„Sie befinden sich im Auge des Sturms“: Für die arabischen Golf-Staaten sei der Krieg „ein Horrorszenario, das sie unter allen Umständen vermeiden wollten“ sagt Sebastian Sons, Experte für die Golf-Region bei der Bonner Denkfabrik Carpo, der Kleinen Zeitung: Auf der einen Seite führen Israel und die USA ihren Feldzug gegen den Iran buchstäblich über ihre Köpfe hinweg. Auf der anderen Seite feuert der Iran seine Raketen auf arabische Staaten, damit diese die USA bewegen, die Angriffe einzustellen.
Die Araber seien keinesfalls mit den israelisch-amerikanischen Angriffen einverstanden, sagt Sons. Sie versuchten bis zuletzt, die Konfrontation zu verhindern. Im Jänner hatten sie erfolgreich bei US-Präsident Donald Trump interveniert, der schon damals drauf und dran war, den Angriffsbefehl zu geben. Diesmal reichte ihr Einsatz nicht aus. Israel und USA schlugen einen Tag nach einem Besuch des omanischen Außenministers und Iran-Vermittlers Badr bin Hamad al-Busaidi bei Trumps Vize JD Vance los, um die Islamische Republik zu stürzen.
Ringen um Stabilität
Führende arabische Staaten wie Saudi-Arabien, VAE und Katar haben zwar auch nicht viel für das Teheraner Regime übrig. Doch ihnen ist vor allem Stabilität wichtig, besonders nach den letzten zwei Jahren, die der Region eine Krise nach der anderen bescherten. Der Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 und der anschließende Gaza-Krieg, der Krieg im Libanon, der Umsturz in Syrien und der kurze israelisch-amerikanische Krieg gegen den Iran im vorigen Jahr – all das war Gift für Länder, die ihre Wirtschaft modernisieren und für internationale Anleger attraktiv machen wollen. Jetzt kommt der neue Krieg.
Saudi-Arabien, Katar und die VAE wetteiferten bisher um Urlauber und Anleger. Fußball-Weltmeisterschaften, Konzerte internationaler Stars und riesige Bauprojekte sollen helfen, das Ölzeitalter zu überwinden. Nun müssen nicht nur Dubai und die VAE zuschauen, wie alles in Scherben fällt.