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Podcast zur Wien-WahlStrache: "Die Menschen gehen zum Original"

Für den Podcast zur Wien-Wahl haben uns alle Spitzenkandidaten an einen Ort geführt, der besonders viel über sie erzählt. Den Auftakt macht Heinz-Christian Strache, der sich für unser Gespräch ausgerechnet jenes Lokal ausgesucht hat, in dem er seinen Rückzug aus der Politik verkündet hat. Die Wien-Wahl soll ihm nun ein Comeback ermöglichen. Warum er sich trotz allem für glaubwürdig hält und wie er auf Beschimpfungen auf der Straße reagiert.

Podcast Wien Wahl 2020 HC Strache
Wien-Wahl-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache © Christoph Kleinsasser
 

Es ist schon eine ganze Weile her, dass Heinz-Christian Strache sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Wien bewegt hat. Und auch für unser Gespräch steigen wir an diesem sonnigen Nachmittag in keines. „Ich lebe seit 15 Jahren mit massiven Drohungen, teils sogar mit Morddrohungen“, erzählt Strache, der bei unserem Spaziergang durch den Park vor dem Rathaus von einem Sicherheitsmann begleitet wird.

Es sei „entsetzlich, welcher Hass und welche Aggression einem in der Politik entgegenschlagen“. Er bekomme auf der Straße viel Zuspruch, aber auch Beschimpfungen zu hören. „Ich sag dann immer: Ich wünsch Ihnen auch noch einen schönen Tag.“ Viele Passanten im Park erkennen und beäugen ihn. An diesem Nachmittag pöbelt ihn niemand an, gut zureden tut ihm jedoch auch niemand.

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Strache im Gespräch mit Innenpolitik-Redakteurin Christina Traar im Park vor dem Wiener Rathaus. Foto © Christoph Kleinsasser

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Der Spaziergang ist ein kurzer, der von Strache für das Gespräch ausgewählte Ort befindet sich direkt neben dem Rathaus. Es ist ausgerechnet jenes Lokal, in dem er vor fast genau einem Jahr seinen nachhaltigen Rückzug aus der Politik verkündet hatte. Es handle sich somit um den „besten Ort“, um seine politische Geschichte hier fortzusetzen, sagt Strache und nippt an seinem Kaffee.

Podcast Wien Wahl 2020 HC Strache
Foto © Christoph Kleinsasser

Es ist eine Geschichte voller Wendungen. Nach der Abspaltung des BZÖ übernimmt der gebürtige Wiener 2005 die strauchelnde FPÖ und kann sie zu immer größeren Wahlerfolgen und schließlich sogar in eine Regierungsbeteiligung mit der ÖVP führen. Strache zieht ins Vizekanzleramt ein und gefällt sich in der Rolle des Staatsmannes. Doch an einem Freitagabend im Mai sorgt die Veröffentlichung eines Videos für Aufsehen, das Strache und seinen Parteifreund Johann Gudenus in einer Villa auf Ibiza zeigt und beide in Erklärungsnot bringt.

1 JAHR 'IBIZA-VIDEO'
Foto © APA/HARALD SCHNEIDER

Strache tritt kurz darauf zurück, Türkis-Blau zerplatzt. Und nach einem ausgewachsenen Skandal um eingereichte und ausbezahlte Spesen wird die seit Jahren unangefochtene Nummer eins in der freiheitlichen Partei aus ebendieser ausgeschlossen. Die FPÖ steht nach massiven Einbrüchen bei der Nationalratswahl vor einem Trümmerhaufen.

"Nepp ist eine billige Kopie"

Ein halbes Jahr später verkündet Strache seine Rückkehr – mit einer eigenen Liste, die seinen Namen trägt und ihm den Einzug in den Wiener Gemeinderat sichern soll. Und damit sein politisches Comeback. Warum? „Die Politik in diesem Land rennt in eine so dramatisch falsche Richtung, dass ich – nach reiflicher Überlegung – diese Entscheidung getroffen habe.“ Zudem habe er viel Zuspruch aus der Bevölkerung bekommen. Deshalb rechne er auch nicht nur mit einem Einzug, sondern sogar mit einem zweistelligen Ergebnis. Denn: „Ich bin das Original, ein echter Wiener geht nicht unter.“ Die FPÖ habe ohne ihn „kein Thema“, Nachfolger Dominik Nepp sei lediglich eine billige Kopie. „Den kennt ja keiner.“

Über ihn und den Rest seiner ehemaligen Parteifreunde hat Strache wenig Freundliches ins vor ihm aufgebaute Mikrofon zu sagen. Das komme auch beim freiheitlichen Wahlvolk nicht gut an. „Verrat wollen die Leute nicht.“ Einen eben solchen ortet er bei seiner Ex-Partei, die er hinter Ibiza, Spesenaffäre und Co. vermutet. Ziel dieser Aktion sei es gewesen, ihn von der Spitze zu stoßen, schließlich habe er viele Neider. „Diese Herrschaften können es gar nicht erwarten, weitere Verleumdungen zu verbreiten“, schimpft Strache und gestikuliert wild mit den Armen. „Auf diese Ebene steige ich gar nicht herab, das ist Souterrain-Niveau.“ Er habe immer gewusst, dass Politik schmutzig ist. „Aber dass sie so schmutzig, so dreckig ist und so unter die Gürtellinie geht, das habe ich nicht für möglich gehalten.“

Podcast Wien Wahl 2020 HC Strache
Heinz-Christian Strache Foto © Christoph Kleinsasser

Es dauert jedoch nicht lange, bis Strache selbst zum verbalen Rundumschlag gegen seine politischen Mitbewerber ausholt. SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig sitze „im Schlafwagen, der schmeckt wie abgestandenes Wasser“, die grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein könne daneben ihre „Minimundus-Klientelpolitik“ betreiben. Der türkise Finanzminister Gernot Blümel habe nicht das geringste Interesse an Wien und Neos-Kandidat Christoph Wiederkehr sei – ebenso wie Nepp – „nicht existent“.

"Wie sehr muss dich der Herrgott lieb haben?"

In den letzten zwei Jahren habe er viel über sich selbst und über sein engstes Umfeld gelernt, sagt Strache und schaut kurz zur Decke. „Man muss lernen, sich selbst, aber auch anderen zu verzeihen.“ Diese Zeit habe ihm jedoch auch gezeigt, dass „solche Krisen im Leben auch eine Riesenchance“ seien, um Klarheit zu finden. Er sieht das so, sagt Strache und grinst: „Wie sehr muss dich der Herrgott lieb haben, dass er dir zwischendurch einen Tritt in den Hintern verpasst?“ Nur so sei man gezwungen, über sich und sein Leben nachzudenken.

Über fehlende Glaubwürdigkeit und Reue will Strache im Gespräch nichts hören. Ebenso wenig wie von einem möglichen Scheitern bei der Wien-Wahl, das ihm so manche Umfrage prophezeit. Er ist sich sicher: „I will be back.“

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Danke für Ihr Verständnis.

Charly911
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Original

Wie kommen sie überhaupt auf die Idee sich selbst als "Original" zu bezeichnen. Wieder einmal der Ausdruck von Grössenwahn, hoffentlich verlassen sie diese Bühne bald und setzen sich zu Trump auf die Pensionisten Bank.

wischi_waschi
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Strache

Auf Strache wird so eingedroschen, das ich nichts mehr glaube.
Die Staatsmedien geben nochmals den Senf dazu.
Ich, Herr Strache wünsche Ihnen viel Erfolg.
Bleiben Sie gesund!

dieRealität2020
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Bravo Herr Strache, kann ihnen nur beipflichten, killen sie die 46%ige Wahlarithmetik mit der die SPÖ die Mandatsmehrheit erreichen kann.

werde mir den Wahlkampf vor Ort und später dann 13. Reihe fußfrei ansehen und herzlich lachen, wenn sie tatsächlich über die gesetzlichen Hürden kommen und im Landtag sprich auch Gemeinderat einziehen.
.
Das dann folgende Hickhack um die Koalitionsverhandlungen (hoffe es gibt mehrere Lösungen) wird filmreif sein. Ein Genuss. Strengne sie sich an Herr Strache.

CBP9
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Eine Original-Luschn!

... sonst nix!

harakari
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Wieso...

... wird DEM überhaupt Platz in einer steiermärkischen Zeitung gegeben?

harakari
2
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Wieso...

... wird DEM überhaupt Platz in einer steiermärkischen Zeitung gegeben?

Lodengrün
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Er mag vielleicht

ein origineller Wirrkopf sein, das war aber schon alles. Was will er denn da verkaufen? Sich, - den Witz?

ARadkohl
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Die Menschen gehen zum Original.

Und ich kann diesen Typen einfach nicht mehr sehen.

Civium
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Ja wirklich original freiheitlich!!

Wein trinken und Wasser predigen!!

Gerhard818
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Cool

dass er wegen seines Wohnsitzes nicht aus dem Wahlangebot entfernt wurde. Mich interessiert wirklich, wieviele Wiener ihn wählen. Jemanden, der nicht nur lauthals über Machtmissbrauch diskutiert und nichts dabei findet zusätzlich zu seinem Gehalt irrwitzige Spesen zu verrechnen ... ???

SoundofThunder
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Hey Spesenibizaner!

Wieviel zahlst‘ma für meine Stimme! I hob‘ mitbekommen dass du flexibel bist! Geht ganz sicher am Rechnungshof vorbei!!

megamaxx
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Byebye Strache!

Wie viele andere hier bin ich es leid Strache noch auf der Bühne zu sehen. Die zwei Wochen soll er vor seinem Abgesang von mir aus noch genießen. Dann wird ihm der Wähler die Rote Karte zeigen und er wird (hoffentlich) von der Bildfläche verschwinden.

HannesK
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Seltsame Werbung der KZ

Welcher Strache-"Floh" hat die Kleine Zeitung gebissen, um schon wieder eine derart ungerechtfertigte Werbung für diesen längst schieflaufenden Strache zu inszenieren??
Dieser Mensch mit dem grauslich triefenden Selbstmitleid schwadroniert: Er habe immer gewusst, dass Politik schmutzig ist.
Ausgerechnet Strache weiß dies aus eigenen Praktiken bestens - oder?

Mein Graz
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@megamaxx

Solche Leute sind wie Korken, die tauchen immer wieder auf.
Leider.

lisbeth111
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Lügen,

dass sich die Balken biegen, aber immer alles rechtskonform. Schummeln, wo es nur geht, aber immer alles rechtskonform. Ethisch und moralisch unterm Hund, aber immer alles rechtskonform. Auf sowas kann man verzichten, aber immer alles rechtskonform. Amen!

gehtso
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es ist erstaunlich,

wie sich ganz schwere Fälle von psychosomatischen Erkrankungen offensichtlich unbehandelt frei in der Öffentlichkeit bewegen können!

Uezze
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Dr. Freud

war auch Wiener. Er hätte mit HC ein willkommenes Objekt für seine Studien (würde er noch leben). Die Analyse währe spannend.

harri156
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Warum gibt man einem korrupten Politiker

immer wieder eine Plattform? Selbst ignorieren wäre noch zu viel Aufmerksamkeit für einen charakterlosen Menschen....

MoritzderKater
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Bis Minute 19:14 habe ich es mir ja angehört,.....

...... aber dann, wäre mir fast der Kragen geplatzt!!!
ER - das Opfer, von Extasy-Liquid, dieser arme Mensch, dem man soooo unrecht getan hat, er wagt es doch tatsächlich alles so hinzubiegen, als ob nur die ANDEREN
seinen Sturz verursacht haben.

Das einzige was ich mich frage ist: Warum hat noch keine Anklage stattgefunden und damit die nächste Frage:
Warum wird es ihm ermöglicht bei der Wien-Wahl anzutreten?
Jeder *einfache* Staatsbürger hätte aufgrund der vorliegenden Ungereimtheiten jede Möglichkeit diebezüglich längst verloren. Doch etwas faul im Staate Österreich???

heinz31
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moritz

Waren oder sind sie schon mal Opfer einer großen Verleumdung gewesen? Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß es ein SCHei...-Gefühl ist, verleumdet zu werden und fast machtlos diesen ausgesetzt zu sein.
Tatsache ist: Wenn, außer der großen Klappe (warum auch immer) anscheinend nichts dahinter ist, hätte es schon längst Verurteilungen gegben.
An siehräglichen, mittlerweile durchschaubaren und lächerlichen Meldungen über angebliche Vergehen in den Medien, wie so ein Bashing funktioniert.
Immer vor den Wahlen - war auch bei der FPÖ so. HAuptsache madig machen, ins schlechte Licht stellen.

petrbaur
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..

der grasse r sagt auch noch immer das er nix gemacht hat.. is quasi das selbe spiel.. solange mans nicht nachweisen kann bzw es gesetzliche grauzonen gibt.. die korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt nicht zum spass wegen untreue

Balrog206
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Jo

Ermitteln aber schon recht lang ! Ob was raus kommt oder nicht , seinen Namen haben’s schon mal vernichtet ! Wäre er nicht so gut liiert könnte es anders aussehen !

Mein Graz
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@heinz31

Ich sag ja, er ist das "Opfer" - und seine Anhänger sehen ihn - wie obiges Posting beweist - auch als solches.

Das wird ein böses Erwachen geben!

Und wie soll es "schon längst Verurteilungen" geben, wenn der Fall noch nicht einmal abgeschlossen ist? Soll ein Gericht urteilen, bevor alle Fakten bekannt sind?

Lodengrün
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Na bitte

wollen Sie sagen das diese Originaltonpassagen Verleumdungen sind? Die Leute von der Süddeutschen hatten keinen Anlass da etwas zu erfinden, da gab das Original genügend her. Die Süddeutsche ist ein angesehenes Blatt und die Aufdecker Obermayer/Obermeier haben einen tadellosen Ruf und sind Preisträger. Strache war im Ausführungsmodus und wäre die Lady echt gewesen dann wäre das auch die Bühne gegangen. Der Mann fordert Sauberkeit/Anständigkeit ein, von der nicht das Fünkchen hat. Ein durch und durch mieser Charakter. Und es ist nicht so das die ganze Welt schlecht ist und sich gegen ihn verschworen hat. So wichtig ist er in keinem Fall.

tannenbaum
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Der

„feine“ Hr. Strache bekommt auch in der Kleinen Zeitung zehn mal mehr Platz und Aufmerksamkeit als seriöse Oppositionspolitikernen! Dankeschön!

Bodensee
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was für ein überheblicher......

.....Ex-Zahntechniker. Ich wünsche ihm und seiner Frau einen möglichst tiefen Fall.

 
Kommentare 1-26 von 51