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Wegen DatenschutzWiener Wohnungen: Nur noch Nummern statt Namen

220.000 Wohnungen von Wiener Wohnen sind betroffen, doch andere Hausverwaltungen könnten nachziehen. Mieter hatte Beschwerde auf Basis von Datenschutzgrundverordnung eingelegt.

So sollen künftig die Klingenanlagen ausschauen © (c) APA/HERBERT NEUBAUER
 

Die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) treibt mitunter originelle Blüten: In Wien müssen nun bei allen 2.000 Gemeindebauten mit insgesamt 220.000 Wohnungen die Namensschilder an den Klingelbrettern getauscht werden. Sie werden durch neutrale Bezeichnungen mit Top-Nummern ersetzt, bestätigte ein Sprecher von "Wiener Wohnen" einen Bericht des ORF-Landesstudios Wien.

Ein Gemeindebaumieter hatte sich beschwert, dass sein Name auf der Gegensprechanlage aufscheint. "Wiener Wohnen" habe daraufhin die für Datenschutz zuständige Magistratsabteilung 63 zu Rate gezogen, die zur Erkenntnis gelangt sei, dass die Verbindung von Nachname und Türnummer tatsächlich gegen die DSGVO verstoße, so der Sprecher: "Wir müssen die standardgemäße Beschilderung also tauschen."

Abgeschlossen soll die Anonymisierung bis Ende des Jahres sein. Kostenmäßig sei es ein Nullsummenspiel, wird versichert. Denn der Tausch erfolge im Zuge von routinemäßigen Fahrten zu den Anlagen. Wer seinen Namen weiterhin auf dem Klingelschild lesen will, muss ihn selber mittels Sticker oder Zettel anbringen. Eine Bitte an "Wiener Wohnen", dies zu übernehmen oder den Tausch auf eigenen Wunsch bleiben zu lassen, bringt nichts - denn: "Wir dürfen das selbst nicht mehr."

Die Regelung betrifft nicht nur Wiener Wohnen, sondern auch andere Hausverwaltungen.

Kommentare (17)

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gorisoft
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Wieso regt's euch auf,

In ganz Südamerika, sowie Spanien, steht nur das Stockwerk und die Wohnungsnummer am Schild. Ich finde das super.

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MehrMenschlichkeit
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Neuestes Verblödungsbeispiel

Dass die Vertrottelung der Menschheit voranschreitet, wird durch mehrere Studien seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts belegt und dies hier ist wieder ein nettes Beispiel. Der Datenmissbrauch durch die großen digitalen Spieler wird durch die DSGVO nach wie vor nicht unterbunden bzw. machen sich diese Geschäftemacher über solche Lächerlichkeiten lustig. Aber Hauptsache, weder Zusteller noch Besucher finden in Hinkunft jemanden, den sie suchen, auf Anhieb. Aber dass die Menschen irgendwann nur mehr Nummern sein werden, haben ja diverse Autoren schon lange prophezeit und die Wirklichkeit holt halt die Utopie rasch ein.

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voit60
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Hat wohl einen anderen Grund

in Graz habe ich eine Klingelanlage bei einer neuen Gemeindewohnanlage gesehen, da war von den 30 Wohnungen zwei oder drei mit einem dt. Namen.

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checker43
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Welche

damit alle die strengeren Auflagen des neuen Wohnungsstadtrates erfüllt haben.

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Sol lucet omnibus
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Datenschutzexperten fassungslos:

gelbes Buch mit tausenden Namen, Adressen und Telefonnummern aufgetaucht!

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sumsi29
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So ein Schwachsinn,

Gebt euren Kindern gleich nach der Geburt eine Nummer anstatt eines Namens! Dieser ganze DSGVO Schwachsinn ist so nötig wie ein Wimmerl am Po, weil es diejenigen, die für einen vernüftigen Datenschutz sorgen sollten, sowieso nicht trifft und für alle anderen ist es nichts, ausser mühsam.

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paulrandig
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Meine Güte, sumsi29

Man könnte geradezu glauben, die Welt ginge unter!
Mir ist es lieber, ich werde einmal zu oft gefragt, ob jemand meine Daten verwenden darf, als 2.000 mal zu wenig.
Wenn ich gerne meinen Namen an der Klingel habe, ist das in fünf Minuten erledigt. Wozu das Rascheln im Blätterwald? Es verbietet mir ja niemand.

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paulrandig
2
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Vorschlag für die Zukunft:

Jeder Mietvertrag bekommt einen Zusatz nach der Unterschrift und bei Zustimmung extra zu unterschreiben: "Ich bin damit einverstanden, dass mein Familienname vom Vermieter am Klingelbrett des Hauses sichtbar angeführt wird. Diese Vereinbarung kann jederzeit schriftlich widerrufen werden, woraufhin bei der nächsten Begehung der Name entfernt wird."
Dieser Zusatz könnte auch jetzt schon per Post von der Hausverwaltung angestoßen werden.

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Jodl
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Grüß Gott, Frau Top 12

Wir sind alle nur noch eine Nummer. Hauptsache anonym.

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2franky2
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Datenschutz

Gott sei dank. Es lebe Datenschutz.Was haben wir sonst noch für Probleme..........

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Sam125
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Datenschutz

Nun ist es endgültig soweit, dass wir nichteinmal mehr Namen haben und uns bald nicht mehr gegenseitig mit unseren Namen ansprechen dürfen, oder können, und alles um uns herum in die Anonymität abrutscht! Doch nur, ein Knopfdruck am Computer genügt, um auch wirklich ALLES, über jeden Einzelnen von uns zu erfahren!!!

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weinsteirer
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ist

telefonbuchlesen jetzt auch schon eine straftat?

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silentbob79
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Dann wirds aber schwierig mit Amazon Bestellungen

DHL Lieferungen dürfen nämlich lt. deren AGB nur dann zugestellt werden, wenn der Empfängername oder Firmenname (wenn man es sich ins Büro zustellen lässt) sowie die Hausnummer am Haus angebracht ist ...

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anzughildbert
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Weit hergeholt

ist es von mir jetzt, aber wenn man bei seiner Amazon Bestellung jetzt dann bei der Adresse jetzt dann das "Top X" hinzufügt dann ist es wieder zustellbar denn der "Name" der jetzt draussen angebracht ist ist eben "Top X", und dadurch kann man die Bestellung zuordnen...
Glaube ich...

Aber das sich wer die ABGs bei DHL durchgelesen hat, meinen Respekt!!!

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silentbob79
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Nicht direkt durchgelesen

aber das wurde mir mal von der Supporthotline als mögliche Begründung genannt, dass mein Paket "nicht zustellbar" war. Der wahre Grund war eher, dass der Zusteller nicht zu uns gefunden hat ...

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kropfrob
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... oder "zu wenig Zeit hatte" ...

... (vulgo: zu faul war), die letzten 50 m zurückzulegen. Bei mir hat er das Paket einfach gut sichtbar auf den Zaunpfeiler bei der Einfahrt gestellt.

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weinsteirer
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ähhhh?

jeder darf ins grundbuch schauen wie viele schulden jemand hat - aber keiner darf wissen wer im haus wohnt?

und übrigens die briefkästen sind auch für jedermann einsichtig....oder bekommen wir jetzt statt des namens gleich eine nummer?

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