Am Montag hat die steirische Landesrätin Claudia Holzer (FPÖ) bekannt gegeben, dass sie beim geplanten Radweg in der Grazer Heinrichstraße auf die Bremse tritt. „Ich bekenne mich zum Radverkehr, ich bekenne mich aber auch zu den Sorgen und Ängsten von Wirtschaftstreibenden und Anrainern. Deshalb wird der Straßenrechtsbescheid, der beeinsprucht wurde und die Causa derzeit vom Landesverwaltungsgericht behandelt wird, von der Verkehrsabteilung zurückgezogen werden. Es wird in der Heinrichstraße zwischen Geidorfplatz und Goethestraße keine Umbauten und damit auch keinen Radweg geben. Somit bleiben die Parkplätze erhalten und die Situation bleibt so wie sie aktuell ist, betont die Verkehrslandesrätin.

Im Windschatten der Generalsanierung der Heinrichstraße im Sommer 2023 war es zu Protesten von Wirtschaftstreibenden und Anrainern gekommen: Sie wehrten sich gegen das Streichen der Parkplätze und beeinspruchten den Straßenrechtsbescheid.

„Die meisten Baumaßnahmen haben eine Beschleunigung des Kfz-Verkehrs zur Folge“

Zahlreiche Userinnen und User sprechen sich im Forum der Kleinen Zeitung gegen die Entscheidung der Landesrätin, dem Radweg in der Grazer Heinrichstraße eine Absage zu erteilen, aus. Erika39 bedauert: „Schade, dass dieser Sicherheit bringende Radweg nicht kommt. Es gibt dort auch Wirtschaftstreibende, die nichts gegen eine Verkehrsberuhigung hätten. Dies scheint ein Willkürakt zu sein.“

vonnixkummtnix kritisiert ebenso das scheinbar fehlende Verständnis für die Wichtigkeit und die Vorteile des Ausbaus von Radwegen: „(...) Die Radfahrer fahren dann auf der Fahrspur und nicht auf einem Radfahrstreifen. Wenn es wichtiger ist auf einer Straße - die kein Parkplatz sein, sondern der Fortbewegung dienen sollte - ein paar Parkplätze zu erhalten, statt zigtausenden Kfz ein schnelleres Vorankommen zu ermöglichen, dann braucht man nicht auf Radfahrer zu schimpfen. Die meisten Baumaßnahmen, die mit einem Radstreifen oder -wegeeinreichtung einhergehen, haben meist eine Beschleunigung des Kfz-Verkehrs zur Folge. (...)“

„Raten Sie mal, welches Verkehrsmittel den meisten Platz in der Stadt beansprucht“

Dass immer mehr Menschen auf das Rad umsteigen betont auch Mein Graz und berichtet: „(...) Ich bin ca. 6 Jahre lang mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, aus einem westlichen Außenbezirk in den 6. Bezirk, vom ersten eisfreien Tag bis zu Wintereinbruch, bei jedem Wetter, auch bei Regen (dafür gibts gute Kleidung!). Einzig bei Schnee und Eisglätte nutzte ich die Öffis. Jetzt hat sich das Klima verändert, und sehr viele Menschen fahren das ganze Jahr - denn es friert kaum noch und wie viele Tage mit Schnee hatten wir letzten Winter? Die Menschen nutzen das Fahrrad nicht als Freizeit-Fahrzeug, sondern gerade in der Stadt täglich - und benötigen so kein Auto.“

Und clawjelly weist auf den Platzmangel auf unseren Straßen hin: „Raten sie mal, welches Verkehrsmittel den meisten Platz in der Stadt beansprucht. Nein, nicht Radfahrer, nein, nicht Fußgänger. Der motorisierte Individualverkehr, also genau das Auto, braucht mit Abstand am meisten Platz. (...)“

„Es sind schon genug Parkplätze in der Stadt vernichtet worden“

Während die meisten Userinnen und User einen Radweg in der Grazer Heinrichstraße befürwortet hätten, können andere sehr gut mit der Absage dieses Projekts leben. Thomas28 meint beispielsweise: „Ja, und das ist gut so! Die Richtung stimmt, es sind schon genug Parkplätze in der Stadt vernichtet worden!“ styrianprawda befürwortet den Stopp ebenso: „Gut so! Denn bisher haben wir uns nur darüber gewundert, dass, je größer der Unfug, er umso eifriger angegangen wurde.“

EinGrazer hat zwar nichts gegen Radwege an sich, ist aber dennoch für die Absage an den geplanten Radweg in der Heinrichstraße: „Nichts gegen vernünftige Radwege, aber endlich einmal bekommt die abgehobene Radlobby einen Dämpfer! Mit der Zinzendorfgasse ist der Bedarf wohl gedeckt!“