Der burgenländische Landeshauptmann lässt mit einem Vorschlag aufhorchen. Er fordert einen verpflichtenden, neunmonatigen Wehr- und Sozialdienst für Männer und Frauen. Die Idee einer Frauenwehrpflicht ist nicht neu: Vorgeprescht war vor einigen Wochen Erich Cibulka, Präsident der Offiziersgesellschaft. Die Bundesregierung hat dem eine Absage erteilt.
Doskozil hat allerdings offenbar nicht primär militärische Notwendigkeiten im Blick. Ein solcher Wehr- oder Sozialdienst für junge Menschen könnte die Personalnot in der Pflege mildern, argumentiert der Landeschef im APA-Interview.
Freilich, angesichts der geopolitischen Lage darf über Änderungen bei der Wehrpflicht diskutiert werden; das passiert auch außerhalb Österreichs. Ziel einer Maßnahme, die immerhin die Bildungs- oder Berufslaufbahn junger Menschen für mehrere Monate unterbricht, muss allerdings die Gewährleistung der Sicherheit des Landes sein – nicht die Hoffnung, über Umwege billige Pflegekräfte zu rekrutieren.