In einer emotionalen und längst überfälligen Geste hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences Tom Cruise in der Nacht auf Montag mit einem Ehrenoscar ausgezeichnet. Für viele nicht nur den Höhepunkt einer glanzvollen Karriere mit vielen Höhepunkten, sondern auch die späte Anerkennung eines Ausnahmestars, der trotz zahlreicher Blockbuster bisher nie mit einem Oscar geehrt wurde.
Cruise, mittlerweile über 60 Jahre alt, ist seit den frühen 1980er Jahren eine feste Größe in Hollywood. Seine Karriere ist gespickt mit nahezu ikonischen Filmen, die nicht nur die Kinokassen sprengten, sondern auch das Publikum weltweit prägten. Sein Durchbruch erfolgte 1986 mit „Top Gun“, der ihn zum wohl unsterblichen Publikumsliebling machte.
Traumatisierter Veteran und eloquenter Sportagent
Doch es sind nicht nur Actionstreifen, die seine Vielseitigkeit demonstrieren: In „Geboren am 4. Juli“ lieferte er die eindringliche Darstellung eines traumatisierten Vietnam-Veteranen – und erhielt dafür seine erste Oscar-Nominierung. Später glänzte er in „Jerry Maguire – Spiel des Lebens“ als eloquenter Sportagent, was ihm eine weitere Hauptdarsteller-Nominierung einbrachte.
Trotz dieser Leistungen blieb ihm der begehrte Goldjunge verwehrt: Insgesamt wurde er viermal nominiert – zweimal als bester Hauptdarsteller („Geboren am 4. Juli“, „Jerry Maguire“), einmal als Nebendarsteller („Magnolia“) und einmal als Produzent („Top Gun: Maverick“).
Gerade „Top Gun“: Maverick war ein weiterer Meilenstein seiner Karriere – nicht nur als Film, sondern auch als Beweis für seinen ungebrochenen Einfluss, Jahrzehnte nach seinem Erstling. Die Academy würdigt im Ehrungstext explizit „sein unglaubliches Engagement für unsere Filmemacher-Gemeinschaft, für das Kinoerlebnis und für die Stunt-Gemeinschaft“.
Trostpreis oder längst fällige Würdigung
Manche Kritiker sprechen in diesem Zusammenhang von einem „Trostpreis“ – schließlich hat Cruise, trotz seines gewaltigen kommerziellen Erfolgs, nie einen regulären Oscar gewonnen. Doch für viele Bewunderer ist dieser Ehrenpreis keine billige Kompensation, sondern eine längst fällige Würdigung: ein Zeichen dafür, dass sein Lebenswerk nicht nur blockbustertauglich, sondern tief in der Filmkultur verankert ist.
In seiner Dankesrede zeigte sich Cruise gerührt und reflektierend: Er sprach von seinem Respekt für alle Filmschaffenden, von der Gefahr hinter vielen Actionszenen und von der Leidenschaft, die ihn bis heute antreibt und betonte, dass er auch in Zukunft weiterarbeiten wolle.