„Ohne Tabus“ will Christoph Wiederkehr das Bildungssystem umbauen. Von einer sechsjährigen Volksschule bis zu einer Mittleren Reife reichen die Reformideen, die der Neos-Minister im Rahmen seines „Plans Zukunft“ präsentierte.
Dass seine Koalitionspartner, insbesondere die ÖVP, in Sachen Bildung nicht allzu reformfreudig sind, weiß Wiederkehr spätestens seit der Debatte um eine Kürzung von Lateinstunden. Auch jetzt bleibt die Euphorie aus. Ein „ideologisches Gesamtschul-Experiment“ ortet ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti mit Blick auf die längere Volksschule, die Lehrergewerkschaft sieht vor allem „pathetische Worte“.
Dabei hätte Wiederkehr seit der Ankündigung seines Plans eigentlich fünf Monate Zeit für Überzeugungsarbeit gehabt. Wie viel Spielraum er als Minister einer Neun-Prozent-Partei dabei hat, ist allerdings offen. Schon die lange Liste an Schulversuchen, denen nie flächendeckende Reformen folgten, zeigt, dass es in der Bildung eben doch Tabus gibt.