Zu einem kuriosen Einsatz wurden, wie die Oberösterreichischen Nachrichten berichten, Samstagnachmittag die Einsatzkräfte der Bergrettung und Alpinpolizei per Notruf alarmiert. Ihre Aufgabe: Eine Familie wieder zusammenzuführen – konkret einen verirrten Sohn und seinen Vater. Der 58-Jährige und sein 22-jähriger Sohn hatten sich zuvor von der Bergstation aus auf die „Rumpler Runde“ begeben.
22-jähriger Sohn verpasste Ausfahrt und landete in Hallstatt
Bei der Abfahrt von der Simonyhütte verloren sich die beiden aus den Augen. Der Vater, der die Tour bereits kannte, folgte der vorgesehenen Route, die über die Gjaid Alm Richtung Krippenstein führt. Der 22-Jährige kannte die Tour hingegen nicht und übersah offenbar eine Abzweigung und fuhr in weiterer Folge über Wiesberghaus und Echerntal nach Hallstatt ab.
Sohn setzte verzweifelt Notruf ab
Schon bevor er dort ankam, hatte er einen verzweifelten Notruf abgesetzt, da er seinen Vater weder auffinden noch telefonisch erreichen konnte. Die Bergretter gabelten den 22-Jährigen schließlich auf einer Forststraße auf und brachten ihn ins Tal, wo sein Vater bereits auf ihn wartete.
Notruf am Berg: Das sind die richten Nummern
Die richtige Notrufnummer am Berg ist die 140. Damit kommt man direkt zur Bergrettung, die genau weiß, was zu tun ist. Wählt man den Polizeinotruf, muss diese den Anruf erst weiterleiten. Das kostet Zeit. Um über 140 Hilfe holen zu können muss man allerdings Empfang haben. Sollte das nicht der Fall sein, ist der letzte Anker der Euronotruf 112. Dieser wählt sich in jedes empfangbare Netz ein und ist nahezu weltweit nutzbar. Grundsätzlich ist er zudem so konzipiert, dass man auch ohne SIM-Karte und Pin-Code den Notruf wählen kann.
In Österreich ist das tatsächlich möglich, in vielen anderen Ländern wurde diese Funktion aufgrund von vielen Missbräuchen wieder abgeschafft. Etwa in Belgien, Bulgarien, Deutschland, Kroatien, Frankreich, Rumänien, der Schweiz, Slowenien und Großbritannien. Hier muss eine SIM-Karte eingelegt sein. In Österreich landet man, wenn man die 112 wählt, übrigens in einer der neun Landesleitzentralen der Polizei, die dann die zuständige Einsatzorganisation alarmieren