Seit ihrer Veröffentlichung Ende Oktober sorgt die Netflix-Dokumentation über das Leben des deutschen Rappers Haftbefehl für großes Aufsehen. In „Babo - Die Haftbefehl-Story“ werden neben den musikalischen Erfolgen des 39-jährigen Aykut Anhan zahlreiche Schattenseiten wie psychische Probleme, Suizid und Drogenkonsum schonungslos und unzensiert beleuchtet. Binnen weniger Tage wurde der Film millionenfach angesehen und schoss auf Platz eins in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Einige Drogenexperten loben die Doku, in der die Rap-Ikone den eigenen exzessiven Kokain-Konsum mit „Ich war schon tot“ selbst kommentiert. In vielen Szenen sieht man ihn schwer gezeichnet. Die Einblicke seien ein abschreckendes Beispiel, was Drogen anrichten können. So zollte der deutsche Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) „einen Riesenrespekt an Aykut“. Andere Stimmen kritisierten die Dokumentation wiederum, sie glorifiziere den Drogenverfall von Haftbefehl.

„Scheiß auf Drogen“

Der Rapper stand in der Nacht auf Samstag zum ersten Mal seit der Veröffentlichung von „Babo“ wieder auf der Bühne. Beim kurzen Clubkonzert in Osnabrück versicherte Haftbefehl, den Ausstieg aus dem Drogenkonsum mittlerweile geschafft zu haben. „Ihr habt bestimmt alle meine Doku gesehen. Ich wollte Euch noch sagen, ich bin clean“, rief der Musiker in der Nacht auf Samstag seinen Fans zu. Daraufhin brandete lauter Jubel auf, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

„Und ich hoffe, ihr bleibt es auch. Scheiß auf Drogen“, warnte der 39-jährige Rapper vor dem Publikum im Alando Palais in Osnabrück. Während des Konzerts, das erst nach Mitternacht begann und nur eine halbe Stunde dauerte, schüttelte Haftbefehl vorne an der Bühne Hände. Er gab auch Hits wie „069“ und „Chabos wissen wer der Babo ist“ zum Besten.

Der Rapper wirkte deutlich schlanker als ihn die letzten Bilder in der Doku zeigen. Den unteren Teil seines Gesichts hielt er während des Auftritts bedeckt. Haftbefehl beendete das Clubkonzert ohne Zugabe.

Weiterer Auftritt am Sonntag

Auch in der Nacht auf Sonntag stand Haftbefehl wieder auf der Bühne. Der Clubauftritt im deutschen Gießen begann kurz nach 2 Uhr in der Früh, war jedoch nach 15 Minuten schon wieder vorbei. Während des Auftritts warf Haftbefehl stattdessen Euroscheine ins Publikum. Erneut hielt der Rapper einen Großteil seines Gesichts bis unter die Augen bedeckt. Zudem trug er eine Sonnenbrille.