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Podcast zur Wien-WahlBürgermeister Michael Ludwig: „Mich wundert die Anti-Wien-Stimmung“

Michael Ludwig ist Wiener Bürgermeister und wird es auch nach der Wahl noch sein. Über das Hickhack mit der Bundesregierung spricht er gerne, über Integration hingegen nicht.

Michael Ludwig
Wiens SPÖ-Chef und Bürgermeister Michael Ludwig. © (c) Christoph Kleinsasser (Christoph Kleinsasser)
 

"Auf engstem Raum sehen wir hier die Entwicklung der Stadt von der Monarchie über die Republik über den Faschismus bis hin zu einer demokratischen Gesellschaft“, sagt Michael Ludwig und deutet von der Hofburg zum Ballhausplatz zum Parlament. Wir sitzen im Volksgarten, dem erste Park, der in Wien für Bevölkerung geöffnet wurde. Dass der promovierte Historiker und Politologe auch Politiker im Wahlkampf ist, kommt zeitverzögert durch: „Es war eine erschreckende, völlig unverständliche Intervention der Bundesregierung, die Bundesgärten in der Coronakrise zu schließen.“

Den Volksgarten hat er als Gesprächsort ausgesucht, weil er viel über Wien erzählt - und über das Verhältnis zwischen der Stadt und dem Bund. „Ich wundere mich über die Anti-Wien-Stimmung, die von manchen Teilen der Bundesregierung gefördert wird“, sagt er: „Offensichtlich fühlen sich viele Menschen aus den Bundesländern sehr wohl hier, sonst würden nicht so viele zum Studieren und Arbeiten nach Wien kommen.“

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Michael Ludwig
Als Gesprächsort wählte Michael Ludwig den Volksgarten, der von der Bundesregierung während des Lockdown geschlossen wurde. Foto © (c) Christoph Kleinsasser (Christoph Kleinsasser)

Ludwig selbst hat - anders als die meisten Wiener - in seiner jüngeren Familiengeschichte keinen Migrationshintergrund aus dem Ausland oder einem anderen Bundesland. Er wuchs als Sohn einer Hilfsarbeiterin auf und legte einen sozialen Aufstieg nach dem Drehbuch der Sozialdemokratie hin: Vom Arbeiterkind zum Dr. phil. Vom Parteiarbeiter zum Bürgermeister. Das Universum der Wiener SPÖ verließ er dabei nie. 2007 folgte er Werner Faymann als Wohnbaustadtrat. 2018 gewann er in einer Kampfabstimmung gegen Andreas Schieder und wurde im Mai des gleichen Jahres Wiener Bürgermeister. Aller Voraussicht nach wird er es auch nach der Wahl noch sein. „In der Krise muss Politik beruhigend und vertrauenserweckend wirken“, sagt er. In Umfragen liegt die SPÖ bei 42 Prozent.

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Von den Repräsentationsbauten an der Ringstraße leitet Ludwig über: „Die Schattenseite waren die schlechten Lebensumstände der allermeisten Wiener“. Die Sozialdemokratie habe deshalb immer das Thema Wohnen ins Zentrum der politischen Arbeit gestellt. Ab 4. Mai 1919 - das weiß Ludwig genau - tat sie das. Damals erlangte die SPÖ erstmals die absolute Mehrheit in Wien. Heute leben 62 Prozent der Wiener in sozial geförderten Wohnungen.

Michael Ludwig mit Alt-Bürgermeister Michael Häupl kurz vor der Amtsübergabe 2018. Foto © (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Wie groß das historische Selbstbewusstsein der Ludwig-SPÖ ist, zeigte sich auch bei der diesjährigen Feier zum 1. Mai, die coronabedingt ins Internet verlegt wurde. Eine aufwändig gestaltete Dokumentation zeigte die Errungenschaften der SPÖ. Von der Zukunft war hingegen keine Rede.

Zu einer Arbeitszeitverkürzung wie sie die SPÖ im Bund und die Grünen in Wien fordern, sagt er nur: „Generell ein wichtiges Thema, aber in der Form eher ein Wahlkampfgag.“ Die Pläne zur autofreien Innenstadt von Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, machte er mit einem Rechtsgutachten wenige Tage vor der Wahl zu nichte. „Ich bin auch für Verkehrsberuhigung, aber mit einer umsetzbaren Lösung“.

Michael Ludwig
Michael Ludwig mit Innenpolitik-Redakteurin Veronika Dolna. Foto © (c) Christoph Kleinsasser (Christoph Kleinsasser)

Und das Reizthema Integration spart er am liebsten aus. In seiner 70-minütigen Rede zum Wahlkampfauftakt erwähnte er „Integration“ kein einziges Mal. „Weil es eine Durchschnittsmaterie aus allen Ressorts ist“, sagt er. „Wir behandeln Menschen aus anderen Ländern nicht anders“. Der ÖVP gehe es „darum, Migration negativ zu deuten und auf Problem aufmerksam zu machen. Das ist maximal eine Analyse.“

Auch Ludwig ist ein guter Analytiker. Eine große sozialdemokratische Vision der Zukunft zeichnet er nicht. Aber zumindest bei dieser Wahl dürfte es für ihn nicht nötig sein.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

AloisSteindl
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Schlampig

Dem Artikel könnte ein sorgfältiges Korrekturlesen guttun.
Außerdem merkt man der Redakteurin ihre Abneigung gegen den Interviewpartner an, zB. der wiederholte Verweis auf die mangelnde Zukunftsperspektive.

gof1234
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"Mich wundert die Anti-Wien Stimmung"

Ahhhaha 😁😁😁, der war gut!
I glaub, der arbeitet a nur bis Dienstagmittag!!! Sonst würde er a bissl mehr von "seiner" Stadt mitbekommen!

Aleister
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Wien ist Spitze!

Da können die Türkisen Fuzzis jammern bis sie wieder schwarz sind!
Meine privaten und arbeitsmäßigen Wienbesuche sind jedes mal ein Hit. Als Kärntner bin ich sehr stolz auf unsere Bundeshauptstadt.
Wer ein bisschen auf der Welt herumgekommen ist wird bestätigen, dass die Lebensqualität für eine 2 Millionenstadt genial ist!!

ReinholdSchurz
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Wien ist anders 🙋🏻‍♂️

Immer und zu jeder Zeit, nirgends regiert die SPÖ mit über 40% und bei Corona ist die Zustimmung noch höher.
Eine neuer Bürgermeister- Landeshauptmann täte der Stadt gut, aber wie es aussieht wird sich das nicht spielen. Wien ist anders und die gegen Kandidaten zu schwach und skandalös Vorbelastet.
Ludwig wird dank der Grünen weiter regieren obwohl im Bund es anders scheint, oder doch nicht, ist alles das selbe?🤔

Ragnar Lodbrok
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Hr Ludwig, solange ich lebe

ist Wien der Wasserkopf Österreichs. Die Wiener sind in etwa so beliebt wie die Preußen.... Sie sind da - aber nur wenige mögen sie. SchauenSie sich Wien und dann den Rest Österreichs an - der Wiener ist an Großkotzigkeit nur schwer zu überbieten.

unfassbar
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Sollen sie in die Provinz

fahren zum Studieren? Wäre die Möglichkeit, würden viele diese Lösung einem Aufenthalt in Wien vorziehen, s.g. Herr Bürgermeister ...!!!

Leop
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MMM

Hallo die Menschen derBundesländer brauchennkchtinWienStudieren,wir haben Universitöten In Graz,Innsbruck,Klagenfurt,Linz,Salzburg.aber die kommen lieber nach Wien,Der Grund:kulturelles LebenSehenswürdigkeiten,Unterhaltung usw man kann ja Linz Insbruck Salzburg Klagenfurt nicht mit Wien vergleichen.Darum Wiengegner kommen sie nach Wien.Die Bundesländer mögen über Wien denken was Sie wollen.Die grosse Welt hält von Wien nur das Beste,und das ist wichtig,Der Neid ist ein Luder

Landbomeranze
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„Offensichtlich fühlen sich viele Menschen aus den Bundesländern sehr wohl hier, sonst würden nicht so viele zum Studieren und Arbeiten nach Wien kommen.“

Die kommen, um zu studieren, Herr Ludwig. Das sagt noch lange nichts darüber aus, ob sie sich auch wohlfühlen in dieser Stadt. Und zum Glück macht auch jemand auf die Probleme der Migration auf. Für sie gibt es offensichtlich keine oder noch schlimmer, sie kehren die vorhandenen Probleme einfach unter den Tisch und denken sich, sollen doch die Leute damit leben, mich interessiert es nicht.

Landbomeranze
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Korr.

....die Probleme der Migration aufmerksam.

SoundofThunder
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🤔

Können Sie eine Großstadt (ab 1 Million Einwohner) nennen die keine Probleme mit Migration hat?

Kristianjarnig
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@sound...

....so auf die schnelle(binnen 1 Sekunde) sind mir Melbourne(4,9 Millionen) und Sydney (5,2 Millionen) eingefallen.

Ein paar Sekunden später auch noch Brisbane (2,3 Millionen).

Ganz ehrlich: Für die exakte Bevölkerung habe ich unser aller , herumschnüffelnder, Suchmaschine benutzt.

Aber die Australier machen sicher vieles besser als wir Europäer. Speziell die restriktive Einwanderung ist in Ordnung. Ein Staat soll sich die Zuwanderer aussuchen dürfen und nicht umgekehrt.

In meinen Jahren in Australien konnte ich(habe an der Ostküste gelebt, ich bin sicher im Rest des Landes ist es ebenso) zu JEDER Zeit ohne Probleme durch Millionenstädte spazieren ohne das es auch nur das geringste Problem gab.

Das ändert sich derzeit in Europa. Leider. Bald wird es überall Probleme wie in den "Schmelztöpfen" London und Paris(vor allem an den Peripherien) geben.

SoundofThunder
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🤔

Okay 👍🏼. Aber geographisch gesehen ist Australien und Kanada sehr weit weg von den Krisengebieten der Flüchtlinge.

X22
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Australien hat schon seine Problem mit der Migration,

obwohl die Integration gut funktioniert, mehr als 25% der aktuellen Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund, geht die Richtung, zumindest der Konservativen, in eine die die Zuwanderung beschränken will, obwohl sie ihre restriktiven Vorgaben, sprich "Skilled Migration", haben

ea406a7c84cb89e10495b40c60a0a535
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"Heute leben 62 Prozent der Wiener in sozial geförderten Wohnungen."

In einer Stadt die funktioniert, sollte sich eigentlich jeder selbst eine Wohnung leisten können.
Das Ziel sollte nicht Abhängigkeit von einem sozialen System sein, sondern Unabhängigkeit davon.
Soziale Förderung sollte einspringen, wo das System versagt und nicht selbst zum System werden.

Die SPÖ hat versagt, Herr Ludwig. Denkens mal darüber nach.

Lupoo
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Sie haben eine perfekte

Ahnungslosigkeit - und davon sehr viel !
Auch wenns im hintersten Oa...dorf nicht bekannt ist, aber in Großstädten mit Wolkenkratzern und Millionen von Leuten kostet der Quadratmeter mehr als das ein ganzes Kuhdorf wert ist.
Und nur zur Info - ich bin kein Wiener und auch in sonst keiner Großstadt wohnhaft.

gof1234
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Schön beschrieben

Stimme Ihnen vollkommen zu

X22
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Mich wundert's, dass sie als Langsamdenker

solche "Schnellschüsse" abgeben, haben sie den kompletten sozialen Wohnbau im Blickfeld oder nur den von den Rechtskonservativen bevorzugten ausländerbashingbestimmten stimmenbringenden Vorzeigewohnbau.
Natürlich ist es Aufgabe einer Stadtregierung, leistbares Wohnen zu gewährleisten, keine Zentralisierung der Armut in Ghettos zu betreiben sondern eine Durchmischung der Bevölkerungsstruktur möglich zu machen. Ohne diese würde der Mammon bestimmen in welche Welt sie leben und die Spannungen würden sichtbarere erscheinen, genau die Rechtskonservativen wollen keine Parallelgesellschaften haben, sehen aber nicht ein, dass eine gewisse Verteilungsplanung der Sache entgegenwirkt, weil die direkte Auseinandersetzung einen Lerneffekt bewirkt.

Balrog206
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Umverteilung

Und Abhängigkeit das ist doch das System das die Spö liebt ! Einem Hosensack rein und beim anderen mehr raus !

Patriot
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Dass sich so wenige in Wien eine Eigentumswohnung kaufen können,

ist die Schuld der Freunde des Herrn Kurz, der Grundstückspekulanten, der Immobilienhaie, etc. und nicht des Wiener Bürgermeisters!

logon 1
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Bezüglich seiner Positiv-Aussagen zur Migration sollte..

.er einmal die Bücher der Lehrerin Susanne Wiesinger lesen,die die Integration für mehrheitlich gescheitert hält.
Lesen bildet,vor allem,wenn Mann ihre beiden Bücher gelesen hat .
Sie schreibt nämlich aus der Erfahrung und nicht aus dem abgehobenen Bürgermeistersessel.
Es gibt nichts Unangenehmeres als die Realität.

joektn
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Tja

Das Wiener nicht gerade für Sympathie bekannt sind ist wohl österreichweit bekannt, daher verwundert es kaum, wieso man die Wiener in anderen Bundesländern nicht unbedingt soooo lieb hat.

Leop
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MMM

Hallo das ist mir si scheiss egal ob mich als Wiener die Bewohner der anderen Bundesländer wollen ode nich.ich will Euch alle nicht besonders die westlichen Bundesländer die sind mich nichts. Bleibt alle von Wien fern,dann hätten wir Wiener eine bessere Luft.Aber eines sage ich Euch noch,ich lebe in einer Weltstadt,und wo lebt Ihr?

wischi_waschi
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Leop

Traummännlein

walter1955
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einfach

krank

ea406a7c84cb89e10495b40c60a0a535
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@Leop Dann bist du mir sicher nicht böse, wenn ich hoffe, dass du für immer Wiener bleibst.

Ich bin kein "Westösterreicher". Aber der Herr Ludwig scheint dich nicht zu kennen, sonst würd er sich nicht wundern.

Leop
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MMN

Hallo lieber Langsamdenker Du irrst Dich,mich kennt der Bürgermeister sehr wohl,ertens wurde ich vor 2 Jahren um die Verdienste der Stadt mit dem goldenen Ehrenkreuz geehrt und 2ten heuer zu meinen 90 im roten Salon vom Bürgermeister empfangen.wie man sieht habe ich schon ein langes Leben hinter mir,bin ein sehr friedliebender Mensch,aber bei Menschen die andauernamd mein geliebtes Wien beleidigen ,da ist es bei mir mit der Freundschaft aus.Noch was weis nicht ob es Ihnen interessiert,war 22 Jahre im Ausland,davon 6 Jahre in Nordamerika,und sonst in fast allen Grossstädten,habe Welterfahrungung und bin auch Weltoffen,im Vergleich zu vielen Österreichern ich Sie verstehen mich jetzt besser Danke

 
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