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Podcast zur Wien-WahlWiederkehr: "In Wien zählt, wen man kennt und nicht das, was man kann"

Neos-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr über seine fehlende Bekanntheit, seine Abneigung gegenüber ÖVP-Kandidat Gernot Blümel und das "Kastensystem“ im Wiener Rathaus.

Neos-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr
Neos-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr © Christoph Kleinsasser
 

Christoph Wiederkehr lässt auf sich warten. Erst eine halbe Stunde nach vereinbarter Uhrzeit springt er abgehetzt und verlegen aus dem pinken Wahlkampf-Auto und entschuldigt sich. Ein Termin „am Land“ habe deutlich länger gedauert als ursprünglich geplant. „Das passiert, wenn man diese Stadt verlässt“, sagt er und lacht.

Der Spitzenkandidat der Neos gilt als das unbekannteste Gesicht dieser Wahl. Ein Umstand, der ihm aber keine schlaflosen Nächte bereitet, versichert er am Weg zum Yppenplatz im 16. Bezirk, in dessen Nähe er wohnt. „Die Politik ist kein Bekanntheitswettbewerb.“ Dennoch sind die Bekanntheitsfußstapfen groß, in die er bei dieser Wahl tritt. Denn seine Vorgängerin in Wien war die heutige Parteichefin im Bund, Beate Meinl-Reisinger.

PK NEOS WIEN 'NEUE KLUBFUeHRUNG': MEINL-REISINGER / WIEDERKEHR
Meinl-Reisinger und Wiederkehr Foto © APA/HELMUT FOHRINGER

Die pinken Geschicke in der Bundeshauptstadt führt der 30-Jährige erst seit zwei Jahren. Für ihn jedoch ausreichend Zeit, um zu erkennen, was in dieser Stadt schiefläuft, sagt er. „Was ich in Wien besonders ungerecht finde, ist, dass noch immer zählt, wen man kennt, und nicht das, was man kann.“

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Wiederkehr hat sich im Wahlkampf vor allem die Beseitigung von „roter Freunderlwirtschaft“ und Korruption auf die Fahnen geschrieben. „Ein indischer Standler am Brunnenmarkt hier um die Ecke hat mir einmal gesagt, dass die Freunderlwirtschaft in Wien schlimmer sei als die in Indien – das sollte der SPÖ schon zu denken geben.“ Gibt es also ein Kastensystem im Wiener Rathaus? Wiederkehr lacht: „Ja, manchmal kommt es mir schon so vor.“

"Die Rechten machen Probleme größer, die Linken ignorieren sie"

Der Yppenplatz, der an diesem sonnigen Nachmittag gut besucht ist, wird gern als Aushängeschild für ein gelungenes Zusammenleben verschiedener Kulturen in der Stadt präsentiert. Für Wiederkehr ist er jedoch auch ein Sinnbild dafür, wie wichtig die Europäische Union für Wien ist. Für die Neugestaltung des Platzes, „an dem noch vor ein paar Jahren niemand sein wollte“, habe die EU „viel Geld“ beigesteuert – „und das wissen hier sicher die wenigsten“.

Wiederkehr am Yppenplatz
Wiederkehr am Yppenplatz Foto © Christoph Kleinsasser

Seine eigene Sicht auf das Thema Migration wurde maßgeblich von seiner Familiengeschichte geprägt, erzählt er. Sein Vater musste ohne Eltern aus Ungarn fliehen, „das bekommt man schon mit, in der Kindheit“, erklärt er. „Da bedeutet einem Freiheit und die europäische Idee gleich viel mehr.“ Doch aktuell sehe er hier einen Rückschritt in der öffentlichen Debatte – „weil es in diesem Land seit Jahren eine Politik gibt, die ausgrenzt und sogar rassistisch ist – allen voran durch die Freiheitlichen“.

Aber auch das andere Ende der Polit-Skala habe hier versagt. „Wir haben die Rechten, die bestehende Probleme größer machen, und wir haben die Linken, die bei Problemen wegschauen.“ Es brauche hier „eine lösungsorientierte Politik der Mitte“, sagt Wiederkehr und schaut einem vorbeilaufenden Kind nach.

"Die türkise ÖVP hat jede Menschlichkeit verloren"

Für den Gang in die Politik hat sich der gebürtige Salzburger, der seit zwölf Jahren in Wien lebt, bereits in seiner Schulzeit entschieden – „weil ich damals sehr unzufrieden mit dem System war und etwas verbessern wollte“. Bereits als Student engagierte er sich bei liberalen Vereinen, 2015 kandidierte er dann für die Neos und zog in den Wiener Gemeinderat ein. Heute gilt Wiederkehr in seiner Partei als fleißig und talentiert, aber auch als etwas steif und unnahbar. Er ist rhetorisch versiert, ein Talent, das er in Debattierklubs entdeckt und ausgebaut hat.

Gespräch in der Straßenbahn
Gespräch in der Straßenbahn Foto © Christoph Kleinsasser

Nicht viel zu sagen hat er hingegen ÖVP-Spitzenkandidat Gernot Blümel, dem er für eine mögliche Koalition bereits eine Absage erteilt hat. Dessen Arbeit als Finanzminister sei alles andere als zufriedenstellend, „beim Budget hat er gezeigt, dass er nicht rechnen kann“. Zudem habe die türkise ÖVP „jede Menschlichkeit verloren“. Mit der SPÖ wäre eine Koalition hingegen denkbar – „wenn Ludwig sich traut“.

Werden die Neos Ludwigs Koalitionspartner?

Wien gilt seit jeher als Hochburg der Neos, auch, wenn die Partei in Vorarlberg und Salzburg deutlich stärker vertreten ist. 2015 errangen die Pinken hier 6,2 Prozent, Umfragen prophezeien Wiederkehr ein leichtes Plus auf sieben Prozent. Die Partei ist im Gemeinderat für fundierte Oppositionsarbeit bekannt, eine Rolle, in der sich die Pinken wohlfühlen.

Aktuelle Umfragen bringen aber die Möglichkeit einer Koalition mit der SPÖ ins Spiel. Zu einer solchen zeigte sich Wiederkehr bereits bereit, leicht wolle man es den Sozialdemokraten bei entsprechenden Verhandlungen aber nicht machen. Eine Zusammenarbeit mit der ÖVP hat er bereits ausgeschlossen, die von Rot propagierte Drohvariante einer türkis-grün-pinken Mehrheit scheint derzeit ohnehin unwahrscheinlich.

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Danke für Ihr Verständnis.

KlagenfurterRebe
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Na ja Herr Kandidat....

....es haben bestimmt auch viele
Menschen eine Abneigung gegen eine Partei die dagegen ist, dass man nach 45 Arbeitsjahren abschlagsfrei in die Pension gehen kann. Ist möglicherweise nicht so wichtig, weil die größte Wählerschicht genießt bereits den wohlverdienten Ruhestand...

Irgendeiner
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Dieses Posting hat eigentlich keinen diskursiven Sinn,

es ist nur ein virtuelles Wutpolsterl um erweitertes Stricheln zu ermöglichen, auf gehts.

Irgendeiner
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So ists gut,

das hilft Dir beim Abbau.

picciona1
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Was ich in Wien besonders ungerecht finde, ist, dass noch immer zählt, wen man kennt, und nicht das, was man kann.

nicht nur in wien, könnte man auch anders bezeichnen, vitamin b zb, und ist in ö schon recht ausgeprägt.
soll in anderen ländern nicht so arg sein, in anderen ländern ist die qualif. wichtiger. hat man mir zumindest erzählt.

georgXV
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???

LEIDER sind in Wien die "Konkurrenz" der SPÖ (fast) alles Schwachmatiker.
"Im Reiche der Blinden ist der Einäugige König."
Gerade Wien würde DRINGENDST eine Reform- und Strukturveränderung im positiven Sinne benötigen.
So kann es zum Beispiel NICHT sein, daß man sich - gerade in Zeiten wie diesen - "NICHT amtsführende Stadträte" (mit unserem Steuergeld finanziert) leistet. Dafür ist LEIDER in erster Linie die SPÖ und NICHT die Opposition verantwortlich.
Oder daß zum Beispiel selbst Putzfrauen und Hausmeister nur mit Parteibuch angestellt / beschäftigt werden.
Wien ist LEIDER ein Ort der Parteibuch- und Freunderlwirtschaft in Höchstpotenz !

schadstoffarm
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Sehr gute Investition

stell dir vor Stenzl, Gudenus, Blümel hätten etwas gearbeitet, das wäre teuer geworden.

UHBP
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@geo...

"Dafür ist LEIDER in erster Linie die SPÖ und NICHT die Opposition verantwortlich."
Ja, aber gezwungen wird keiner aus der Opposition das Geld als nicht amsführender Stadtrat zu nehmen, oder?
Vorschlag: Die Opposition bringt geschlossen einen Antrag auf Abschaffung der nicht amtsführenden Stadträte ein. Bin mir sicher die SPÖ würde nicht dagegen stimmen. ;-)))
PS: Es profitiert die Opposition und nicht die SPÖ von den nicht amtsführenden Stadträten!!!

wjs13
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Der übliche rote Unsinn den Sie posten

Die Stadträte werden nach der Mandatszahl vergeben. Wenn die SPÖ denen der Opposition keine Arbeit (sprich Resort) gibt, weil sie alles an sich rafft, ist es wohl deren Schuld, dass es "nicht amtsführende Stadträte" gibt. Meines Wissens gibt es das nur im roten Biotop Wien.

georgXV
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Liebe(r) UHBP,

"Die Opposition bringt geschlossen einen Antrag auf Abschaffung der nicht amtsführenden Stadträte ein. Bin mir sicher die SPÖ würde nicht dagegen stimmen."
Sorry, ich bin mir LEIDER sicher, daß die SPÖ dieser Veränderung / Abschaffung NICHT zustimmen wird.
Nach meinem Verständnis braucht es für diese Verfassungsänderung eine absolute Mehrheit aller im Gemeinderat vertretenen Parteien.

brosinor
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DAS!!!

Ist in ganz Österreich der Fall!
Deshalb hamma DIEJENIGEN in wichtigen Positionen!

dieRealität2020
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Wie weit kann man herabsinken, wenn auch im Wahlkampf?

.
Wenn man sich derartiger Slogans bedient? „Wir haben die Rechten, die bestehende Probleme größer machen, und wir haben die Linken, die bei Problemen wegschauen.“ - "Die türkise ÖVP hat jede Menschlichkeit verloren"
.
Die Neos und einige ihre Mitglieder sind aus meiner Sicht ein nicht wählbarer Haufen an loser menschlicher Ansammlung die für dieses Land so unnötig sind wie „der steierische Kropf“. Die Beweise (es gibt keine Fakten, sondern nur „Raubersgeschichten“) liefern sie seit Monaten ab und auch im Wiener Wahlkampf. Nahezu grenzenloser Selbstdarstellungsdrang sich in Szene zu setezen.
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Es gibt schlicht weg kein erkennbares Substrat in dieser Partei. Alles haben bereits andere Parteien im Programm.

Irgendeiner
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"Die türkise ÖVP hat jede Menschlichkeit verloren"

Naja, das ist ja wohl empirisch stichhaltig,wo man Kinder nicht aus dem Elend holen will,haben auch Konservative wie Konrad festgestellt,ist also ideologieübergreifend,allerdings ist es immer noch verkürzt,weil es die freche Chuzpe unterschlägt,sich bei der Unterlassung auch noch auf sein Gewissen zu berufen.
Es faselt sich halt.

Balrog206
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Bitte

Lass diesen scheinheiligen Konrad !! Der will sich in der Pension noch einen Heiligenschein verpassen !
Ob er in seinem langen Berufsleben auch immer ach so menschlich agiert hat ??!!

Irgendeiner
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Genau Roggi, der legt sich mit der eigenen Partei an

gegen einen Haufen kuschender Lemuren und faselnder Selbstdarsteller damit er wo reüssieren kann,bei den Roten? Und Roggi, daß für einen der sicher ein beinharter Geschäftsmann war bei Menschenleben Schicht ist, ist weitaus glaubwürdiger als daß ein tauloser Studienabbrecher eine Pandemie im Griff hat.
Und Roggi, Du ziehst gar nicht in Erwägung, daß es irgendeinem Konservativen mit seinem Glauben ernst ist,du hast auch eine schlechte Meinung von denen, sind aber nicht alle Bastis,manche stehen sichtbar auch außerhalb von erbaulichen Sonntagsreden dazu und da treffen sie sich mit völlig ungläubigen Agnostikern, in der Liga der Erwachsenen.

Irgendeiner
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Nicht stricheln,antworten, ich behandle Euch

themenbedingt dann auch ganz christlich,allerdings nach Bastis neuem christlich-sozial,d.h. schwere Kollateralschäden sind hinnehmbar wenn es mir nur nützt,man lacht.

SoundofThunder
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🤔

Wenn Basti sagt er ist ein Christlicher wird sich der Boden unter ihm auftun und ihn holen 😉

Balrog206
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Irgi

Der Konrad braucht keine Partei mehr , jetzt zumindest ! Hat schon alles eingetütet !

Irgendeiner
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Ja,Roggi, dem gehts wohl auch gut,aber jemandem

was Rechtsbedenkliches ("Eingetütet") zu unterstellen weil er mehr Humanität hat als das Abziehbild von einem Maturanten ist ohne Beleg hochverwegen, Konrad konnte sich nie 20 Millionen Körberlgeld ungewidmet zuordnen,in einer Bank hätte ihn der Häberle schnell am Frack gehabt.Und ich bin ganz sicher,seinen Scheitel hab ich auch nie gesponsert wie manche Helme andererorts.Weißt Roggi,wenn Dir eine Meinung nicht paßt,bleib trotzdem bei den Dir bekannten Sachverhalten,alles andere kann dir auf den Kopf fallen,frag Mausbärli,man lacht.

dieRealität2020
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über den Satz, „Was ich in Wien besonders ungerecht finde, ist, dass noch immer zählt, wen man kennt, und nicht das, was man kann.“ kann ich nur den Kopf schütteln.

.
Sorry, wo Herr Christoph Wiederkehr haben sie bis jetzt gelebt? ihre Lebensgeschichte gibt es in Österreich ca. 30.000 aus dem Ungarnaufstand, bei dem die ungarischen Flüchtlinge bestens versorgt wurden, national so auch international. Ein Teil ist ausgewandert ein Teil ist verblieben und wurden wie ich sehen kann Österreicher. Allerdings nur zum Teil?
.
Dieser Bestandteil ist "weltweit" in jeder Gesellschaft menschlich verständlicherweise mehrfach vorhanden und wird fallweise von jeden Mensch in seiner Gesellschaft auch landesweit von Östereicher genutzt. Es ist ein Kitt der Menschen verbindet.

Irgendeiner
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Ach,mein Kommentar fehlt,und jetzt will ich wissen was forenregelwidrig war,

denn das betrachte ich als Willkür und diesmal will ichs wissen.

Irgendeiner
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Ich weiß nie ob der Browser hängt,ich hab zweimal erneuert,

oder ob was nicht ins Taxi steigen will,ist wieder da,war wohl mein Fehler.

Irgendeiner
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„Was ich in Wien besonders ungerecht finde, ist, dass noch immer zählt, wen man kennt, und nicht das, was man kann.“

Naja,das weiß ich nicht so genau,ich kenn dort ein paar sehr Kompetente auch,
aber Basti aus Meidling als Kanzler würde es natürlich erklären.Und ich hab nichts gegen den Mann,der ist mir noch nicht unangenehm aufgefallen wie das Blümel,immerhin tritt er für Humanität ein,aber wenn ich Liberaler bin geh ich nicht zu den Neos,ist ein tiefer Graben zwischen John Stuart Mill und den anthropologischen Blödheiten Hayeks.Abgesehen davon, daß die IV ihr Kontingent an Mietlingen mittlerweile wohl schon restlos gefüllt hat.

Irgendeiner
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Ach,ich seh die Striche, wer hat das

Taxi bestellt,man lacht.

Balrog206
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Man

Muß ja wirklich mal herzlich lachen heute b dir 😂
Glaub der Almabtrieb im Gailtal muß feucht fröhlich gewesen sein !!

Irgendeiner
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Nein Roggi, ich kenn den Almabtrieb aber ich hab die lokalen Dinge

oben schon oft gesehen,ich fahr deswegen in Coronazeiten nicht rauf,meinen Bedarf an Rindviechersichtungen deck ich anderswo,und Roggi,wenn ich schneide bin ich immer stocknüchtern und ruhig,ich will ja nicht mich verletzen,ich hantiere mit sehr scharfen Dingen,real und intellektuell. Nichtsdestoweniger wär ich wohl noch aktionsfähig wenn Du schon liegen würdest,wir Kärntner sind gut geeichte Biertrinker,und schmecken tuts auch aber diesmal,leider nein.

Irgendeiner
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Ach, was ich noch hinzufügen wollte,Striche als Waffe

sind weder scharf noch effizient,eher kindisch und hilflos,Worte wären weitaus effizienter nur müßte man sie verwenden können,aber jeder wie er kann,man lacht.Und der Taxameter läuft.

 
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