ver­neh­men nach große Kopf­schmer­zen be­rei­tet: Ein so groß­zü­gi­ger Um­satzer­satz, wie ihn die vom be­reits be­ste­hen­den Teil-Lock­down be­trof­fe­nen Wirte er­hiel­ten, ist für den Han­del prak­tisch un­denk­bar. Wäh­rend Gastro­be­trie­be 80 Pro­zent des Um­sat­zes von No­vem­ber 2019 vom Staat er­setzt be­kom­men, wird es für den Handel ein Modell nach dem Schema 20-40-60 geben. Je nach Branche sollen 20, 40 oder 60 Prozent ersetzt werden.

Schulen und Kindergärten ab Dienstag im Notbetrieb

Analog zu den Oberstufen wird ab Dienstag auch Unterstufen und Volksschulen auf Fernunterricht umgestellt. Kinder, die Lernunterstützung oder Betreuung brauchen, können weiterhin in den Volksschulen und Unterstufen betreut werden. Kindergärten bleiben offen, werden aber  - wie schon im Frühling - als Notbetrieb geführt. "Die Kindergärten und Schulen bleiben für diejenigen, die es brauchen offen", betont Vizekanzler Kogler: Es gebe Betreuung und Lernunterstützung vor Ort, für alle, die es brauchen. Auch wer im Homeoffice konzentriert arbeiten muss, werde diese Möglichkeit in Anspruch nehmen müssen, so Kogler.

Während sich führende Wissenschaftler für eine Schließung aussprechen (mit Ausnahme von Betreuung jener Kinder, auf die zuhause niemand aufpassen kann), hatte die Corona-Kommission des Bundes  dagegen votiert. Am 7. Dezember sollen Pflichtschulen und der Handel wieder öffnen. "Diese Bereiche haben Priorität", sagt Kurz.

Veranstaltungen

Im Veranstaltungsbereich darf weiter an religiösen Zusammenkünften teilgenommen werden. Allerdings Allerdings haben die Kirchen freiwillig darauf verzichtet, Gottesdienste abzuhalten, so Kurz. Im Vorfeld hatte es dazu ein direktes Gespräch des Bundeskanzlers mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz gegeben. Begräbnisse sind auf 50 Personen limitiert. Im künstlerischen Bereich sind weiter Proben erlaubt. Weiterhin gilt laut dem Verordnungsentwurf an öffentlichen Orten die Pflicht zum Ein-Meter-Abstand, in Innenräumen zusätzlich die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

So viel Homeoffice wie möglich

Überall dort, wo es möglich ist, soll aus dem Homeoffice gearbeitet werden. Wie eine Aus­wer­tung an­ony­mi­sier­ter Han­dy-Da­ten durch Goog­le zeigt, ist seit Al­ler­hei­li­gen die An­we­sen­heit an Ar­beits­stät­ten um rund ein Drit­tel ge­sun­ken – wohl auch eine Folge, dass die Re­gie­rung aber­mals die Emp­feh­lung aus­ge­spro­chen hat, wo mög­lich aus dem Ho­me­of­fice zu ar­bei­ten. Nur: im Früh­jahr be­trug die­ser Rück­gang mehr als die Hälf­te. Zwingend verordnet wird Homeoffice aber nicht.  Das hatte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Ru­dolf An­scho­ber (Grüne) auch im Früh­ling getan – die Re­ge­lung über­leb­te dank Pro­tes­ten der Wirt­schafts­kam­mer aber nur we­ni­ge Tage. Wei­ter auf sich war­ten lässt aber ein um­fang­rei­ches Ge­set­zes­pa­ket, das die ar­beits­recht­li­chen und steu­er­li­chen Be­din­gun­gen im Ho­me­of­fice klä­ren soll. Ar­beits­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Asch­ba­cher (ÖVP) hat es für März in Aus­sicht ge­stellt.

Besuche in Spitälern

In Krankenanstalten und Altenheimen bringt die geplante Verordnung Einschränkungen, nachdem es in Spitälern zuletzt keine zahlenmäßigen Beschränkungen für Besuche gab. Nunmehr ist nur mehr ein Besuch pro Woche und Patient möglich - und das auch nur, wenn der Erkrankte oder Verletzte mehr als sieben Tage aufgenommen wird. Ausnahmen gibt es für Schwangere. Mitarbeiter müssen einmal pro Woche einen Antigen- oder molekularbiologischen Test absolvieren.

Der Lockdown endet laut Entwurf am 6. Dezember - vorausgesetzt, die Neuinfektionen gehen bis dahin zurück. Da es sich um einen Entwurf handelt, sind Änderungen noch möglich. Morgen wird der Hauptausschuss des Nationalrates mit der Verordnung befasst. Die Ausgangsregeln und die Bestimmungen für den Veranstaltungsbereich müssen dort nach zehn Tagen auch wieder bestätigt werden, daher sollen sie vorerst nur bis 26. November gelten.

 

Kommentare (99+)
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Hako2020
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Die

Wirtschaftskämmerer haben Kurz erklärt warum der Lockdown nur bis 7.12 gehen darf.Sie lassen sich den 8.12 als angeblich stärksten Einkaufstag nicht nehmen.

Irgendeiner
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"Handel und Schulen öffnen erst am 7. Dezember wieder"

Ja,genau,und dann kommt Jesus vorbei und behebt die Misere und der Nikolaus heiratet den Osterhasen,ich werde beliebtester Poster und vierzig Jahre jünger,die Blinden werden sehend und die Lahmen Weltmeister im Stabhochsprung und alles ist in Butter aber auch das Licht am Ende des Tunnels wird nix nutzen wenn es anderswo zappenduster ist.

Peterkarl Moscher
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Wahrheit tut weh !

Nach dem 7.Dezember gehts voll los , überfüllte Lokale,
überfüllte Geschäfte dafür ist im Jänner wieder alles gesperrt.
So lange kein Impfstoff da ist gibts keine Besserung!
Eigenverantwortung und Zurückhaltung mehr wäre nicht
notwendig, aber leider nicht möglich.

steinmhe
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Weiter?

In Taiwan gab und gibt es strenge und überwachte Einreiseregeln, was zu sehr wenigen Infektionen mit Corona führte. Infolge laxer Grenzkontrollen wurde der Virus bis zum Ende des Sommers aus dem Südosten nach Österreich eingeschleppt und konnte sich im Land verbreiten, was zur heutigen Situation führt. Und wie geht es weiter? Im Dezember werden für den Tourismus Handel und Gastronomie geöffnet, im Jänner kommen Heimkehrer aus dem Südosten wieder zurück - ein Anzeichen, dass es dabei strenge und lückenlose Grenzkontrollen zukünftig geben wird, sehe ich nicht - und im Februar wird es dann den nächste Lockdown geben ...

pescador
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Oppositionsparteien

Ich sehe die Oppositionsparteien massiv in der Mitschuld, dass wir jetzt da sind wo wir sind. Sie sind es, die gesetzte Maßnahmen immer wieder massiv kritisieren und fast schon zur Nichteinhaltung der Maßnahmen aufrufen. Sie sind es die auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung, ohne Rücksicht auf unser Gesundheitssystem, politisches Kapital schlagen wollen. In diese Richtung gehen auch die heutigen Statements der Oppositionspolitiker. Für die meisten Menschen leicht zu durchschauen, für zu viele Menschen jedoch ein Aufruf gegen die Maßnahmen zu rebellieren. Wenn im eigenen Haus ständig jemand mit Dreck schleudert, werden wir das Haus nie sauber bekommen.

Rot-Weiß-Rot
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@pescador, jetzt werden aber die letzten Pfeile aus dem Köcher gezogen und vollkommen klar; Alle anderen sind schuld nur nicht jene, die am Entscheidungshebel sitzen.

Und sonst geht es Euch Türkiesen gut? Von Anfang an die Opposition rigoros ausschließen und dann soll die Opposition noch jeden Blödsinn, den die Regierung verzapft mit Applaus quittieren? Der Kurz mit seinen Ministern hätte anständig arbeiten sollen, im Sommer nicht schlafen und im Hebst nicht tatenlos zusehen wie die Zahlen die Decke gehen. Vor allem hätten die Herrschaften schauen sollen, dass das Herzstück aller Waffen gegen die Pandemie, nämlich das Pandemiegesetz fertig zu bringen und nicht erst Mitte September wo das Infektionsgeschen schon voll im Gang war. Da war und ist jetzt natürlich auch die Opposition, oder die bösen Bürger schuld!

Morpheus17
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....oder der Jörgi

Aber nur nicht die Regierungsversager.

samro
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ja endlich jemand mit weitsicht

alles hat viel beigetragen zu dieser situation.
die bevoekerung wurde desensibilisiert und die ignorantenbestaerkt.
unverzeihlich.
ich hoffe nur dass die spitaeler erholen koennen und die situation sich entspannt.
und dass die letzten politischen hetzer verstehen dass es jetzt um gesundheit und leben geht!

miranda02
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Endlich

mal jemand mit Weitsicht!

bitteichweisswas
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.

Also Montag noch mal schnell mit dem Hänger zum Baumarkt...

RonaldMessics
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Unpopulär...

...gesagt, wir, das Volk, sind mitschuld.

Buero
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Ja

Klar! Und Shoppincenter ...

Stony8762
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---

Es wäre das Beste, den Handel vor Weihnachten nicht mehr zu öffnen. Die Unvernunft der Bevölkerung ist leider gross genug, dass sie sich in den verbleibenden 2,5 Wochen wie verrückt in die Geschäfte stürzen und damit die bisherigen Anstrengungen zunichte machen würden! Besser der Handel geht drauf, bevor ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems ALLES zerstört! Es ist hart, es ist bitter, es ist notwendig! Teuer wird es sowieso!

Peterkarl Moscher
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Wahrheit tut weh !

Nein das wird nicht teuer , sondern nicht mehr finanzierbar,
Schulden die bis 2050 nicht getilgt werden können, so
schauts aus !

Morpheus17
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Kinderkanzler am Ende

Türkis-Grün hat auf allen Ebene versagt. Und es sind immer die Anderen schuld. Beim Terror - Slowaken und Kickl - bei Corona, die Bundesländer. Schuld ist ausschließlich diese unfähige Regierung. Kein Krisenmanagement. Bald gibts 1 Jahr türkis grün und das Land ist am Abgrund!!

Mein Graz
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@Morpheus17

Blödsinn.
Schuld ist das Virus.
Und die Menschen, die sich nicht an die Verordnungen gehalten haben.
Und die Regierung, weil sie so/zu spät reagiert hat.

Stemocell
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@Mein Graz

‚Schuld ist das Virus‘ bis hierhin stimmt alles. Den Rest kann man sich sparen. Der Mensch steht nicht über der Natur, es ist umgekehrt. Es ist weder die Regierung , noch der Nachbar, noch der 75-jährige Opa Schuld.

Barni1
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@stemocell

Ein wahres Wort!
Nur das Problem für die User hier ist, dass man das Virus nicht beschimpfen kann also braucht man andere Opfer!

Super123
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Beschimpfen

Ja das Virus kann man nicht beschimpfen aber man braucht einen Schuldigen und wenn man genau hinschaut man wird belogen und betrogen von der Regierung die keine Fehler zugibt und allen anderen an ihren Versagen die Schuld gibt. Darum braucht auch das Volk einen der Schuld ist. Aber ich hoffe das Volk wird munder und setzt diese Regierung bald ab.

miranda02
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Wieso verstehen das aber so viele nicht??

Inklusive Opposition???

Eisapfel00
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Pendler

Wohl keine Ahnung---die Tagespendler aus Ungarn, Slowenien usw. haben kein Corona. Natürlich auch alle in der Industrie mit allen am Förderband bekommen auch kein Corona-aber die Schüler doch????

Hieronymus01
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Nicht auszudenken wenn es derzeit eine rot-grüne Regierung geben würde.

Ob da die ÖVP da auch die selben Beschlüsse mittragen würde?

Ludolf
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Eine Farce

.was diese Politiker gerade verkünden - Nehammer/Kogler/Kurz/Anschober - Rücktritt aba dagadaga 🍺👍🍺

EventHorizon
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Ludolf

Was bedeutet "aba dagadaga 🍺👍🍺" ? Was wollen Sie damit zum Ausdruck bringen?

aba
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Zukunft

Ich hoffe es gibt bald wieder Wahlen.

GanzObjektivGesehen
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Und wenn es dann eine rote, blaue, pinke Regierung gibt ?

Akzeptieren sie dann Fakten und befolgen die Maßnahmen ?
Wir stecken uns selbst an, ein hausgemachtes Problem.
Mit allen damit verbundenen Folgen.

Danke an alle die es ernst nehmen und sich vernünftig benehmen.

 
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