Das Ende des Zweiten Weltkriegs, die Niederlage des Faschismus und die damit verbundene Befreiung Österreichs vom NS-Regime vor 80 Jahren steht dieser Tage im Fokus zahlreicher Erinnerungs- und Gedenkveranstaltungen. Bei einer Ausstellungseröffnung auf dem Wiener Heldenplatz verurteilte der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien, Oskar Deutsch, den steigenden Antisemitismus. Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, appellierte an die Polizei, weiterhin gegen rechtsextreme Gruppierungen vorzugehen.

„Wir würden sehr gerne hier stehen, um 80 Jahre Befreiung hier unbeschwert zu feiern“, sagte Deutsch bei der Ausstellungseröffnung - „aber leider wurde der Ungeist der Nationalsozialisten, das Herrenmensch-Gedenken, der Antisemitismus, die Feindseligkeit gegenüber allem, was vermeintlich anders als man selbst ist, nicht besiegt“. In Österreich und weltweit wüte ein „enthemmter Antisemitismus, der Menschen in Gefahr bringt“, so der IKG-Präsident weiter.

Rechtsextreme und Islamisten als Bedrohung für Juden

„Es sind nicht nur die Rechtsextremen, die Nazis huldigen und in Kellern über Vergasungen singen“, betonte Deutsch. Es seien auch islamistische Regime und Gruppen, die Juden dämonisieren und den jüdischen Staat vernichten wollten. Dieser Hass sei nicht neu. Er sei „die Kontinuität des Vernichtungsantisemitismus der Nazis“, der unter anderem vom iranischen Regime, der palästinensischen Terrororganisation Hamas und dem islamischen Jihad fortgeführt werde.

Ganz auf die heimische rechtsextreme Szene hatte sich zuvor Mernyi konzentriert. Er zeigte auf dem Wiener Heldenplatz ein Polizeibild eines ausgehobenen Waffenlagers in Niederösterreich. „Das “Niemals Wieder' beginnt mit dem konsequenten Vorgehen gegen Rechtsextreme“, appellierte er an die Exekutive, die weiterhin gegen derartige Zellen vorgehen müsse. Mit der Aktion will das MKÖ die Bedeutung des Heldenplatzes als Ort des Gedenkens unterstreichen. Zu sehen sind Transparente mit Fotos von KZ-Überlebenden und deren Zitate. Einer der Überlebenden ist Mark Olsky, der auch persönlich bei der Eröffnung war.

Weiter geht es am Montag mit einer Gedenkveranstaltung des Parlaments. Obwohl diesmal der Zweite Nationalratspräsident Peter Haubner (ÖVP) und nicht der Freiheitliche Präsident Walter Rosenkranz dabei den Vorsitz führt, werden Deutsch und Mernyi nicht anwesend sein. Rosenkranz soll sich zumindest im Publikum befinden.