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An öffentlichen OrtenLasst die Jugendlichen feiern!

Der Wirbel um Jugendliche, die es derzeit auf die Straße und in Parks zieht, offenbart fehlende Wertschätzung und jahrelange Versäumnisse in der Stadtplanung.

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THEMENBILD: WETTER / HITZE
© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Die Jugendlichen in den Hauptstädten des Landes hält nach eineinhalb Jahren Corona-Hausarrest nichts mehr daheim. In großen Gruppen finden sie sich auf Hauptplätzen, in Parks und an Flüssen zusammen, um nachzuholen, was ihnen die Pandemie genommen hat – Freunde sehen, Feiern und Flirten. Anrainer und Polizei haben damit wenig Freude, mit letzterer kam es in Wien sogar zu teils gewalttätigen Zusammenstößen.

Kommentare (5)
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Mein Graz
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"Lasst die Jugendlichen feiern!"

Wenn ich junge Menschen treffe, mit ihnen rede, sie beim Feiern sehe - ich denke an meine eigenen jungen Jahre zurück. Nicht mit Wehmut, nein, ich versuche mich zu erinnern: "War ich anders?"
Die Antwort lautet: Nein. Ich war genau so. Auch ich wollte Freunde treffen, Party machen, tanzen, Musik hören usw. Und ich hab noch viel mehr gemacht, was nicht so harmlos war.
Ich hatte nur das Glück, dass zu dieser Zeit keine Pandemie war.

Die älteren Generationen lassen es schon seit 3000 Jahren an Verständnis für die Jungen fehlen: „Die Jugend achtet das Alter nicht mehr, zeigt bewusst ein ungepflegtes Aussehen, sinnt auf Umsturz, zeigt keine Lernbereitschaft und ist ablehnend gegen übernommene Werte“ (Keller, 1989, ca. 3000 v. Chr., Tontafel der Sumerer). Viele haben eben vergessen, dass sie auch mal jung waren - leider.
Wir sollten alle wieder am Verständnis zueinander arbeiten, die Alten genau so wie die Jungen.
Die Alten sollen sich erinnern.
Die Jungen sollen wissen, dass sie auch mal alt werden.

Mein Graz
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Fortsetzung:

Was sich bei den Partys in den Parks ändern MUSS:
- es darf kein Müll hinterlassen werden - da hier bei vielen das Elternhaus versagt zu haben scheint muss der Gruppenzwang her. Wenn einer sagt: "Heb deinen Dreck auf!" wird wahrscheinlich erst blöd gegrinst, dann wirds aber doch gemacht.
- die Lautstärke muss angepasst sein, wobei "Musik" nicht mit "Lärm" gleichgesetzt werden darf. Da müssen die Jungen wirklich an die Menschen denken, die schlafen wollen und müssen, weil sie am nächsten Tag wieder raus müssen.
- die Stadt muss für Mülleimer und WCs sorgen.
- ist eine Wiese kaputt muss diese so angelegt werden, dass sie die Belastung aushält. Wir in Graz haben so viel Geld, dass eine Metro und unnütze Gondelbahnen angedacht werden. Da kann es doch nicht an einer g'scheiten Wiese hapern!
- Begleitung der Jungen durch Streetworker, Mediatoren, Fair Play-Teams

Schauen wir hier auch mal in die südlichen Nachbarländer, wo sich das Leben wirklich im öffentlichen Raum abspielt. Kinder und Jugendliche bretteln auf den Plätzen, es wird Fußball und Softball gespielt. Überall gibt es Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang. Die Alten unterhalten sich, die Jungen habe ihre Gaudi. Es funktioniert!

Aleksandar
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Naja

Wenn dröhnende Musik as dem Stadtpark klingt, dass Anrainer nicht schlafen können, dass Wildtiere in Panik versetzt werden, wenn der Stadtpark am Morgen von Müll geräumt werden muss .....
Bereits Jahre vor Corona war festzustellen, dass die Rücksichtslosigkeit und Ichsucht boomen. In der Straßenbahn ist es mittlerweile selbstverständlich geworden, dass Leute (häufig Jugendliche) ihre Füße mit schmutzigen Straßenschuhen auf den gegenüberliegenden Sitzplatz stellen, als Fußgänger*in muss man auf (auch engen) Gehsteigen stets darauf achten, nicht von Radfahrer*innen (nun auch mit "e") niedergefahren zu werden, leere Bierdosen werden am Straßenrand oder an vorspringenden Stellen von Gebäuden abgestellt ... es gäbe noch viel zu berichten.
Das war vor 40 Jahren definitiv nicht so.
Und wenn sich nun die betreffenden Leute in Parks zusammenrotten, braucht sich niemand zu wundern.

Mein Graz
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@Aleksandar

Naja, wenn ich mir ansehe, wie manche Senioren mit jüngeren Menschen umgehen dann wundert mich das Verhalten der Jungen nicht.
Wenn ich einsteige und freundlich nach einem Sitzplatz frage ist bisher immer noch wer aufgestanden. Wenn ich jemanden mit "Füßen oben" drauf nett anspreche wird der Ansprechpartner meist verlegen die Füße runter nehmen.
Wenn ich als Alter aber herumpöbel darf ich mich nicht wundern, wenn mir kein Respekt entgegen gebracht wird.

Die Radfahrer am Gehsteig sind ein Problem - allerdings sind das nicht nur junge Menschen, da sind auch genügend zwischen 35 und 80 unterwegs.

War es vor 40 Jahren tatsächlich besser? Ich kann mich noch an Bierflaschen erinnern, die überall herum gelegen sind...

Vielleicht ist es mir damals allerdings nicht so aufgefallen, weil ich selbst noch jung war...

Aleksandar
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Klingt ja alles schön und gut ...

trotzdem handelt es sich um Menschen mit der Fähigkeit, zu denken. Wenn nun ein solcher "Senior" sich unangebracht verhält, rechtfertigt dies keine aggressiven Handlungen.
Vor 40 Jahren war es definitiv ruhiger.
Natürlich gibt's auch viele ältere Radfahrer auf der Straße. Man müsste das systematisch beobachten. Die meisten, die mir auf dem Gehsteig begegnet sind, waren jüngere Menschen.