AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Zweiter Insasse verletztAir Race-Pilot Hannes Arch bei Hubschrauberabsturz in Kärnten gestorben

In der Nacht auf Freitag ist es in Heiligenblut zu einem Hubschrauberabsturz gekommen, bei dem Red Bull Air Race Pilot Hannes Arch ums Leben kam. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Obduktion des Leichnams an.

Hannes Arch beim Air Race 2014
Hannes Arch beim Air Race 2014 © APA/ERWIN SCHERIAU
 
  • Im Großglocknergebiet in Kärnten ist es in der Nacht auf Freitag zu einem Hubschrauberabsturz gekommen. Bei dem Unglück ist eine Person getötet worden. Die Polizei bestätigte, dass es sich bei dem Toten um den Red Bull Air Race-Piloten Hannes Arch (48) - ein gebürtiger Trofaiacher, der in Salzburg lebt - handelt. Arch war mit einem Privathubschrauber unterwegs.

Da die Wärmebildkamera bei der Bergung keinen Hinweis auf Überlebende gab, war man zunächst von zwei Toten ausgegangen. Doch wie sich bald herausstellte, hatte der zweite Insasse schwer verletzt überlebt.

 

Hannes Arch

Der 1967 geborene Steirer hat sich als Extremsportler einen Namen gemacht. Er war Bergsteiger, Pilot (Kunstflug, Stunt, Helikopter, Rennflugzeuge, Hängegleiter, Paragleiter), und Unternehmer. Er flog seit vielen Jahren beim Red Bull Air Race mit und holte sich als erster Europäer 2008 den Weltmeistertitel in dieser Rennserie. Er war Teilnehmer der Red Bull Air Race Series. Arch lebte in Salzburg.

Er wurde mit dem Rettungshubschrauber geborgen und ins Klinikum Klagenfurt gebracht. Bei ihm handelt es sich um einen 62-jährigen Deutschen. Er ist ein Hüttenwart auf der Elberfelder Hütte. Laut ersten Meldungen befindet er sich nicht in Lebensgefahr.

Arch hatte Lebensmittel zur Hütte geliefert. Der Deutsche wollte mit ihm zurück nach Salzburg fliegen. Beim abgestürzten Hubschrauber mit der Kennung OE-XHA handelt es sich einen Robinson R66 des US-Herstellers Robinson Helicopter mit Sitz im kalifornischen Torrance. Der leichte, fünfsitzige und einmotorige Hubschrauber ist mit einer Rolls-Royce-Turbine ausgestattet. Das Modell wurde im Jahr 2010 in Dienst gestellt, 2014 erfolgte die Zulassung durch die europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA).

Die schwarz lackierte Unfallmaschine mit einem markanten roten seitlichen Streifen war im Juni 2015 vom Einzelunternehmen von Hannes Arch registriert worden. Zum letzten tödlichen Unfall mit einem Robinson R66 kam es im Juni 2016 in Arizona. Damals kamen bei einem Absturz zwei Männer ums Leben.

Angemeldeter Flug

Die Ursache des Hubschrauberabsturzes war vorerst unklar, sagte Ewald Dorner von der Polizeiinspektion Heiligenblut: "Es war ein angemeldeter Nachtsichtflug, das Wetter war gut. Unter solchen Umständen ist ein Flug eigentlich kein Problem." Kurz nach dem Start bei der Elberfelderhütte auf 2.300 Metern Seehöhe zerschellte der Hubschrauber gegen 21 Uhr an einer Felswand und blieb in steilem Gelände liegen. Der Hubschrauber musste gesichert werden, da er drohte, weiter abzustürzen.

Foto von der Absturzstelle
Foto von der Absturzstelle Foto © APA/GERT EGGENBERGER

Drei Stunden langer Aufstieg

Mit dem Polizeihubschrauber war die Absturzstelle zuvor lokalisiert worden. Währenddessen lief ein Großeinsatz der Bergrettung an, so Dorner: "Bergretter aus Heiligenblut, Winklern und Lienz sind sofort zum Unglücksort aufgestiegen - da die Absturzstelle so abgelegen ist, dauerte der Aufstieg drei Stunden lang." Die 45 Bergretter, unter ihnen drei Notärzte, langten gegen 4.30 Uhr beim Wrack ein und sicherten es. Für Arch kam jede Hilfe zu spät.

Das Gebiet, in dem Arch abstürzte
Das Gebiet, in dem Arch abstürzte Foto © APA/JAN HETFLEISCH

"Es war ein äußerst schwieriger Einsatz", sagt Harald Rader, Ortsstellenleiter der Bergrettung Heiligenblut. Die Einsatzkräfte waren gegen Mitternacht alarmiert worden. "Normalerweise dauert der Aufstieg fünf Stunden, wir konnten es in drei schaffen", sagt Rader. Beim Wrack warteten die Einsatzkräfte dann auf den Rettungshubschrauber RK 1. Mit ihm wurde der schwerverletzte Deutsche ins Tal geflogen. Die Leiche von Hannes Arch wurde in den Morgenstunden geborgen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet.

Zweiter Insasse außer Lebensgefahr

Der zweite Insasse des Hubschraubers, ein 62-jähriger Hüttenwart aus Deutschland, wird derzeit im Klinikum Klagenfurt betreut. "Er schwebt nicht in Lebensgefahr und ist stabil. Derzeit wird er unfallchirurgisch betreut", sagt Kabeg-Sprecherin, Kerstin Wrussnig. Er liegt auf der Station Intermediate Care 2.

"Er wollte nach Salzburg mitfliegen. Dass er überhaupt mitgekommen ist, ist spontan zustande gekommen", hieß es von Seiten der Polizei.

Porträt: Hannes Arch - Flieger aus Leidenschaft

Hannes Arch ist 8. September 2016 bei einem Hubschrauberabsturz im Großglocknergebiet in Kärnten ums Leben gekommen.

 

Er war einer der "aufregendsten und ehrgeizigsten Piloten des Red Bull Air Race" und der erste Europäer, der die Weltmeisterschaft gewann (2008).

Außerdem war er ein "versierter und vielseitiger Abenteurer, der schon viele der schwindelerregendsten Berge der Welt bestiegen hat und bereits etliche Klippen als Basejumper heruntergesprungen ist".

 

"Der schönste Moment war es, mein erstes Rennen in Budapest 2008 zu gewinnen. Genau das ist dein Traum als Rennpilot - zu gewinnen", wird Arch zitiert.

Der Pilot (Kunstflug, Stunt, Helikopter, Rennflugzeuge, Hängegleiter, Paragleiter), Bergsteiger, Extremsportler und Unternehmer wurde am 22. September 1967 im steirischen Leoben geboren.

 

Seine Heimatstadt war Trofaiach. Zuletzt lebte er in Salzburg.

"Sein furchtloser Rennstil erschütterte die gesamte Flugwelt und änderte die Dynamik des Sports", so Red Bull.

Arch sei "immer fokussiert" und "fliegt höchst intensiv".

Beim Publikum war Arch sehr beliebt.

In einem Steckbrief heißt es, seine Leidenschaft war neben Bergsteigen "Abenteuer erleben".

Seit 2010 führte war Arch mit der deutschen Stuntfrau und Actionmodel Miriam Höller liiert. Er hinterlässt keine Kinder.

Ein Foto der Absturzstelle.

APA/GERT EGGENBERGER
1/12

Experten untersuchen Absturzort

Die Bergretter, die noch in der Nacht zur Unglücksstelle aufgestiegen sind, waren in der Früh wieder ins Tal zurückgebracht worden. An Ort und Stelle blieben drei Beamte, die das Wrack beaufsichtigten. Für Nachmittag wurden Experten der Flugunfallkommission am Absturzort erwartet - sie sollen den Hubschrauber untersuchen, um Details über die Unglücksursache in Erfahrung zu bringen, so ein Polizeibeamter.

Ewald Dorner im Interview

Mehr als 40 Einsatzkräfte sind unterwegs © Antenne

Besonders tragisch: Erst am Mittwoch postete Arch auf seiner Facebook-Seite die Frage, wer ihn bei den "Heli Days Austria" am Freitag vertreten könne - und zwar mit den Worten "Ich würd so gern, kann aber nicht."

"Wir sind am Boden zerstört", heißt es nun auf Archs offizieller Website. "Wir können nicht beschreiben, wie wir uns fühlen. In diesen Stunden sind unsere Gedanken bei seiner Freundin Miriam, seinen Eltern Heidelore und Johann, seiner Schwester Lisa, seinen Neffen Felix und Moritz sowie allen, die ihm nahe stehen."

Wir sind am Boden zerstört.

Hannes Archs Team

Sportler, Vereine und Fans zeigten sich auf sozialen Netzwerken sehr erschüttert über das Unglück.

Im Laufe des Vormittags gab es auch eine Beileidsbekundung von Red Bull. "Hannes war seit 25 Jahren Teil der Red Bull Familie, galt als großartiger Alpinist, lebensfroher Abenteurer und erfolgreicher Red Bull Air Race Pilot", heißt es von Seiten des Konzerns. "Wir werden seine Warmherzigkeit, Offenheit, seinen Sinn für Humor und seine unbändige Energie sehr vermissen."

Video: Ein Flug mit Hannes Arch:

In Memoriam: Ein Flug mit Hannes Arch

In Österreich kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Unglücken mit Hubschraubern. Im Folgenden eine Übersicht der schlimmsten Unfälle seit 2006.

Hubschrauberunfälle in Österreich

17. Juni 2014 - Bei einer Bundesheerübung in der Wattener Lizum in Tirol stürzt ein Hubschrauber ab. Ein Besatzungsmitglied stirbt, die beiden anderen werden verletzt.

5. April 2014 - In der oberösterreichischen Gemeinde Kirchham stürzt am Abend ein Helikopter in ein unwegsames Waldstück. Der Pilot stirbt, seine zwei Passagiere werden schwer verletzt.

30. März 2011 - Ein Hubschrauber der Flugpolizei stürzt in Tirol in den Achensee. Alle vier Insassen - drei Tiroler und ein Schweizer - kommen ums Leben. Da der zweimotorige Eurocopter 135 im Wasser versinkt, dauert es zwei Tage, bis alle Leichen geborgen sind. Das Wrack wird erst nach knapp zwei Wochen gehoben.

23. Juli 2010 - Im Gebiet von Dienten/Maria Alm bei der Bergstation auf dem Gabühel (Bundesland Salzburg) stürzt ein Hubschrauber ab, der für einen Materialtransport im Einsatz stand. Der erfahrene Schweizer Pilot kommt ums Leben.

10. März 2009 - In der weststeirischen Bezirkshauptstadt Deutschlandsberg stirbt beim Absturz eines Hubschraubers des Innenministeriums der 39 Jahre alte Pilot. Ein 49 Jahre alter Polizist und ein Bergretter (52) werden schwer verletzt.

9. Februar 2008 - Beim Absturz ihres privaten Hubschraubers im Toten Gebirge in der Obersteiermark kommen zwei oberösterreichische Piloten ums Leben.

5. März 2007 - Beim Zusammenstoß eines Lastenhubschraubers vom Typ Super Puma mit einem zweisitzigen Leichtflugzeug DA20 Katana in der Nähe von Zell am See kommen acht Menschen ums Leben. Beide Piloten hatten vor dem Unglück gesundheitliche Probleme.

10. September 2006 - Der Absturz eines Hubschraubers im Gemeindegebiet von St. Florian am Inn in Oberösterreich fordert zwei Todesopfer. Bei ihnen handelt es sich um einen Fluglehrer und seinen Schüler.

Wiener Visite der Super Constellation von Arch-Tod überschattet