Fußball hat viele schöne Seiten: Da wäre die Klammer, die dieses Spiel über die Gesellschaft zu ziehen vermag, mehr als jedes andere Spiel. Eine Klammer über alle Gesellschaftsschichten. Fußball verbindet die hohe Politik mit der Geistlichkeit, die Bourgeoisie mit der Arbeiterklasse, die kommunistische Bürgermeisterin mit dem Unternehmer, mitunter die Familie mit dem Ultra. Im Fußball, so schrieb Politik-Berater Thomas Hofer, darf Unobjektivität so herrlich gelebt werden wie sonst nirgends. Fußball komprimiert Emotionen aller Extreme extrem, mitunter binnen weniger Augenblicke. Mitunter dehnen sich diese Emotionen über eine ganze Saison, ja, über ein ganzes Fan-Leben. Im Moment sind die Anhänger des SK Sturm obenauf. Keine Religion, schrieb Alt-Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, aber auch kein Verein, sondern eine Weltanschauung sei dieser Klub, der sich zum fünften Mal „Meister“ nennen darf, das erste Dutzend an Titeln vollmachte. In einem Finale, das seinerseits eine Klammer von Graz über Klagenfurt bis nach Wien und Salzburg schlug; denn so spannend war das Ende einer Saison noch nie.
Leitartikel
Nach Sturms Titel: Noch fehlt auf vielen Ebenen die Nachhaltigkeit
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