Jede Hilfe zu spät kam für einen 15-jährigen Tschetschenen bei einem schweren Unfall in Traun in Oberösterreich. Der Jugendliche war in der Nähe der Traunerkreuzung mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Werbetafel gekracht und hatte sich danach überschlagen, wie die Oberösterreichischen Nachrichten berichten.

Der junge Mann hatte mit seinem weißen BMW laut Augenzeugen einen anderen Pkw überholt und danach die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Das Auto krachte nahezu ungebremst gegen die Werbetafel aus massivem Stahl, überschlug sich und kam dann schließlich in einer Böschung auf dem Dach zum Liegen.

Beifahrer bei Unfall schwer verletzt

Der 15-Jährige verstarb noch an der Unfallstelle. Seine beiden Beifahrer, ein 17-Jähriger aus Marchtrenk und ein 19-Jähriger aus Traun, wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Die Feuerwehr musste die Jugendlichen aus dem Autowrack befreien. Die Straße war aufgrund der Bergungsarbeiten mehrere Stunden lang gesperrt.

Laut Oberösterreichischen Nachrichten seien die Szenen „dramatisch“ gewesen. Das massive Aufkommen an Schaulustigen sei aber auch für die Einsatzkräfte „beispiellos“ gewesen. Obwohl die Angehörigen des toten Jugendlichen bereits an der Unfallstelle waren, hätten viele kaum Distanz gehalten. Das Kriseninterventionsteam betreute die aufgelösten Familienmitglieder.

Die Bereitschaftseinheit der Polizei stand im Einsatz, um diese im Zaum zu halten. Die enorme Zahl wurde zur Herausforderung, berichtet Sascha Hannesschläger von der FF Traun. „Wir sind Schaulustige bei Unfällen ja gewohnt, aber das gestern war einfach eine andere Dimension, die für alle Helfer ein Thema war.“ Es sei für die Feuerwehrleute ein seltsames Gefühl gewesen, von Handykameras umgeben zu sein, verriet er den OÖN.

15-Jähriger war bereits amtsbekannt

Schnell machten Gerüchte die Runde, dass „zahlreiche Freunde und Bekannte aus der illegalen Raser- und Tunerszene“ ebenfalls vor Ort gewesen seien, dies wurde aber von Polizeisprecherin Barbara Riedl dementiert, wie die OÖN berichtet. Der BMW stehe nicht in Zusammenhang mir der Raserszene und sei auch nicht in einem illegalen Straßenrennen involviert gewesen.

Was die Polizei bestätigte, ist, dass der 15-Jährige bereits wegen zahlreicher Delikte amtsbekannt war. Alleine in Linz, wo der Jugendliche gelebt hat, waren einige Anzeigen zusammengekommen. Schon mit 14 Jahren wurde der Jugendliche das erste Mal auffällig. Diebstahl, Einbrüche und unbefugter Gebrauch von Fahrzeugen – der Staatsanwaltschaft Linz liegt eine lange Liste an Delikten vor. Zu einem unbefugten Fahrzeuggebrauch könnte es auch am Donnerstagabend wieder gekommen sein, denn der BMW gehörte der Mutter des 17-jährigen Beifahrers aus Marchtrenk. Ob diese davon wusste, werde noch ermittelt. Die beiden Jugendlichen, die den Unfall überlebten, werden im UKH Linz und Kepler Uniklinikum behandelt.