Die Sturm-Fans feiern den fünften Meistertitel in der Klubgeschichte. Zum zweiten Mal in Folge boten die Schwarz-Weißen die besten Leistungen in der Liga, setzten sich in einem spannenden Bundesliga-Endspurt zuerst gegen Salzburg, gegen die Wiener Austria und den WAC durch. Mit dem Titel geht in wirtschaftlichen Belangen die beste Saison aller Zeiten zu Ende. „Es ist das absolute Rekordjahr“, sagt Wirtschafts-Geschäftsführer Thomas Tebbich, seit der Spielzeit 2016/17 im Verein. Der SK Sturm machte in dieser Saison einen Umsatz von rund 85 Millionen Euro und das kann sich bis zum Ende des Geschäftsjahres (30. Juni 2025) wohl noch steigern. Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren mit rund 50 bzw. 45 Millionen Euro Umsatz ist dies ein Quantensprung.
30 der 85 Millionen Euro Umsatz wurden durch die Champions League lukriert. Darin enthalten sind Startgeld, Punkteprämien, Marktwert des Klubs, etc. Die anderen 55 Millionen kommen von Erlösen aus Transfers (u.a. Mika Biereth, Alexander Prass, Jusuf Gazibegovic), aus dem Sponsoring, TV-Geldern, Merchandising und Bundesliga-Ticketing. Die Abos mussten bei 10.500 Karten reglementiert werden. Das hat zwei Gründe. Zum einen, dass Sturm auch Tagestickets zur Verfügung hat, und zum anderen, wegen der Regelung in den Grazer Derbys, bei denen der gastgebende Verein ein größeres Kartenkontingent den Gästen zur Verfügung stellt als es die Regularien vorsehen. 15.224 Zuschauer kamen durchschnittlich zu den Heimspielen in die Merkur-Arena, wenn die Schwarz-Weißen spielen. Neuer Rekord. Eine Heimpartie verursacht Kosten in Höhe von 150.000 Euro pro Spiel. Stadionmiete, Security, Mitarbeiter sind an den Spieltagen zu zahlen. 120 Vollzeitangestellte und -arbeiter beschäftigt Sturm, inklusive der Spieler und der gesamten sportlichen Abteilung.
Euphorie führt zu Hyperwachstum
Tebbich ist stolz auf seine Angestellten in der Wirtschafts-GmbH. „Wir befinden uns aufgrund der Euphorie in einem Hyperwachstum. Ich bin stolz, auf alle Mitarbeiter, die Vollgas geben und hochprofessionell den sportlichen Erfolg ins Wirtschaftliche transformieren“, sagt Tebbich. Die Spiele in Klagenfurt hätten nicht nur höhere Kosten verursacht, sondern auch den bedingungslosen Einsatz aller Mitarbeiter. „Spiele in einem fremden Stadion auszutragen und dann noch von der UEFA dafür gelobt zu werden, ist nicht üblich“, so Tebbich.
Das Merchandising ist „explodiert“, mittlerweile bietet Sturm 240 Produkte an. Vom Gartenzwerg bis zum Trikot ist fast alles dabei. Stichwort Trikot. 16.000 Dressen haben die Grazer in dieser Saison verkauft, in der Spielzeit 2016/17 waren es 4000 Trikots. Der Umsatz hat sich in den vergangenen neun Jahren beinahe verzehnfacht. Beim Merchandising hat man die vier Millionen Euro im Visier. Neuer Rekord. Knackt man diese Marke, würde Sturm in dieser Kategorie mit RB Leipzig gleichziehen.
Investitionen in Nachwuchs, Frauen und Trainingszentrum
Sturm feiert ein Rekordjahr, hat sich durch diese wirtschaftliche Entwicklung finanzielle Reserven angelegt, investiert einen Teil sogleich in den Nachwuchs und die Frauen in Form eines neuen Trainingsgeländes in Graz-Puntigam. Rund acht Millionen Euro beträgt die Eigenleistung des SK Sturm für das Zentrum. Zudem wird in Graz-Messendorf eine Rasenheizung installiert und ein weiterer Platz von Grund auf saniert. Trotz des rasanten wirtschaftlichen Aufschwungs bleibt Tebbich am Boden und sagt: „Wir müssen auch in Zukunft achtsam mit unseren finanziellen Mitteln wirtschaften.“ Mit zwei Trainingszentren verdoppeln sich etwa auch die Betriebskosten. So viel Vermögen, wie viele Fans vermuten, haben die Grazer dann auch wieder nicht. Tebbich erklärt: „Sturm zahlte in dieser Saison rund 30 Millionen an Steuer und Abgaben. Da soll noch einmal jemand sagen, wir liegen dem Steuerzahler auf der Tasche.“