Dass der Klimawandel schon heute massive Auswirkungen auf unser Leben hat, ist an steigenden Temperaturen abzulesen und an Naturkatastrophen wie Überflutungen oder Dürren drastisch zu sehen. Es ist belegt, dass die Erderwärmung, verursacht durch Emissionen, gestoppt werden muss. Doch als einzelne Person verspürt man häufig eine überwältigende Ohnmacht. Wie soll man als Individuum ein globales Problem lösen?

Diese Frage beantwortet die junge Klima-Initiative „The Jump“ aus Großbritannien. Basierend auf Forschungen der University of Leeds hat sie sechs Maßnahmen benannt, die jede einzelne Person umsetzen kann, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. „Um den drohenden Klimakollaps abzuwenden, benötigen wir in den kommenden zehn Jahren eine Zwei-Drittel-Reduzierung des Konsums in den wohlhabenden, westlichen Ländern“, sagt Tom Bailey, Gründer von „The Jump“. „Bürgerinnen und Bürger können zu diesen zwei Dritteln 27 Prozent beitragen. Regierungen und Politik sind hauptsächlich verantwortlich, wir als einzelne sind aber nicht machtlos.“

Diesen Wandel im täglichen Leben sollten so viele Menschen wie möglich machen. „Am Ende müssen es alle tun“, sagt Bailey. „Das Ziel ist es, die Kultur unserer westlichen, auf Konsum getrimmten Gesellschaft zu verändern.“ Aus diesem Grund richtet sich der Aufruf zuerst an die wohlhabenden Gesellschaften. Wichtig sei, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man nicht alle sechs Schritte umsetzen kann. Viel mehr gehe es darum, einen Anfang zu machen – mit einer oder allen sechs Verhaltensänderungen:

Sechs Verhaltensänderungen für ein klimafreundliches Leben

Die Ernährung sollte vorwiegend pflanzenbasiert sein, also so gut wie möglich auf Fleisch und andere tierische Lebensmittel verzichten.

2 Elektronische Geräte sollten mindestens sieben Jahre lang verwendet werden. „Hier braucht es auch Unterstützung von den Herstellern, etwa die Lebensdauer von Produkten nicht vorsätzlich zu verkürzen“, so Bailey.

3 Bekleidung: Nur drei neue Kleidungsstücke pro Jahr zu kaufen, sollte das Ziel sein. Unterwäsche und Socken sind ausgenommen, ebenso Secondhandmode.

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Mobilität: Wo möglich, sollte auf das eigene Auto verzichtet werden – E-Autos inbegriffen. „Auch wenn wir alle treibstoffbetriebenen Autos durch E-Autos ersetzen würden, hätte das einen enormen negativen Effekt auf die Umwelt“, sagt Bailey. Aus diesem Grund: Mehr Radfahren und Zufußgehen sowie den öffentlichen Verkehr oder auch Carsharing nutzen.

Reisen: Flugreisen sollten auf einen Kurzstreckenflug in drei Jahren sowie einen Langstreckenflug alle acht Jahre beschränkt werden. Müsse man öfter fliegen, könne man natürlich CO2-Kompensationen kaufen, „man sollte sich aber nicht dem Irrtum hingeben, dass man so häufiger fliegen kann“.

Permanente Systemveränderung: Dies kann einen Wechsel zu einem Anbieter von nachhaltig erzeugtem Strom ebenso beinhalten, wie auch am eigenen Haus eine Wärmedämmung anzubringen, um weniger Energie zu verbrauchen – also Maßnahmen, die längerfristig wirken.

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