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Spesen-AffäreFPÖ soll Strache Pool-Reparatur und Einkäufe gezahlt haben

Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache soll der Partei auch mehrere Strafzettel und einen Einkauf in einem "Gucci"-Shop verrechnet haben. Strache bestreitet das, er habe alles "nachweislich" selbst gezahlt.

PROZESS 'FELLNER GEGEN HEUTE': STRACHE
© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Während die FPÖ weiter mit der Entscheidung hadert, den in Ungnade gefallenen Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache aus der Partei auszuschließen, sickern neue Details aus dem Ermittlungsakt rund um dessen Spesenaffäre durch. Strache soll sich von der Partei nicht nur private Einkäufe, sondern auch Pool-Wartungsarbeiten, die Reparatur eines Whirlpools und Nachhilfestunden für seine Kinder finanziert haben lassen. Das berichtet das Ö1-"Morgenjournal". Auch das Schulgeld für ein Kind von Strache soll aus der Parteikasse gestammt haben.

Vorwürfe, die laut Ö1 aus Einvernahmeprotokollen hervorgehen, in denen Straches ehemalige Assistentin und sein Ex-Bodyguard befragt worden waren. Auch ein Beispiel von Straches Verrechnung an die Partei finde sich im Akt. So soll Straches Bodyguard dem Ex-Chef der Blauen Einkäufe im Wert von 300 Euro besorgt und dessen Assistentin übergeben haben. Diese habe dann um einen anderen Beleg gebeten, diesen bekommen und den 300-Euro-Einkauf dann als "Arbeitsessen" der Partei verrechnet haben. Dabei habe Strache die auf der Rechnung angeführten Speisen und Getränke nie konsumiert. Mitarbeiter sollen Rechnungen dieser Art in einem Haubenlokal besorgt haben.

Strafzettel und "Gucci"-Einkauf

Zudem berichtet die Zeitung "Österreich" von seitenweise kopierten Strafzetteln Straches und von Rechnungen aus einem "Gucci"-Modeshop. Kostenpunkt dort: 500 Euro. Gegen Strache wird wegen Untreue / Veruntreuung ermittelt.

Von Strache gibt es dazu noch keine aktuelle Reaktion. Als die Spesenaffäre kurz vor der Nationalratswahl aufflog, hat Strache noch von einer "durchschaubaren Schmutzkübelkampagne" gesprochen. Alle Spesen und Sachleistungen seien ordnungsgemäß verrechnet worden, hieß es von seinem Anwalt. Es gilt die Unschuldsvermutung. Es müssen erst noch Hunderte von Ex-Strache-Bodyguard aufbewahrte Rechnungen ausgewertet werden, die im Ausland beschlagnahmt worden sind.

Strache: Habe alles "nachweislich" selbst bezahlt

Strache selbst hat am Donnerstag via Facebook bestritten, Pool- oder Nachhilfekosten seiner Partei als Spesen verrechnet zu haben. All dies sei "nachweislich" von ihm selbst bezahlt worden, betonte er.

Er habe auch niemals über ein persönliches Spesenkonto verfügt, vielmehr habe seine Referentin eine Handkassa mit Verrechnungsgeld geführt. Es sei "vereinzelt" vorgekommen, dass er sie oder einen seiner Sicherheitsmänner ersucht habe, private Erledigungen für ihn durchzuführen, "da ich auf Grund meines Einsatzes für die Partei rund um die Uhr oft keine Zeit dafür hatte". In solchen Fällen hätten diese den Aufwand von ihm persönlich ersetzt bekommen.

Falsche Anschuldigungen

Sicherheitsmann Oliver R. sei aber scheinbar seit Jahren darauf angesetzt gewesen, ihn zu bespitzeln, vermutete Strache. Er dürfte versucht haben, belastende Beweise gegen ihn zu sammeln bzw. zu konstruieren.

"Die Behörden werden daher ermitteln, ob Oliver R. Rechnungen, die er von mir ersetzt bekam, in Restaurantrechnungen 'umgewandelt' und bei meiner Referentin ein zweites Mal eingereicht hat, um sich unrechtmäßig zu bereichern und mich falsch zu belasten", so Strache: "Ich werde die Behörden dabei unterstützen, habe bis dato aber noch keine Einsicht in alle Belege erhalten." Die Aufklärung werde länger dauern, weil sich zahlreiche Kleinstrechnungen darunter befinden dürften.

Dank Ibiza und Causa Casinos aufgeflogen

Der Verdacht der Staatsanwaltschaft Wien und der "SoKo Ibiza" lautet auf Untreue. Durch die Verrechnung von Spesen, die eigentlich Privatausgaben waren, soll der FPÖ ein Schaden von Zehntausenden Euro entstanden sein. Zudem geht es um die mutmaßliche Überschreitung der Spesenobergrenze von 10.000 Euro, die das Parteipräsidium Strache zugestanden haben soll.

Aufgeflogen sein soll die Affäre durch Telefonabhörmaßnahmen im Rahmen der "Ibiza"- und Causa-Casinos-Ermittlungen. Ein Staatsanwalt oder Ermittler soll sich laut Ö1 dabei an eine vier Jahre zurückliegende Anzeige gegen Strache erinnert haben. Anklage sei damals nicht erhoben worden, weil die Vorwürfe nicht konkretisiert werden konnten. Jetzt werde - auch nach einer neuen anonymen Anzeige - intensiv ermittelt. Im Ausland sollen Hunderte Rechnungen beschlagnahmt worden sein, die von Straches ehemaligem Leibwächter aufbewahrt worden seien. Die Ermittler wollen sie nun auswerten.

Wiener FPÖ berät über Ausschluss

Unterdessen berät die Wiener FPÖ weiter über einen möglichen Parteiausschluss ihres Ex-Chefs. Konkret wurde das Parteischiedsgericht angerufen, um darüber zu befinden. Wann das Gremium zu einer Entscheidung kommt, ist aber offen, hieß es am Donnerstag auf APA-Anfrage in der Wiener FPÖ. Details wurden nicht genannt. Möglich ist, dass auch Strache selbst von den Mitgliedern des Schiedsgerichts befragt werden könnte.

Dieses wird übrigens nicht selbst den Ausschluss aussprechen. Vielmehr ergeht eine Empfehlung an der Parteivorstand, der für einen etwaigen Ausschluss formal zuständig ist. Rein theoretisch müsste der Vorstand der Schlussfolgerung des Parteischiedsgericht nicht folgen, wie betont wird. Gleichzeitig gilt es aber als äußerst unwahrscheinlich, dass dieser der Empfehlung nicht nachkommt.

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Danke für Ihr Verständnis.

schteirischprovessa
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Sollte die vom ORF zitierte "den Ermittlungen nahe stehende Person"

identifiziert werden zu dem Kreis der Ermittler zu zählen sein, ist sie umgehend zu entlassen.
Wie mit den Zwischenergebnissen geheimer Ermittlungen umgegangen wird, ist ein Skandal. .

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satiricus
4
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Wir glauben ihm ja eh, dass er nachweislich alles selbst bezahlt hat :-)

Fragt sich aber nur, ob er sich seine Aufwendungen anschließend eventuell von der Partei "refundieren" ließ?
Wäre ja auch möglich, oder?

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fortus01
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ja der

ehrenwerte Herr Strache hat richtig Glück, dass wir in der Vergangenheit nie so strenge Einwanderungsgesetze hatten, wie sie die soziale IBIZA Partei gerne hätte, sonst hätten seine Vorfahren, wie auch jene der Kickl's und Vilimsky's, usw. nicht in Österreich Fuß fassen können, und er hätte (zumindest) in Österreich nicht so kräftig absahnen können.

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schteirischprovessa
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In der Krone darf der Strache wenigstens seinen Kommentar dazu abgeben.

Ob das, was er sagt stimmt oder das, was sein Leibwächter erzählt stimmt, wird sich weisen, dafür gibt es die Ermittler.
Im Zweifelsfall sollte man keinem der beiden glauben, bevor es bewiesen ist.
Aber auch wenn es der Strache ist, sollte er seine Sichtweise zu den in der Zeitung getroffenen Anschuldigungen darlegen können.

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kropfrob
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Darf er doch auch hier, ...

... lesen Sie mal den ganzen Beitrag, insbesondere die beiden Abschnitte (insgesamt 4 Absätze) "Strache: Habe alles "nachweislich" selbst bezahlt" und "Falsche Anschuldigungen".

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leserderzeiten
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Also, die liegengeblieben Rechnungen andere Gäste einzusammeln, ist die absolute Gier.

Gibst nicht für Geschäftsessen einen eigenen Rechnungsausdruck, muss nicht zumindest ein Stempel des Speisetempel auf der Rechnung sein?
Bin mir nicht sicher, meines Wissens schon.

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HB2USD
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Fehlt nur noch

wann war Strache am WC.

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fortus01
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ja das ist der einzige

und wahre Verteter des "Kleinen Mannes", mit pool und whirlpool, jetzt wissen die "Kleinen Männer" also wo "Euer Geld für unsere Leut" wirklich landet!
Und jetzt ist er nicht mal Manns genug, die Verantwortung zu übernehmen, und beschuldigt seine ehemaligen Mitarbeiter!
Und als Gipfel der Frechheit und Zeugnis absoluter Realitätsferne erwägt er, der eigentlich wegen Hochverrat angeklagt werden muss, allen Ernstes eine Kandidatur in Wien!

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Armergehtum
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Dies ist alleinige Schuld der Asylanten

Die Blauen sagten uns den Weltuntergang wegen den Ausländern voraus.
Nun ist es soweit, HC bröckelt schon.
Ihr armen blauen Hascherl!

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ausTirol
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Bei aller Unschuldslamperlvermutung ...

... drängt sich doch die Erinnerung an ein Zitat von Lord Acton, englischer Liberaler des 19. Jahrhunderts, auf:
<>
„Macht korrumpiert – absolute Macht korrumpiert absolut.“

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voit60
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Wann wird der endlich verhaftet?

wäre ja nicht der erste Politiker hinter schwedischen Gardinen.

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gerbur
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Liegt wohl an den Genen,

dass in der Familie S. Nachhilfe benötigt wird.

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lieschenmueller
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@gerbur

Die Nachhilfeindustrie boomt. Keine Schande, einen eventuellen Rückstand aufzuholen als in weiter zu schleppen bis der Hut brennt. Aber bezahlen tut die Stunden Otto-Normalverbraucher aus eigener Tasche. Alles andere ist eigentlich ungeheuerlich, wenn es stimmt.

Und man denke, wie sich der Nachwuchs fühlen muss, zu erfahren, woher das Geld dafür womöglich stammt. Kinder können nichts für ihrer Eltern Missetaten.

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Legu
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Lieschen,

es ist ja eh ein offenes Geheimnis, dass so gut wie alle Politiker ihre Gschrappen in Privatschulen schicken, zum Einen, weil sie sich das leisten können und zum Zweiten, weil es ihren " Sprösslingen " nicht zumutbar ist, mit Migrationskindern und Kindern aus armen Schichten, in einer Klasse zu sitzen .

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lieschenmueller
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@Legu - Privatschulen

Falls das einen Bezug zu meinen Zeilen haben soll, also ich nehme an, dass einige auch in Privatschule Nachhilfe benötigen könnten. Oder ist die inkludiert im Preis?

Mit dem "offenen Geheimnis", ja, das liest man immer wieder und es wird stimmen. Umso mehr sollten Erfahrungen von Lehrern Ernst genommen werden und auch deren Kritik, nicht so wie es der Frau aus Wien passierte, dass sie als Nestbeschmutzerin kritisiert wird.

Weil die oft verwendete Antwort von Politikern, daraufhin angesprochen "an Privatschule XY ist der Musik- oder Turnunterricht so hervorragend", ist blamabel.

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Irgendeiner
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Ach, Neues von der blauen Unschuldsfront,

planck sagte ja schon, wo man Mauern konstruiert,wird auch noch ein Pool saniert,man gönnt sich ja sonst nichts.Nur eins,ist wie beim frechen Studienabbrecher,die sind was sie sind nur,gewählt habt ihr sie,solltma nicht vergessen.

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zyni
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Verständlich,

dass er wieder gerne zur FPÖ möchte. Die FPÖ war ja wie ein persönlicher Bankomat für ihn.

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Planck
5
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Naja,

dem Einen sein Whirlpool ist dem Andern seine Gartenmauer *g

Corrupt to the bones.

Und dass mir keiner glaubt, das habe nichts mit dem Kornblumenverein zu tun. Diese Geisteshaltung IST der Kornblumenverein.

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Butterkeks
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...

Glaubst ja wohl nicht ernsthaft, dass das in anderen Parteien anders läuft? Auf die Kohle sinds alle scharf, alles andere ist egal.

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AufmerksamerGrazer
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Soll das eine Ausrede sein?

Ich glaube nicht, dass Sie das so einfach behaupten können, denn dann hätten wir viel mehr solche Anklagen schon prozentuell zu der Anzahl der Politiker bei Schwarz, Rot und Blau. Mir scheint eher, dass das eine bequeme Ausrede für Blau-Fans, die jetzt erkennen müssen, dass die von ihnen gewählte Partei korrupter ist als die beiden, die sie in der Opposition immer so angegriffen haben.

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Planck
3
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Naja,

dass der Staat als Beute betrachtet wird, ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal dieser seltsamen Gruppierung.

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schadstoffarm
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Dann sind die Blauen

einfach nur so viel depperter weil sie sich so oft erwischen lasen ?

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umo10
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Das perfekte Geheimnis

Warum wohl hr Dobernig damals sein Handy + Akten in die glan geworfen hat ;-)

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lieschenmueller
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Warum wohl?

Weil er gerade keine Ö3-Wundertüte zur Hand gehabt hat?

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rkobald
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Ja,

da es die Wundertüte leider nur ab November gibt .....

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joe1406
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Gebührende Strafe über Umwege

Ziemlich bezeichnend für FPÖ Wähler - eine "bsoffene Gschicht" mit perversem Demokratieverständis (auch mit über ein Promille) war nicht so schlimm. Aber wenn es um ein paar Euros geht die "unrechtmäßig bezogen" werden, ist der Ofen aus.

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