Nach sechs Jahren hat die App „digitales Amt“ einen neuen Anstrich bekommen. „ID Austria“ heißt die Anwendung jetzt, in der unter anderem Dokumente mittels Handysignatur unterschrieben werden können. Die Neuerung wurde am Dienstag von Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) vorgestellt. Er sieht einen „bedeutenden Schritt“ in der Weiterentwicklung digitaler Behördenwege.
Vorerst kommen allerdings kaum neue Funktionen dazu, Ausnahme ist eine Änderung bei der Anmeldung beim Öffnen der App. Diese ist jetzt nicht nur mittels Fingerabdruck, sondern auch über das Gerätepasswort möglich. Insgesamt sei die neugestaltete App aber „leicht verständlich, sicher und alltagstauglich“, sagt Pröll. So soll die neue Version übersichtlicher und nutzerfreundlicher sein, offene Signaturen etwa seien auf einen Blick zu erkennen. Auch hofft man, zuvor bestehende Probleme bei der Anmeldung in der App so weit wie möglich ausgeräumt zu haben.
Kein Behördengang zur Aktualisierung nötig
Mit Ende Mai ist die neue App gestartet. Wer das alte digitale Amt installiert hat, kann die Anwendung über den Apple App Store oder den Google Play Store aktualisieren. Zur Anmeldung muss man einmal mit der Handysignatur unterschreiben, ein Behördengang ist nicht notwendig. Weiterhin getrennt in einer eigenen App bleiben die „eAusweise“.
Grundsätzlich dient die ID Austria dazu, die eigene Identität digital zu bestätigen und Behördenwege über das Handy zu erledigen. Mittels digitaler Signatur kann etwa ein Wohnsitz angemeldet oder ein Volksbegehren unterschrieben werden. Wer noch keine ID Austria hat, kann sich diese, vergleichbar mit einem Reisepass oder Personalausweis, bei einer Behörde ausstellen lassen, Kosten fallen keine an.
EU-Verordnung ab 2026
Pröll betont, dass die neue Version der App nur ein „Zwischenschritt“ sei, die ID Austria würde laufend erweitert werden. 2026 tritt dann die EU-eIDAS-Verordnung in Kraft, die vorgibt, dass die Mitgliedstaaten ihren Bürgerinnen und Bürgern eine Brieftasche für eine digitale Identität zur Verfügung stellen müssen. Ziel ist auch die gegenseitige Anerkennung der elektronischen Identifizierungsmöglichkeiten zwischen den Mitgliedsstaaten. Österreich sei bei der Umsetzung mit der ID Austria und den digitalen Ausweisen bereits „Spitzenreiter“, sagt Pröll. Sollte es nötig sein, könne man die bestehenden Anwendungen jederzeit „konkretisieren“, um den EU-Vorgaben gerecht zu werden.
Über den Sommer plant das Staatssekretariat eine „Servicetour“ durch alle Bundesländer, bei der Interessierte eine ID Austria erstellen lassen können. Mitgebracht werden müsse nur ein gültiger Lichtbildausweis. Die konkreten Stationen sollen kommende Woche kommuniziert werden.