Generaldirektors-WahlDie ORF-Wahl und ihre schädlichen Nebenwirkungen

Am kommenden Dienstag wählen 35 Stiftungsräte den neuen ORF-Chef. Eine Wahl, die seltsame Blüten treibt und weitreichende Folgen für das Unternehmen hat.

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Wahl ist, wenn man die Wahl hat. Der Form nach können die 35 Damen und Herren aus 14 Kandidatinnen und Kandidaten wählen. Alle haben Programme vorgelegt und getan, was sonst eigentlich nur bei echten Wahlen üblich ist – Wahlkämpfe geführt. Sie traten in TV-Studios auf und ein privater Konkurrent des ORF veranstaltete gar eine „Elefantenrunde“. Eine Farce angesichts der Tatsache, dass die Entscheidung hinter verschlossenen Türen fällt. So fochten die Gäste denn schlagwortreiche Insidergefechte aus, die manches über das Betriebsklima, wenig aber über die Zukunft des ORF aussagten.

Kommentare (5)
kritiker47
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Was wird aus dem ORF

werden, wenn es den Herrn Wrabetz einmal nicht mehr gibt ? Zur Zeit haben Linkere ausreichend Spielraum und nennen sich "unabhängig". Auch der gängige Wahlmodus hat bisher allen Diesen gepasst. Nun auf einmal, wo es nicht ganz sicher ist, ob der Wunschkandidat weiterhebeln kann, soll eine Wahlreform her. Sehr durchsichtig, diese Argumentation, oder nicht ? Oder werden Einige im vom Wrabetz beschützten Bereich nervös, dass die Freunderlwirtschaften auffliegen ?

Lamax2
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Die Angst vorm Umfärben

Es wurde schon x mal gesagt " man kann nur etwas umfärben, wenn es schon eine Farbe hatte" Der ORF war eindeutig auf Linie der eher linken Reichshälfte: die wehrt sich jetzt natürlich vehement, da es diesmal eine andere Farbe werden könnte. Meiner Meinung nach gibt es kein neutrales Handeln; es hat ja jeder eine bestimmte politische Meinung im Leben.

melahide
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Wieso

Wählen nicht die GIS zahlenden den Generaldirektor? Oder die Stiftungsräte, so wie bei der AK-Wahl? Jedenfalls. Bis dato hat sich die Frau Trotzbauer nicht als „unabhängig“ gezeigt. Sie hat Peter Klien einen satirisch kritischen Beitrag verwehrt „alle müssen ihr Fett abbekommen, nicht nur der Kanzler“ und hat auch schon angekündigt, FM4 wäre „ zu spitz“. Sollte die es werden, dann gute Nacht.

kritiker47
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Hallo meladide,

ist nur link und regenbogenfarbig gut genug ? Beides soll sein, aber nicht übermächtig und alle Anderen unterdrücken zu versuchen, dann wird es schon passen, meine ich.

ikennminetguataus
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„Wieso …

… treten nicht 35 anerkannte Medienkenner zusammen und entscheiden nach ausführlichen Hearings, wer ihrer Ansicht nach am ehesten geeignet scheint, den ORF zu managen?“ fragt der Leitartikler.

Die Antwort liegt auf der Hand: Weil es nichts ändern würde. Auch Medien und Medienexperten haben keinMonopol auf Unabhängigkeit und/oder Objekivität.

Wer wäre denn dann ein zulässiger „Medienkenner“ und wer nicht? Herr Pilz, Herr Schmitt, Herr Fellner, Herr Bronner, Herr Wegscheider, Frau Dichand …?
Oder besser führende Werbefachleute, Schriftsteller, Influencer … oder wie wäre es mit Bildung, Kunst und Kultur? Oder gar das p. t. Publikum, der größte Finanzier des ORF? Was gilt überhaupt als „Medien“? - Das Gezerre und Gestreite um Stimmen bzw. schon im Vorfeld um die Auswahl und Nomnierung der „Medienkenner“ wäre absehbar.

Wie auch immer sich ein solches Gremiun zusammensetzen würde - so lange der ORF ein öffentlich-rechtliches Medium ist, das eine gesetzlich-geregelte Überlebenssteuer braucht, wird es politischen Einfluss geben und werden die jeweiligen Mehrheitsverhältnisse darüber entscheiden, wer die Führung des ORF innehat.

Bemerkenswert, dass es vor den ersten drei Amtszeiten von Alexander Wrabetz weder die Forderung nach einer geheimen Abstimmung gab noch ein Rufschaden für das Unternehmen befürchtet wurde.