Ich gestehe: Sie enttäuschen mich mit Ihrem etwas biederen Anzug. Man ist von Ihnen mehr Farbenfreude gewohnt.
MICHAEL DOHR: (lacht) Ich wollte beim ersten Treffen einen guten Eindruck hinterlassen.
Im Buwog-Prozess, wo Sie einen Ex-Manager der Porr vertreten, verstören Sie oftmals mit schrillen Auftritten.
Wenn man sich die Natur anschaut, sind die Männlein bunt, dürfen auffallen. Bei uns Menschen ist das umgedreht, der Anzug für Männer ist beinahe eine Uniform. Aber weil ich keine Uniformen mag, fahre ich gelegentlich nach Italien und werde dort fündig.
Letzte Frage zu den Anzügen: Was sagen Ihre Klienten, wenn Sie mit Geldscheinen oder Handschellen am Sakko auftauchen?
Die denken sich: ,Der muss etwas drauf haben, sonst würde er sich so einen Anzug nicht getrauen.‘
Sommergespräch
Michael Dohr: "Wer so einen Anzug trägt, muss etwas drauf haben"
Rechtsanwalt Michael Dohr sorgt mit seinen Anzügen beim Buwog-Prozess für Aufsehen. Der Villacher Jurist im Gespräch über das Sterben als Katholik, Parteifeinde und wen er nie verteidigen würde.
© (c) APA/GEORG HOCHMUTH/APA-POOL (GEORG HOCHMUTH/APA-POOL)