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Grasser vor GerichtBuwog-Prozess neigt sich seinem ungewissen Ende zu

Kommende Woche dürfte der Buwog-Prozess zu Ende gehen. Ob dann schon ein Urteil gegen Ex-Finanzminister Karl Heinz Grasser fällt oder nicht, ist offen.

BUWOG GRASSER PROZESS: AINEDTER / GRASSER
© APA/HANS PUNZ
 

Das Ende des seit bald drei Jahren laufenden Prozesses rund um die Privatisierung der Buwog und anderer Causen zeichnet sich immer deutlicher ab. Richterin Marion Hohenecker hatte bereits vor zwei Wochen ein Ende am kommenden Donnerstag (15.10) als möglich bezeichnet. Im heutigen "Morgenjournal" sagten nun auch mehrere Verteidiger, dass sie demnächst ein Ende erwarten. Uneinig waren sie sich, ob das Urteil tatsächlich am 15.10. fällt oder erst in der Woche danach.

Leo Kregcjk, Anwalt von Lobbyist Peter Hochegger, ist optimistisch, dass sich das Urteil kommende Woche ausgeht. "Umfassende Beweisaufnahmen sind durchgeführt worden, da ist wohl nicht mehr viel zu erwarten", sagte er. Ähnlich sieht das Wolfgang Eichenseder, Anwalt von Norbert Wicki, dem mitangeklagten Schweizer Treuhänder von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. "Na ich glaube, der Fahrplan kann eingehalten werden. Ein Zeuge ist noch offen, auf den könnte unter Umständen verzichtet werden und da geht es fahrplanmäßig zu Ende. Nächste Woche müsste Schluss sein", sagte er.

Anwälte rechnen mit Schlussplädoyers kommende Woche

Demgegenüber glauben Manfred Ainedter und Norbert Wess, Verteidiger von Grasser, dass nächste Woche erst die Schlussplädoyers abgeschlossen werden können. "Dann wird sich der Senat zur Urteilsberatung zurückziehen. Also vielleicht haben wir dann übernächste Woche ein Ende dieses unsäglich langen Prozesses", so Ainedter. Auch Wess geht von Plädoyers nächste Woche aus und "dann wird man sehen, wie lang das Gericht benötigt, um eine Entscheidung zu finden". Zwar haben die Verteidiger von Grasser gestern noch Beweisanträge gestellt, sie glauben aber selber nicht unbedingt, dass das Gericht dem Folge leistet. Das mache aber nichts, da alles im Akt dokumentiert sei.

Auch Michael Dohr, Anwalt eines Angeklagten im Terminal Tower-Faktum, rechnet nächste Woche noch nicht mit einem Urteil. Die Verteidiger, Staatsanwälte und Privatbeteiligten-Vertreter kündigten jedenfalls auf Nachfrage der Richterin an, dass sie jeweils zwei bis drei Stunden lange Plädoyers halten wollen. Nach dem Schluss der Hauptverhandlung wird das Gericht beraten. Das werde dauern "bis wir fertig sind", hatte Richterin Hohenecker bereits vor zwei Wochen auf Frage eines Angeklagten angekündigt.

Am heutigen 164. Verhandlungstag steht wieder einmal eine mehrstündige Protokollverlesung durch Richterin Hohenecker an. "Unser Highlight" wie sie schmunzelnd zu diesem unbeliebten, weil ermüdenden, Formalakt heute Vormittag meinte.

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seinerwe
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Einnahmen

Da hat der Staat gut verdient. Die Anwälte und Gutachter haben einen Steuersatz von 50 %, d.h. die Hälfte der Anwaltskosten und die Gerichtskosten kassiert der Staat.