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FPÖParteiausschluss von Strache vertagt

Die Wiener FPÖ hat die Entscheidung über den Ausschluss von Heinz-Christian aus der FPÖ vertagt. Man wolle weitere Zeugen hören, auch eine Aussage von Strache selbst sei möglich. Strache selbst will noch keine Einladung erhalten haben.

Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache
Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Der Vorstand der Wiener FPÖ hat gestern über den Parteiausschluss von Heinz-Christian Strache beraten, aber eine Entscheidung vertagt. Man wolle weitere Zeugen hören und eventuell auch Strache selbst zu Wort kommen lassen, hieß es in der ZiB 2. Strache selbst ließ den ORF wissen, er habe noch keine Einladung erhalten, habe aber keine Provokation im Sinn gehabt und wolle gerne vor dem Parteivorstand aussagen.

„Wir haben Heinz-Christian Strache gemeinsam zum Parteichef gewählt und entscheiden auch über das weitere Vorgehen gemeinsam“, sagt Veronika Matiasek, die Stellvertreterin des designierten Wiener Parteichefs Dominik Nepp. Der Druck, endgültig mit Heinz-Christian Strache zu brechen, steigt ständig. FPÖ-Chef Norbert Hofer sprach sich bereits für einen Parteiausschluss aus. Auch Klubobmann im Parlament Herbert Kickl machten sich bereits für einen Parteiausschluss stark. Die freiheitlichen Länderchefs Darmann aus Kärnten, Svazek aus Salzburg, Haimbuchner aus Oberösterreich, Abwerzger aus Tirol und Bitschi aus Vorarlberg fordern ebenfalls den Bruch mit Strache. Lediglich der burgenländische Parteichef Johann Tschürtz riet zur Vorsicht.

In der Wiener Landespartei ist man zögerlich, teils aus Loyalität zum langjährigen Parteichef, teils aus Angst vor einer eigenen Liste, mit der Strache bei der Wien-Wahl im kommenden Jahr antreten könnte. Gewichtige Blaue wie der Simmeringer Bezirksvorsteher Paul Stadler distanzierten sich aber ebenfalls deutlich von Heinz-Christian Strache.

FPÖ-Landesgruppen für Straches Parteiausschluss

Aus den Bundesländern kommen indes klare Stellungnahmen der Freiheitlichen für den Parteiausschluss. "Je früher ein Trennstrich gezogen wird, desto besser", sagte etwa Kärntens FPÖ-Obmann Gernot Darmann zur APA. "Für die FPÖ Kärnten erübrigt sich jede weitere Diskussion, Strache ist aus der FPÖ ausschließen." Im Büro des oberösterreichischen FPÖ-Landesparteichefs Manfred Haimbuchner verwies man darauf, dass dieser schon mehrmals einen Ausschluss gefordert hatte. "Eine endgültige Trennung ist unumgänglich", bekräftige man dort am Mittwoch.

Auch der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger sprach sich für einen Parteiausschluss Straches aus. "Das ist ein längst überfälliger Schritt. Es tut mir sehr leid, dass es so enden muss", sagte er im Gespräch mit der APA. Man habe dem langjährigen Frontmann viele Möglichkeiten gegeben, sich zu besinnen und Zugeständnisse gemacht - auch aufgrund dessen unbestrittener Verdienste. Doch seit geraumer Zeit sei Strache "nicht mehr zugänglich". "Er hat Einflüsterer, die nichts Gutes mit ihm im Sinne haben", erklärte Abwerzger. Er glaube, dass Strache schon seit längerem an einer eigenen Partei oder Liste bastle. "Doch das wird eine Totgeburt sein. Er ist kein Jörg Haider. Er steht alleine da."

Bekräftigt wurde seine Forderung nach einem Parteiausschluss Straches am Mittwoch auch von Vorarlbergs FPÖ-Landesparteiobmann Christof Bitschi. "Ich habe bereits vor Wochen gefordert, dass hier ein klarer Trennstrich gezogen wird. Durch das inakzeptable Verhalten wurde der FPÖ und schlussendlich dem Land großer Schaden zugefügt, und ich erwarte, dass hier jetzt endgültig die notwendigen Konsequenzen gezogen werden", unterstrich Bitschi. Das sei erforderlich, "damit wir alle gemeinsam wieder den freiheitlichen Erfolgsweg einschlagen können", so der Vorarlberger FPÖ-Chef.

Auch Salzburgs FPÖ-Chefin Marlene Svazek sprach sich klar für Straches Parteiausschluss aus: Es führe "kein Weg mehr daran vorbei", Strache aus der Partei auszuschließen, sagt die Salzburger Politikerin gegenüber dem ORF Salzburg. "In Wahrheit hätte man diesen Schritt schon vor zwei bis drei Monaten machen müssen. Die Vorkommnisse seit Mai waren so gravierend für die gesamte Partei, dass man nicht mehr darüber hinwegsehen kann." Und sie habe den Eindruck, dass Strache den Parteiausschluss provoziere, so Svazek: "Eine eigene Liste in Wien zu gründen, das steht schon länger auf seiner Tagesordnung. Jetzt geht es darum, wer den ersten Schritt macht, und wie er sich dann bestmöglich als Opfer inszenieren kann."

Strache-Befürworter warnt vor Spaltung

Rückendeckung bekam Strache am Mittwoch neuerlich vom Wiener Gemeinderatsmandatar Karl Baron, der bereits am Vortag für ein Comeback Straches eingetreten war: Darüber soll bei einem Parteitag im März abgestimmt werden, um eine Spaltung der Partei zu verhindern, sagte er im Ö1-"Mittagsjournal". "Wenn es zu keiner Einigung kommt mit Heinz-Christian Strache, wenn man ihm nicht die Möglichkeit gibt, dass er beim Parteitag der Freiheitlichen Partei sich einer demokratischen Wahl stellen kann, dann läuft die Sache tatsächlich aus dem Ruder und dann ist die Spaltung mehr als wahrscheinlich."

 

Kommentare (24)

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fortus01
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Wie ist

das jetzt eigentlich mit dem Durchgriffsrecht vom Kreide Norbert, hätte er nicht nicht (dunkle) Macht, den Parteiausschluss alleine anzuordnenund durchzuführen ?
Aber da hat er doch noch ein bisschen Angst vor der direkten Konfrontation mit HC.

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himmel17
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Gegenseitige Klagen liegen in der Luft

Wenn sich Strache und die FPÖ vor Gericht treffen werden, dann wird uns - im Vergleich dazu - Simmering gegen Kapfenberg - wie eine Kindergeburtstagsfeier vorkommen. Dann würden wir wahrscheinlich von Unglaublichkeiten erfahren, von denen wir nicht einmal gewusst haben, dass diese überhaupt denkbar sind.

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duerni
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Parteien haben sich verselbstständigt - sie sind zu ..........

.... Selbstbedienungsläden verkommen. Diese aufgeblähten Apparate haben viel zu viele "Mitarbeiter/innen", die Geld kosten. Unser Steuergeld. ALLE diese Gruppen, genannt "Parteien" sind gesponserte Vereine, deren "Leistungen" in keinem Verhältnis zu deren Kosten stehen. Was der Staat braucht ist eine Führung - wie ein Unternehmen - ein sozial geführtes. Die Politiker haben doch keine Expertise, um unsere Problem zu lösen - dazu müssen sie ohnehin sündteure Analysen und Lösungsansätze einholen.
Der Bundespräsident hätte eine neue Aufgabe: Ausschreibung der Ministerposten - Objektivierung - Bildung und Angelobung einer echten Regierung, die das Regieren auch KANN!

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fans61
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Moral ist in der FPÖ ein Fremdwort.

Nur noch beschämend was diese blaue Truppe da aufführt.

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Geerdeter Steirer
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Ja da ist der Allerwerteste auf Grundeis bei den selbsternannten "Heimatparteilern" !

Da sind noch sehr viele Dinge und Ungemach im Köcher, da herrscht intern einiges gegensätzliches vor da es wie immer um Machtspielchen geht, eines ist gewiss wenn "alles" auf den Tisch gelegt wird dann werte Bürger kommt euch das Grauen (ausser den blinden Fanatikern) !!

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leben123
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HOSEN VOLL

Da haben wohl einige "Freunde" in der FPÖ die "Hosen voll"! Bei Straches Ausschluß würde er wohl auspacken und dann.....??

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Hieronymus01
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Eine Partei wie jede andere!

So war die Kurzzusammenfassung des Vorberichts der Historikerkommision.

Glaub kaum dass eine andere Partei bei so einem Skandal von ihren Exobmann noch an dem Verbleib zweifeln.

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Whitesands
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Tja,

HC weiß zuviel und ist inzwischen unberechenbar... den Effen geht der A.... auf Grundeis, auf gut deutsch ;-)

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Mein Graz
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Memmen!

.

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schteirischprovessa
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Da hat sich die Kleine in der Printausgabe

selbst übertroffen: Seite 5 rechts oben Header "FPÖ in der Krise"; Artikel darunter: Der Kaiser-Brief zur Krise.
Ein freudscher Verschreiber?

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X22
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Das solltens sich fragen, für den zusammengewürfelten Halbwissenserguss

:)
Aja, das würde mich interessieren, welchen Charakter gebens der Kleinen oder tun sie sich schwer dabei, weil's einfach zu viele sind

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georgXV
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???

die FPÖ hat einfach Angst und ist zu feige den HC aus der Partei auszuschließen, weil er demnächst mit der StPÖ (Strache Partei Österreichs) bei zukünftigen Wahlen antreten wird.

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Balu1312
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Und

Wer wählt die?

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satiricus
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Er hat wohl noch genügend Hardcore-Fans,....

... deren IQ nicht viel höher sein dürfte als die heutige Lufttemperatur :-))

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Whitesands
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Balu

Ca. 44000 Anhänger ;-)

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georgXV
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genauso ist es !!!

LEIDER ...
Wahrscheinlich werden es sogar noch mehr als 44000 Anhänger sein.
Selbst den verstorbenen Sonnenkönig würden heute noch immer einige Zigtausend Wähler wählen.

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fortus01
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Ich glaube,

der Herr Baron weiß am besten, was der ehrenwerte Herr Strache alles weiß, vielleicht kennt er ja den Akt, den der HC beim Notar hinterlegen wollte, besser.
Wird spannend, wenn der HC auspackt!

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Civium
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Alle die ihn vor einem Jahr noch

hochjubelten schmeissen ihn jetzt raus, vielleicht denken sie auch über sich selbst nach!!

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Stadtkauz
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Nur der Esel wehrt sich

dazu zu lernen.

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malsehen
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Tatsache

ist, dass bestimmt sehr viele Politiker in die Ibizza-Falle gegangen wären, aber man hatte es nur auf Strache abgesehen. Und Tatsache ist auch, dass Hofer Strache nicht das Wasser reichen kann.

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ffld
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keinen Sinn...

am besten wäre, man löst die ganze Partei auf.
Was haben sie dem Staat geholfen?
Mir fallen nur "Einzelfälle", Staat verkaufen, Geld hinterziehen usw. ein.
Bitte liebe FP-Wähler, schreibt hier, was diese Partei für euch getan hat.
Nur meinen Kommentar mit rot zu bewerten ist keine Lösung.
Strengt eure Gehirnzellen an, und diskutiert !!!

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Stadtkauz
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Bescheidene Frage

Was hat die SPÖ gemacht außer Schulden? Jahre lang an der Macht und jetzt in einem Zustand, dass sie eine Wahl nach der anderen verliert und nicht einmal aus der Sache Strache einen Nutzen ziehen kann. Nur immer bei den Anderen die Schuld für das eigene Versagen zu suchen, ist zu wenig. Das Wahlvolk hat das auch ganz eindeutig bestätigt.

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tomtitan
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Geh mit Gott - aber BITTE geh!!!

Eigentlich sollte man selber wissen wann es Zeit ist, sich zu vertschüssen!

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Lodengrün
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Und vielleicht

kann er Hofer, Kickl, Vilimsky, Hafenecker, Steger,.......gleich mitnehmen. Erwarte mir ohnehin dass HC ob dieser Aktion wild um sich schlägt und auszupacken beginnt.

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