Was passierte mit dem Laptop von Christian Pilnacek, nachdem der suspendierte Sektionschef 2023 tot aufgefunden worden war? Es ist eine der Fragen im Pilnacek-U-Ausschuss, zu denen der Unternehmer Christian Mattura Antworten liefern könnte. Am Donnerstag wird er von den Abgeordneten befragt.
Bekannt wurde Mattura, ehemals BZÖ-Politiker, als Urheber des sogenannten „Pilnacek-Tapes“, das wenige Monate nach dem Tod des Spitzenbeamten seinen Weg an die Öffentlichkeit fand. Angefertigt wurde die heimliche Aufnahme im Sommer 2023 in einem Wiener Innenstadtlokal. Pilnacek berichtet darin von Interventionsversuchen der ÖVP in Verfahren, genannt wird unter anderem der damalige Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. Unklar ist allerdings, ob die Aufnahme Teil des Untersuchungsgegenstandes ist und entsprechend Fragen dazu gestellt werden dürfen.
Auch Journalist Nikbakhsh wird befragt
Später landete offenbar Pilnaceks Laptop bei Mattura. Dieser kennt Anna P., Mitbewohnerin von Pilnaceks Vertrauten Karin Wurm, aus seiner Jugend. Anders als andere persönliche Gegenstände Pilnaceks, wie etwa dessen Handy, wurde der Computer nicht von der Polizei abgeholt und der Witwe des Verstorbenen übergeben. Erst über Umwege fand er schließlich den Weg zur WKStA. Ein IT-Techniker berichtete am Mittwoch im U-Ausschuss von Anzeichen, dass von dem Computer Daten gelöscht und abgezogen wurden.
Den Anfang macht am Donnerstag der Journalist Michael Nikbakhsh, der intensiv zur Causa Pilnacek recherchiert hat. Der U-Ausschuss beschäftigte sich bereits mit der Aufzeichnung eines Gesprächs im Dezember 2023, an dem neben Nikbakhsh auch Wurm und P. teilnahmen. P. spricht darin etwa davon, dass der heutige Bundespolizeidirektor Michael Takacs ihr empfohlen habe, Pilnaceks Laptop verschwinden zu lassen. Mittlerweile distanziert sich P. von den Aussagen. Sie habe damals die Unwahrheit gesagt, möglicherweise, um interessant zu wirken, sagte sie im Februar im U-Ausschuss.