Sehr eindringlich hat Justin Bieber das Ramsay-Hunt-Syndrom geschildert. "Wie ihr sehen könnt, kann ich mit diesem Auge nicht blinzeln und auf dieser Seite meines Gesichts nicht lächeln, auch dieses Nasenloch bewegt sich nicht", sagte der US-Star, der aufgrund der Erkrankung auch Tourneetermine verschieben musste – wir haben hier darüber berichtet.

Was löst das Ramsay-Hunt-Syndrom aus?

Das Ramsay-Hunt-Syndrom ist eine Folge einer Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus. Dieses löst zum einen die Windpocken aus. Nach einer solchen Infektion verbleibt dieses Virus im Körper und ruht – man spricht auch von einem persistierendem Virus. Nach Jahren kann dieses Virus aber reaktiviert werden, Herpes Zoster – auch als Gürtelrose bekannt – ist die Folge. 

Beim Ramsay-Hunt-Syndrom handelt es sich ebenfalls um eine Gürtelrose, allerdings um eine, welche die Nervenknoten, die die Nerven für Gehör und Gleichgewicht sowie für die Gesichtsbewegungen steuern, betrifft, wie im MSD Manual nachzulesen ist. Aus diesem Grund spricht man bei dieser Erkrankung auch von Herpes Zoster oticus.

Der Auslöser für die Reaktivierung kann mehrere Ursachen haben. Vor allem eine Schwächung des Immunsystems, etwa durch unterschiedliche Erkrankungen, kann verantwortlich sein. Auch bestimmte Medikamente, aber auch Stress können eine Rolle spielen. 

Welche Symptome zeigen sich?

Die halbseitige Gesichtslähmung, die auch Justin Bieber geschildert hat, ist eines der Symptome, die bei dieser Erkrankung auftreten können. Starke Ohrenschmerzen werden häufig dokumentiert, ebenfalls Bläschenbildung im Gehörgang und an der Ohrmuschel. Dadurch, dass jene Nerven betroffen sind, die Einfluss auf das Gleichgewicht haben, kann auch Schwindelgefühl auftreten, ebenso ist Hörverlust, der zumeist temporär ist, dokumentiert. 

Wie wird das Ramsay-Hunt-Syndrom behandelt?

Behandelt wird mit antiviralen Medikamenten, auch mit Schmerzmitteln. So können die Dauer der Infektion verkürzt sowie die Symptome gelindert werden. Grundsätzlich wird Patientinnen und Patienten geraten, sich zu schonen, bis die Infektion vollständig ausgeheilt ist

Gegen die Windpocken sowie gegen die Gürtelrose gibt es Impfungen. Jene für die Gürtelrose besteht aus zwei Teilimpfungen und wird in Österreich vom Nationalen Impfgremium für alle Menschen ab 50 Jahren empfohlen.