Es kommt nicht oft vor, dass man am Ende einer Amtszeit so häufig an deren Beginn erinnert wird, wie das derzeit bei Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen der Fall ist. Zur Erinnerung: Bei den EU-Wahlen 2019 hatte sie gar nicht kandidiert und war, zu ihrer eigenen Überraschung (und noch mehr jener des tatsächlichen Spitzenkandidaten und Parteikollegen Manfred Weber) plötzlich von den Staats- und Regierungschefs auf Initiative von Emmanuel Macron aus dem Hut gezaubert worden. Das EU-Parlament zeigte sich mehr als irritiert. Am Ende wurde von der Leyen mit nur neun Stimmen Überhang (von damals insgesamt 750) bestätigt.
Ursula von der Leyen
Riskantes Pokerspiel um den mächtigsten Job
Analyse.
Ursula von der Leyen strebt eine zweite Amtszeit an der Spitze der EU-Kommission an. Das bedeutet eine permanente Gratwanderung zwischen den Lagern. Ob der Plan aufgeht, bleibt bis zur letzten Sekunde fraglich.
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