Nach Freigabe der Impfung ab fünf JahrenGesundheitsminister Mückstein appelliert an alle Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen

Die zuständigen Experten haben gut zwei Monate lang die Daten zu Risiken und Effektivität des Impfstoffes von BioNtech und Pfizer bei Fünf- bis Elfjährigen geprüft. Gesundheitsminister Mückstein appelliert an alle Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen.

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Kinderimpfungen, Covid, Zulassung
In Israel und den USA ist das Vakzin von Biontech/Pfizer für die Altersgruppe der fünf bis Zwölfjährigen schon zugelassen © (c) imago images/ZUMA Press (Paul Chiasson via www.imago-images.de)
 

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat Grünes Licht für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren gegeben. Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl am Donnerstag eine Erweiterung der Zulassung. Die zuständigen Experten haben gut zwei Monate lang die Daten zu Risiken und Effektivität des Impfstoffes in dieser Altersgruppe überprüft.

Die finale Entscheidung muss noch von der Europäischen Kommission gefällt werden. Dies gilt aber als Formsache. Bisher gab es noch keinen Corona-Impfstoff, der in der EU auch für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen ist. Das Nationale Impfgremium in Österreich empfiehlt nun die Impfung gegen das Coronavirus ab fünf Jahren.

Niedrigere Dosierung

Kinder ab fünf Jahren sollen von dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff nur ein Drittel der Erwachsenen-Dosis erhalten und zwei Dosen im Abstand von drei Wochen. Die EMA betonte, dass das Vakzin nach Studien sicher und effektiv sei. Bisher seien keine schweren Nebenwirkungen festgestellt worden, allenfalls milde Reaktionen wie Fieber, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Kopfschmerzen.

Nun, da die Zulassungserweiterung fix ist, emfiehlt auch das Nationalen Impfgremium (NIG) in Österreich eine Impfung für alle Kinder ab fünf Jahren. In einer ersten Tranche erhält Österreich 258.000 Dosen des ersten eigenen Kinderimpfstoffes. 

"Die Kinderimpfung ist sicher"

"Es gibt sie noch, die guten Nachrichten", sagt der Gesundheitsminister. Die Entscheidung der EMA freue ihn nicht nur als Politiker und Arzt, sondern auch als Vater. Es freue ihn, dass nun auch den Eltern von knapp 600.000 Kindern Last und Sorge vor dem Coronavirus genommen werden könne. "Die Kinderimpfung ist sicher", das habe die EMA ausgiebig geprüft und heute bekanntgegeben, so Mückstein.

"Es wird Kinderimpfstraßen geben", in einigen Bundesländern sei das schon möglich, das werde nun bundesweit ausgerollt. Der Kinderimpfstoff von Biontech ist im Wirkstoff ident. Er hat aber eine neue Formulierung, die eine Verdünnung auf eine Dosis sowie eine längere Lagerung von bis zu zehn Wochen im Kühlschrank ermöglicht.

Der Impfstoff wird nun von Pfizer/Biontech eigens abgefüllt, in der ersten Tranche erhält Österreich 258.000 Dosen. In den drei Tagen nach der Impfung wird den Kindern empfohlen, sich zu schonen. Bis dahin kann ein Drittel der Dosis für Erwachsene verabreicht werden, empfiehlt das Nationale Impfgremium. Ob die geplante Impfpflicht auch für Kinder zwischen fünf und elf Jahren gelten wird, beantwortete der Gesundheitsminister nicht. Das müsse mit Experten besprochen werden.

Israel und USA impfen schon unter Zwölfjährige

In Israel und auch den USA dürfen mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer bereits Kinder ab fünf Jahren geimpft werden. In Österreich gab es bisher nur sogenannte Off-Label-Impfungen für Kinder unter zwölf. Interessierte Eltern mussten dafür einen Arzt suchen, der die Impfung beim Nachwuchs durchführt.

Wien hat dann allerdings im November eine Vorreiterrolle eingenommen. Die Stadt schaffte eine Möglichkeit, dass Kids schon im Alter ab fünf Jahren gegen Corona immunisiert werden können - mit einem Drittel der Dosis für Erwachsene. Ab 15. November konnten die ersten Kinder im Austria Center Vienna immunisiert werden, die ersten Termine waren schnell ausgebucht.

Die Situation in der Steiermark

In der Steiermark ist die Anmeldung von Kindern zur Corona-Schutzimpfung seit Dienstag über das bekannte Anmelde-Tool des Landes Steiermark möglich. Geplant sind vorerst zwei Impftermine am 4. und 5. Dezember in den Impfstraßen in Graz, Premstätten und Leoben. Es können aber durchaus bis dahin noch weitere Standorte hinzukommen, sagte Harald Eitner, zuständig für die Impfstraßen des Landes Steiermark.

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte haben auch bisher schon in Einzelfällen Kindern die Impfung verabreicht, weiß Eitner. Das Risiko dafür hat bisher der jeweilige Arzt getragen. Mit der erwarteten Empfehlung der EMA gibt es für die Mediziner an den Impfstraßen künftig eine Haftungserleichterung. Mit Stand Mittwochnachmittag waren laut Eitner 837 Kinder für die Impfung angemeldet, davon 721 auf Impfstraßen, die anderen bei niedergelassenen Ärzten.

Die Lage in Kärnten

Auch in Kärnten gibt es zurzeit noch keine Möglichkeit, Vormerkungen für Kinderimpfungen vorzunehmen, so Landessprecher Gerd Kurath am Mittwoch gegenüber der APA. Da am 30. November das System der Vormerkungen für Impfungen für Erwachsene auf Terminbuchungen umgestellt werde, "spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass dann auch Terminbuchungen für Kinderimpfungen möglich sind". Er wisse jedoch nicht, inwieweit man sich bereits bei Kinderärztinnen und -ärzten selbst vormerken lassen kann. In manchen Impfzentren wolle man aber auch eigene Kinderimpfstraßen aufbauen. Da müsse man jedoch schauen, wie viele man besetzen könne da es "im Land nicht allzu viele Kinderärztinnen und -ärzte gibt".

Kommentare (16)
Hako2020
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Wie

kann ein Arzt der den Gesundheitszustand eines Kindes nicht kennt
eine Impfung empfehlen?

fides et ratio
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Kinder und Jugendliche gehören nicht zur COVID-19 Risikogruppe.


Das heißt, wie allgemein bekannt, ist der Nutzen einer COVID-19 Impfung verschwindend klein und das bei einem erheblichen Risiko für Nebenwirkungen und Langzeitfolgen im Vergleich zu herkömmlichen Impfungen.

Hausverstand2021
16
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Bitte lasst die Kinder In Ruhe!

Ich hoffe dass es genug Eltern gibt die sich nicht unter Druck setzen lassen und die Kinder einfacher über natürliche Durchseuchung immun werden lassen. Und bitte hört auf mit dem Testen, sonst endet der Corona Teufelskreis nie!

wirklichnicht
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Einige verstehen es noch immer nicht

Kinder ohne Impfung: Mögliche Spätfolgen wie Long Covid oder PIMS-Syndrom
Kinder mit Impfung: Bis auf einen Stich kein Problem, Entschärfung der Lage an den Schulen

Hausverstand2021
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Bitte Datenlage beachten

Long Covid ist bei Kindern nicht nachweisbar, Studie aus der Schweiz zeigt keinen Unterschied zur Vergleichsgruppe. Es gibt praktisch keine schweren Verläufe bei Kinder. Dafür aber mittlerweile ein geschwächtes Immunsystem weil sie keine Krankheiten mehr bekommen wegen lockdown etc.
Darüber hinaus ist Long COVID generell nicht klar definiert.
Impfrisiko ist höher als Infektionsrisiko.
(Risiko Fälle ausgenommen)

tubaman58
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Coronaaufarbeitung 2030 ?

Rechtfertigung von Experten: "Nach damaligen Wissensstand war die Entscheidung zur Kinderimpfung richtig" - nachdenken.

Ch.Gschiel
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Ich denke gerne nach ...

... und bin dankbar für die Spätfolgen von den Impfungen gegen:
Diphtherie *
Wundstarrkrampf(Tetanus) *
Keuchhusten (Pertussis) *
Kinderlähmung (Poliomyelitis, kurz: Polio) *
Masern, Mumps, Röteln (MMR) *
Meningokokken (teilweise *)
Frühsommermeningoenzephalitis (FSME)
Varizellen (Windpocken, Feuchtblattern)
Hepatitis A und Hepatitis B *
Humane Papillomviren (HPV)

Denn diese und andere Krankheiten, gegen die wir geimpft sind, hatten meine Kinder und ich nie.

tubaman58
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Passt eh !

Ich bin kein Impfgegner und auch gegen alles Mögliche geimpft , sogar gegen Covid-19. Aber ich bin skeptisch ob man die Kinder, bei deren geringen Gefahr an Corona schwer zu erkranken, dem Experiment einer neuen Impftechnologie jetzt schon aussetzen sollte. Die alten Impfstoffe haben immer eine kleine Infektion hervorgerufen, damit sich der Körper seine Immunität auf natürlichen Weg selbst erzeugt. Die RMNA-Impfstoffe greifen direkt auf unser Immunsystem ein. Ich wäre da etwas vorsichtiger. Langzeitfolgen kann heute noch keiner ausschließen.

darumprüfe
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Wie funktioniert der mRNA-Impfstoff?

Dem Impfling wird intramuskulär eine Flüssigkeit injiziert, die Lipidkugeln enthält, in denen ein Stück mRNA verpackt ist. Diese mRNA-Stücke werden von den Muskelzellen aufgenommen, deren Ribosome lesen die mRNA aus und produzieren Spikeproteine. Die Zellen scheiden die Spikeproteine aus, das Immunsystem greift sie auf, lernt auf sie zu reagieren und tötet die Zellen, die die Spikeproteine produziert haben. Das alles passiert relativ lokal.

Was tut das Virus?

Es dringt mit den Spikeproteinen an seiner Oberfläche in die Zellen ein und manipuliert diese so, dass sie Viren produzieren, inklusive Spikeproteinen an der Oberfläche.

Man kann also davon ausgehen, dass etwaige negative Effekte des mRNA-Impfstoffs bzw. des Spikeproteins auch vom Virus ausgelöst werden, allerding in viel größerer Zahl, unkontroliert über den ganzen Körper verteilt und mit noch vielen anderen zusätzlichen Effekten, weil das Virus abgesehen vom Spikeprotein ja noch viele andere Dinge enthält.

Der Fehler ist zu glauben, dass die Impfung schlimmer als das Virus sei, obwohl sie die befallenen Zellen lediglich ein Teilstück des Virus produzieren lässt.

DavidgegenGoliath
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@darum

Sie verteten auch die Meinung, dass die Impfung nicht ins Blut geht? Die Spikeproteine werden im gesamten Organismus produziert! Oder ist ihr Oberarm, vom restlichen Körper abgetrennt?

scionescio
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@darumprüfe: sehr anschaulich und verständlich erklärt!

Vielen Dank dafür!

DavidgegenGoliath
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@scio

Nur leider falsch erklärt!

tubaman58
3
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feine Diskussionskultur!

Das nennt man feine Diskussionskultur - keine Beleidigungen, keine untergriffige Meldungen, keine Drohungen, kurze gute Erklärungen - da kann man ohne sofortige Abneigung darüber nachdenken - danke!

frogschi
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Jetzt bitte noch schnell erklären, wie ein Totimpfstoff funktioniert

und dann gemeinsam darüber nachdenken, bei welcher Variante die Zelle am wenigsten verändert wird.

owlet123
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@frogschi

Aber wir haben milliardenfache Beweise, dass diese "Zellveränderung" gut verträgluch ist und nur in sehr seltenen Ausnahmefällen schwere Schäden entstehen und auch beim Totimpfstoff wird es diese seltenen Nebenwirkungen geben. Kein Medikament und keine Impfung kommt ohne der geringen Möglichkeit schwerer Nebenwirkungen.

kog1
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Wenn du einen klassischen Totimpfstoff meinst,

dann werden für diesen ganze Viren angezüchtet, totgeschlagen und mit einem Wirkkraftverstärker injiziert. Vereinfacht formuliert...