OberösterreichGroßfamilie wütete in Spital: Personal erhält jetzt Pfefferspray

Portier erzählt jetzt, wie er die wütenden Angehörigen einer Coronapatientin im Spital in Kirchdorf (OÖ) gerade noch stoppen konnte - er hatte richtig Angst. Spitalsbetreiber reagiert und rüstet Personal mit Pfefferspray aus. Außerdem sollen Schleusen umgebaut werden.

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© OÖG
 

Weil die türkische Großfamilie nur in Zweiergruppen zu ihrer Verwandten gehen durfte, die auf der Intensivstation des Klinikums Kirchdorf (OÖ) im Sterben lag, drehten die Angehörigen durch. Sie verwüsteten den Eingangsbereich und die Portiersloge, gingen auf medizinisches Personal und den Portier gewalttätig los.

"Mir blieb kaum Zeit zu reagieren, ich konnte gerade noch die Tür hinter mir versperren, dann sind sie schon auf mich los", erzählt der Portier am Tag nach den gewalttätigen Tumulten der "Krone". Eine junge Kollegin war verletzt worden. Er habe richtig Angst gehabt. Die türkische Großfamilie wollte die Covidstation stürmen. Sie sollen auch behauptet haben, die Geräte wären absichtlich abgestellt worden. Die 67-jährige Coronapatientin ist gestorben.

Ab sofort Securitys eingesetzt

Der oberösterreichische Krankenhausbetreiber OÖ Gesundheitsholding GmbH (OÖG) setzt ab sofort in allen Kliniken Security ein und verstärkt die Sicherheitsmaßnahmen, teilte er in einer Presseaussendung am Montag mit. Anlass ist besagter Vorfall am Klinikum Kirchdorf vom vergangenen Samstag.

Die OÖG setze nunmehr flächendeckend an allen Klinik-Standorten Security zum Schutz der Belegschaft ein. Geprüft würden weiters unter anderem baulich-infrastrukturelle Maßnahmen an den Schleusen, den Portierlogen, an allen Zugängen zu den Kliniken und die generelle Erweiterung der Alarmierungs- und Warnsysteme. Die zur Covid-Prävention eingerichteten Schleusen sollen zu einer Dauerlösung werden, denn der ungehinderte Zugang zu den Kliniken stelle mittlerweile ein großes Bedrohungspotenzial für die Klinik-Belegschaft dar. Dazu kommen Maßnahmen zum persönlichen Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie etwa das Zurverfügungstellen von Pfeffersprays oder ähnlichen Verteidigungsmitteln. Verstärkt angeboten werden sollen die bereits seit längerem laufenden Schulungsprogramme zur Deeskalation.

Zudem wird die Zusammenarbeit mit der Exekutive intensiviert.

Gewalt leider kein Einzelfall

Auch im Burgenland kam es am Wochenende aufgrund von Coronamaßnahmen zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung - diesmal in einem Zug, Opfer war ein junger Soldat aus der Steiermark.

Die Bundesheersoldaten wollten bei einem Paar im Zug eine Ausweiskontrolle durchführen, als der Mann auf den jungen Steirer losging. Mit Pfefferspray konnte er gebändigt werden. Die genauen Tatumstände sollen noch bei einer Einvernahme geklärt werden. Der Soldat erlitt leichte Verletzungen und wurde ins Spital eingeliefert.

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