Der Rechnungshof hat die ÖBB unter die Lupe genommen und kritisiert Ausfälle, Überfüllung, Verspätung, mit einem Wort die schlechte Planung. Zu Recht, und zwar absolut.

Aus beruflichen und familiären Gründen bewege ich mich relativ oft zwischen Klagenfurt und Graz beziehungsweise umgekehrt, das heißt, mit der Koralmbahn. Als Anhänger des Umweltgedankens, der schon vor vier Jahrzehnten den Rasen mit einem Elektromäher rasiert hat, bin ich seit der Eröffnung der Koralmbahn vom bequemen Auto- auf das eher unbequeme Bahnfahren umgestiegen, um von A nach B zu kommen.

Die Strecke bin ich bis heute mehr als zehn Mal gefahren und habe mich nicht weniger als zehn Mal geärgert. Immer wieder frage ich mich, ob ich nicht doch die Garage öffnen und sie Südautobahn frequentieren soll.

Ich habe nicht mehr als zwei oder drei Züge erlebt, die auf die Minute pünktlich waren. Alle anderen hatten eklatante Verspätungen; zwei sind überhaupt ausgefallen.

Überfüllte Züge

Die Züge sind zu bestimmten Terminen und Zeiten überfüllt, was unangenehm ist, weil die Sitze aufgereiht sind wie in der Zoo-Klasse eines Billigfliegers.

Reserviert man einen Platz in die Fahrtrichtung – und bezahlt! für die Bereitstellung -, fährt man meist in die Gegenrichtung. Et cetera. Et cetera.

Die Errichtungskosten der Koralmbahn betragen fast sechs Milliarden Euro. Die Werbemaßnahmen verschlingen wahrscheinlich Hunderttausende Euro, wenn nicht mehr.

Ich denke, es wäre vernünftig, wenn die ÖBB etwas weniger in die PR und etwas mehr in die Planung investieren würden, um Reisenden Ärger zu ersparen.

Aber Konkurrenz belebt. In diesem Sinn begrüße ich die Westbahn. Demnächst stelle ich sie auf die Probe.

Janko Ferk ist Schriftsteller, Rechtswissenschaftler und lehrt an der Universität Klagenfurt/Univerza
v Celovcu.