Wie sehr Elon Musks wirtschaftliches Wohl auch an Donald Trump hängt, zeigt allein der Tesla-Aktienkurs. Nachdem Trump zum 47. US-Präsidenten gewählt wird, geht es steil nach oben, am Tag der Angelobung knapp drei Monate später sind die Papiere des E-Autopioniers fast das Doppelte wert. Die Finanzwelt glaubt fest daran, dass die politische Zusammenarbeit zwischen Musk und Trump auch wirtschaftliche Vorteile für Tesla bringen wird.
Der US-Präsident ist es dann auch, der dem gebürtigen Südafrikaner aus der Patsche hilft, als es nicht so läuft wie geplant und die Kombination aus schlechten Unternehmensnachrichten und Musks rücksichtslosem Auftreten als oberstem US-Kostensenker zu einem massiven Kurssturz führt. Trump veranstaltet auf dem Rasen vor dem Weißen Haus eine Tesla-Verkaufsshow, die Aktien ziehen in der Folge wieder an.
Musk zwischen allen Stühlen
Der nun ausgebrochene Streit mit Trump ist für den weltweit reichsten Mann daher nicht nur wegen der zahlreichen Regierungsaufträge, die Musks Raumfahrtfirma SpaceX bekommen hat, ein massives wirtschaftliches Risiko. Denn nach den liberalen Wählerschichten, die jahrelang zu den größten Tesla-Käufergruppen gehörten, hat Musk nun auch die Trump-Anhänger vergrätzt. Die Mitglieder der Maga-Bewegung kaufen traditionell zwar am liebsten Pick-Ups mit dicken V8-Motoren, Trumps Werben für Tesla hatte aber auch hier für einen zumindest kleinen Umschwung gesorgt.
Sollte Tesla an der Börse nun nochmals deutlich einbrechen, könnte das für Musk zu gefährlichen Kaskadeneffekten führen. Denn viele Kredite sind mit Aktien besichert, fällt der Kurs unter einen bestimmten Wert, müsste Musk dann aus seinem geringer werdenden Vermögen nachschießen.