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SchulöffnungLehrervertretung kritisiert Faßmanns Pläne als "grob fahrlässig"

Die Unabhängige Lehrerinnen- und Lehrervertretung übt harsche Kritik an den vom Bildungsministerium angekündigten Anti-Corona-Maßnahmen in Schulen.

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CORONA: PK ´AKTUELLES ZU DEN CORONAMASSNAHMEN´: FASSMANN
Bildungsminister Heinz Faßmann © (c) APA/HELMUT FOHRINGER
 

Die Unabhängige Lehrerinnen- und Lehrervertretung steht hinter den vorsichtigen Schulöffnungen, lehnt aber die Begleitumstände ab.  "Minister Heinz Faßmann spricht medial von Wechselunterricht, ermöglicht aber Betreuung in den Unterstufen und Unterricht in ganzer Klassenstärke in den Oberstufen. Und tut weiterhin so, als würde das Coronavirus Volks- und Sonderschulen nicht kennen", kritisiert man in einer Aussendung.

Auf Mindestabstände werde wieder verzichtet. Faßmann setze dafür auf ein nicht taugliches Testkonzept: Die sogenannten Nasenbohrtest würden "nicht einmal jede zweite Infektion erkennen" und die international beachtete Schul-'Gurgelstudie', die einen Aufschluss über das reale Infektionsgeschehen an den Schulen gebe, werde bis Ostern ausgesetzt. "Das ist grob fahrlässig und führt geradezu wieder zu Schulschließungen."

"Schule, aber mit Verstand"

Deshalb fordert die Unabhängige Lehrerinnen- und Lehrervertretung ÖLI-UG von Minister Faßmann, sich gegenüber seinen Direktorinnen und Direktoren durchzusetzen und vorzuschreiben, Mindestabstände auch in den Klassenräumen einzuhalten. Das geht, aber nur durch Halbierung der Klassen. Der angekündigte Wechselunterricht in ganzer Klassenstärke sei kein Beitrag zur Pandemiebekämpfung. Da das Ansteckungsrisiko in Innenräumen um ein Vielfaches erhöht ist, müssen volle Klassenräume ausgedünnt werden, fordert die Lehrervertretung.

Man verstehe auch nicht, warum die Schul-"Gurgelstudie" jetzt unterbrochen wird und fordert die Weiterführung dieser Großstudie durch das Team rund um Professor Michael Wagner von der Uni Wien. Die ÖLI-UG schließt sich dabei dem Virologen Christian Drosten an, der dies auch in seinem jüngsten Podcast  verlangt.

Wenn man sicheren Unterricht haben wolle, dann müsse man die Prävalenzentwicklung an den Schulen auch nach dem Lockdown verfolgen. "Gerade dieses repräsentative Studiendesign ermöglicht, dass die Wirksamkeit der 'Nasenbohrtests' und der anderen schulischen Schutzmaßnahmen wie Maskentragen bis Ostern überprüft werden kann."

Es müsse doch auch dem Bildungsminister zu denken geben, wenn die Ages bei den "Nasenbohrtest" von einer Sensitivität von gerade einmal 40 Prozent spricht, was bedeutet, dass also nicht einmal jede zweite Infektion erkannt wird. "Bei Kindern, die meist asymptomatisch sind, wird man bei der neuen Variante wohl sogar noch deutlich drunter liegen", befürchtet die Lehrervertretung. "Sicher ist was anderes."

Kommentare (18)
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gonzolo
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Komisch sind´s schon, die Eltern …

eigentlich müssten sie, wenn ihnen die Gesundheit allgemein – und die ihrer Kinder und die eigene etwas bedeuten würde – alles unternehmen, damit ihre Kinder nicht in die Schule gehen, weil es dort ein enormes Risiko gibt, dass man´s abfängt. Aber das Gegenteil ist der Fall.

Egal, ob es überhaupt Maßnahmen gibt – ob die getroffenen überhaupt was taugen – ob sie pädagogisch überhaupt was hergeben … man hat fast den Eindruck, als ginge es vielen nur darum, damit sie nur ja nicht zuhause sind.

Vielleicht sollte man sich nach dieser Pandemie (ich hoffe, dass man sie irgendwann mal in den Griff bekommt) gesellschaftspolitisch endlich einmal damit ernsthaft beschäftigt, was sich im Verhältnis von „Recht auf Bildung in der Schule“ einerseits – und „Erziehungspflicht der Eltern zuhause“ ändern sollte. Denn eines scheint klar zu sein: Durch das „günstige“ negative Stigma, das den Lehrern über Jahrzehnte reingedrückt wurde, sind sie die „Watschenmänner“ für alles – auch für die Watschen, die eigentlich die Eltern abfangen müssten …

Nixalsverdruss
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Lehrerinnen in meinem Freundeskreis ...

... sind seit rund einem Jahr im Ausnahmezustand!
Ich möchte hier wertfrei ein paar Aussagen der Lehrerinnen bringen:
a) Das ist so anstrengend, dass wir sogar am Nachmittag arbeiten müssen...
b) Mich zipft das schon so an, dass auch in den Ferien Eltern anrufen ...
c) Warum sind die Eltern nicht zuhause, wenn die Kinder Unterricht haben?
d) Ich bin schon so ausgebrannt vom Home- oder Distancelearning - ich brauch ein paar Wochen Urlaub????
e) Kommt gar nicht in Frage, dass ich auch nur einen Ferientag künftig opfere ...

Es mögen Einzelfälle sein, aber es macht einem Menschen mit 2 schulpflichtigen Kindern, insgesamt 5 Wochen Urlaub und einem Vollzeitjob (bis zu 50 Stunden die Woche - tw. Homeoffice) wirklich sehr nachdenklich....

phroni27
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Turnlehrer als Freunde??

Ich diskutiere nicht mehr, ob, wann und wieviel LehrerInnen arbeiten. Diese Unwissendensollen für einen Tag tauschen!!

gonzolo
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Na ja, Nixals …

so Lehrerbashing ist grundsätzlich mal nicht „wertfrei“ … oder?! …

himmel17
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Professionelle Teststraßen

Teststraßen mit Gesundheitspersonal oder Bundesheersoldaten mit Ausbildung an jede Schule und alles würde professionell ablaufen.

peso
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Und wieder einmal wurde es nicht allen Recht gemacht, kurz gesagt, ein neuerlicher Skandal für die Geistlosen

Heute Mittag (Ö1) kam nämlich in den Nachrichten die Meldung, dass sich die Vertreter der Kindergärten massiv aufgeregt haben, weil dort ein Gurgeltest durchgeführt werden soll und kein Nasentest. Die Lehrervertreter wollen, na was, genau das Gegenteil und sind auch empört.
Ich persönlich finde das auch grob fahrlässig, weil Fassmann das ja vorher schon im Urin hätte spüren müssen.
Ich würde es nicht so tragisch sehen, wären das nicht genau jene Berufsgruppen, die unsere Kinder aufs Leben vorbereiten bzw. lehren müssen. Und wir wundern uns Jahr für Jahr über den mäßigen Pisa-Test

SoundofThunder
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🤔

Die Gurgeltests kosten wahrscheinlich mehr.

scionescio
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Was der Herr Faßmann in Pressekonferenzen verkündet und was sich im echten Leben in den Schulen wirklich abspielt, klafft immer weiter auseinander ...

... die Testkits sind schon lange wieder aus und die Direktoren warten auf neue Lieferungen - von den versprochenen Laptops/Tabletts war bis auf ein paar Ausnahmen auch noch nichts zu sehen ... in Wahrheit herrscht das reinste Chaos, wo weder Direktoren noch Landesschuldirektion noch einen Durchblick haben - und die Lehrer, Schüler und Eltern müssen es ausbaden!

Mitreden
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Gewerkschaften

Wenigstens haben die Lehrer Gewerkschaften, die sich für sie einsetzten. Es ist eine Kompromisslösung gefunden worden, für Lehrer, Schüler und Eltern. 100% Sicherheit gibt es nicht. Wir in der Kinderbetreuung würden uns wünschen, wir hätten die gleichen Maßnahmen wie in den Schulen. Und wir hätten eine starke Gewerkschaft, die sich für uns einsetzt. Doch wir müssen alleine kämpfen und uns ständig rechtfertigen. Nicht einmal Bund und Länder interessieren sich für uns.

Hildegard11
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Alles verboten,....

...überall reintesten, nix als Abstand, aber die Schulen sind voll. Ein typ. Regierungschaos

lucie24
24
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Sollten sich

Lehrer nicht dafür einsetzen, dass möglichst rasch wieder alle in die Schule können? Leider ist das Gegenteil der Fall 😢

AloisSteindl
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Falsches Ziel

Möglichst rasch ohne Begleitmaßnahmen wieder die Schule öffnen wollen die Kreuzundquerdenker. Auch die Lehrer wollen wieder in die Schule, aber unter geeigneten Sicherheitsvorkehrungen.
Überall sonst redet man von 20m² pro Kunden, in den Schulen sind 1-2 m² pro Schüler vorgesehen. Die vorgesehenen Nasenbohrtests sind äußerst ungenau.
Die höhere Ansteckungsrate der Mutation hat sich wohl noch nicht bis in die Schulen und ins Ministerium vorgesprochen, hat Faßmann bei der Expertenrunde geschlafen?

Es wäre sehr zu hoffen, dass die ÖLI bei den nächsten Wahlern deutlich zulegt. Die derzeitigen Capos kuschen vor dem Minister und kämpfen vor allem für die Fenstertage und Dienstzulagen.

marcneum
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ÖLI-UG

Bitte verwechseln sie nicht die Meinung dieser Lehrervertretung (11% bei letzter PV-Wahl der öffentlich Bediensteten) mit der Meinung der Lehrerinnen und Lehrer in Österreich... Als Faustregel kann gelten: Der größte Teil der Lehrerinnen und Lehrer denkt und handelt im genauen Gegenteil zu den Forderungen der ÖLI-UG!

dieRealität2019
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Furchterbar, her sehen wir das Österreich und seine Menschen zur Kinderschulplficht.

Prinzipiell sind wir gegen den Minister. Eltern wollen dies nicht, aber das. Lehrer wollen die aber nicht das. Kinder wollen dies aber nicht das. Die Gewerkschaft will dies aber nicht das. Wieso dürfen die das und wir nicht? In Richtung anderer Bereiche. Wieso dürfen die das und wir nicht.
.
Blicken sie über die Grenzen wie es in anderen Gesellschaften fallweise gemacht wird. Sind die österreichischen Kinder so schwach und kränklich? Und ihre Eltern so besorgt? Nein.
.
Sie wollen schlicht und einfach mehrheitlich einfach ihre Kinder anbringen und abgeben können. Einerseits menschlich verständlich, aber hier gehts um eine Sache die weit wichtiger ist, in Endkonsequenz das Sterben einiger Mitmenschen.

Morpheus17
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Über 14 Jährige dürfen selbst entscheiden ...

Freibrief zum Schulschwänzen. Einfach großartig

Limone2
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Schade

Für mich scheint die Situation wie in der Medizin - altbewährte Medikamente werden durch Neue zum Testen ersetzt.

CloneOne
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Und weiter

geht der türkise Blindflug auf Kosten der Gesundheit.

Patriot
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CloneOne: Sie haben selbstverständlich recht,

auch wenn türkise Kampfposter, von ihren Kindern genervte Eltern und schwarz/türkise Lehrervertreter*innen ihren Beitrag disliken!
Die Pädagog*innen wären gut beraten sich von FCG und FSG zu verabschieden und zur Unabhängigen Lehrer*innenvertretung zu wechseln!
Speziell der Herr Kimberger vertritt vorrangig die Anliegen des Herrn Kurz und das auf Kosten der Lehrerinnen und Lehrer!