Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) kann sich ein „Recht auf Mehrstunden“ vorstellen, um der hohen Teilzeitquote in Österreich zu begegnen. Ausgelöst wurde die Debatte kürzlich durch Äußerungen von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Er habe „überhaupt kein Verständnis“ für Teilzeitarbeit, wenn es keine Betreuungspflichten oder gesundheitlichen Einschränkungen gebe, erklärte dieser und forderte eine Diskussion darüber, wie Teilzeit weniger attraktiv werden könne.

Im Ö1-„Mittagsjournal“ betont Schumann nun, man müsse sich „Teilzeit gesamt ansehen“. Etwa im Pflegebereich sei für viele Beschäftigte Vollzeit aufgrund der hohen Arbeitsbelastung nicht schaffbar. Außerdem seien es besonders häufig Frauen, die einer Teilzeitarbeit nachgehen; viele von ihnen würden allerdings gerne mehr oder sogar in Vollzeit arbeiten.

Deshalb schlägt Schumann einen gesetzlichen Automatismus vor, aus dem ein „Recht auf Anheben der Stunden“ resultieren soll. Wer über einen bestimmten Zeitraum hinweg – die Ministerin kann sich etwa drei Monate vorstellen – mehr Stunden arbeitet als eigentlich vorgesehen, soll die Möglichkeit bekommen, auf ein größeres Stundenausmaß oder Vollzeit aufzustocken. Im Regierungsprogramm ist eine solche Maßnahme allerdings nicht verankert.