Klar, dass für die angehenden Erstklässler vor allem die Farben und Motive wichtig sind, den Eltern liegen aber die Gesundheit und Sicherheit der Kinder am Herzen. Für die AK-Experten der Arbeiterkammer Oberösterreich standen bei ihrem Test von 13 Schultaschen folgerichtig der Tragekomfort, die individuelle Anpassungsfähigkeit an die Wirbelsäule und die optische Warnwirkung im Vordergrund. Getestet wurde mit drei Schulanfängern und mithilfe einer Physiotherapeutin aus dem Kepler Universitätsklinikum. Eines gleich vorweg: Das Ergebnis war sehr positiv. Alle Schultaschen haben beim Test gut abgeschnitten. Am besten bewertet wurden die Schultaschen von DerDieDas, ergobag, Herlitz und Scout. Aber diese sehr guten Modelle haben auch ihren Preis: Sie kosten zwischen 149 und 289 Euro

Eine gute Schultasche muss gut sitzen und bestenfalls „mitwachsen“. Der stabile Sitz am Rücken bei Bewegung der Schüler und Schülerinnen wird vor allem durch das Vorhandensein eines Brust- und eines Hüftgurtes unterstützt. Zusätzliche Polsterungen von Rücken und Tragegurte unterstützen den Tragekomfort. Da Schulanfänger unterschiedlich groß sind und schnell wachsen, sollte eine gute Schultasche entsprechende Anpassungsmöglichkeiten haben.  Noch besser ist es, wenn zusätzlich das Rückenteil verstellbar ist, was zehn Modelle im Test bieten. Grundsätzlich gilt: Die Oberkante der Schultasche sollte sich auf Höhe der Schultern befinden.

Gleichmäßige Gewichtsverteilung ist sehr wichtig

Das Vorhandensein von Fächern mit einer stabilen Trennwand unterstützt ein ergonomisch richtiges Packen, damit schwere Sachen direkt am Rücken gelagert werden können. Vor allem Seitentaschen verleiten dazu, Getränkeflaschen oder sonstige schwere Gegenstände auf einer Seite zu verstauen, was zu Schräglagen und Haltungsschäden führen kann.

Alle getesteten Schultaschen haben reflektierende Flächen. Nicht ganz so gut sieht es mit der Signalwirkung der Taschen aus. Die Schultaschen sollten nicht nur bei Dämmerung noch gut sichtbar sein, sondern auch am Tag. Ein gutes Beispiel ist die Schultasche von Herlitz mit ihren reflektierenden neonfarbenen orangen Streifen.

Schwer zu tragen?

Erstmals wurde von den Testern das vom Hersteller angegebene Eigengewicht der Schultasche nachgewogen. Bei einer Differenz von mehr als 100 Gramm wurde um eine Stufe und bei mehr als 200 Gramm um zwei Stufen abgewertet, und dieses Teilergebnis ging in die Gesamtbeurteilung ein. Überraschend war, dass bei den zwei Testsiegern das tatsächliche Gewicht die Herstellerangaben um mehr als 100 Gramm überstieg.

Auf jeden Fall sollten Sie das angehende Schulkind zum Probetragen mitnehmen und die Schultaschen mit und ohne Jacke anprobieren lassen. Damit erkennen Sie, ob sich die Riemen gut verstellen lassen.