Herbert Kickl kam nicht alleine in die Hofburg. Als der FPÖ-Chef am Montag Bundespräsident Alexander Van der Bellen einen Besuch abstattete und die Präsidentschaftskanzlei mit einem Regierungsbildungsauftrag in der Tasche verließ, wich ihm der niederösterreichische FPÖ-Klubobmann Reinhard Teufel nicht von der Seite. Zwar bekommt die Öffentlichkeit außerhalb Niederösterreichs Teufel selten zu Gesicht, doch der 45-Jährige gilt seit Jahren als wichtiger Vertrauter des heutigen FPÖ-Obmanns. In Kickls Zeit als Innenminister leitete er dessen Kabinett.
Für die Freiheitlichen ist der Niederösterreicher, der in seinem Umfeld als genau und fleißig gilt, sowie für seinen „pointierten“ Humor bekannt ist, seit fast zwei Jahrzehnten tätig. Drei Jahre nach seinem Abschluss eines Studiums der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften begann er 2007 als Fachreferent im blauen Parlamentsklub für die Partei zu arbeiten, außerhalb der Politik hat der vierfache Vater den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb mit eigenem Wald übernommen und hat 2017 die Försterprüfung absolviert. Auch die Religion spiele in seinem Leben eine Rolle, heißt es aus Teufels Umfeld, der sonntägliche Kirchgang und das Beten mit der Familie würden für den Klubchef dazugehören. Neben dem Kameradschaftsbund Gersten, dem übrigens auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner angehört, ist Teufel zudem Mitglied in der Innsbrucker Burschenschaft Brixia – für Kickl kann er damit auch als Bindeglied zum Burschenschafterflügel der Freiheitlichen fungieren.
Dass Teufel in etwaigen Regierungsverhandlungen an Kickls Seite eine Rolle spielen wird, ist zu erwarten. Dass er im Anschluss für ein Ministeramt zur Verfügung stehen würde, gilt indes als weniger wahrscheinlich. Bereits nach der Nationalratswahl im Herbst hat Teufel sein Mandat nicht angenommen und sich für den Verbleib in Niederösterreich entschieden.