Wenn vom 15. bis 24. August das Food Festival Graz über die Bühne geht, wird es nicht nur kulinarisch, sondern auch philosophisch. Unter dem Motto „Back to the Roots“ – also „Zurück zu den Wurzeln“ – rücken heuer nicht nur Produkte in den Vordergrund, sondern auch Haltung, Herkunft und Handwerk. Ganz in diesem Sinn wird am 14. August das erste große „Genuss-Hauptstadt-Sharing-Dinner“ am Grazer Schlossberg zelebriert – ein symbolträchtiger Auftakt über den Dächern der Stadt, bei dem heimische Spitzenköchinnen und -köche gemeinsam an einem Tisch servieren.

Video – Christof Widakovich zeigt sein Risotto ohne Reis

„Wir wollen zeigen, wo wir herkommen – mit welchen Produkten wir arbeiten und was die steirische Genusskultur ausmacht“, sagt Veranstalterin Karin Marg. Die Gastgeber treten dabei nicht nur kulinarisch, sondern auch menschlich in den Vordergrund. „Wir holen Köche vor den Herd“, sagt Marg, und meint das durchaus wörtlich.

Das Programm des heurigen Festivals ist so bunt wie ein frisch gedeckter Tisch: von Weißweinraritätenverkostungen in der Welscher Stub‘n über tiefgründige Dinners im El Pescador, bis hin zur Schmankerlparty der „Underground Kitchen“ im Weißen Kreuz „Wurzeln sind viel mehr als Suppeneinlage“, sagt Christof Widakovich, einer der kulinarischen Fixsterne der Stadt. Für das Festival interpretiert er das Thema „Back to the Roots“ nicht nur als Rückblick, sondern als kreative Chance – und setzt auf Sommerwurzeln wie Sellerie, Pastinake oder die fast vergessene italienische Chioggia-Rübe.

Video – „Food Festival Graz“-Organisatorin Karin Marg im Interview

„Man muss dem Gemüse nur zuhören“, sagt Widakovich. Konkret heißt das: schmoren, rösten, Zeit geben. „Nur ein bisschen Salz, ein bisschen Zucker, Butter – das reicht oft schon, um Geschmack zu entlocken, der alleine steht.“ Seine Antwort auf das Festival-Motto? Ein Risotto – ganz ohne Reis. Stattdessen: fein gewürfelte Rüben, angesetzt wie ein klassisches Risotto, mit Schalotten, Olivenöl, Butter und zum Schluss ein paar Erdäpfelwürfel für die Bindung.

Dazu: geschmorte Rüben aus dem Ofen und ein in Almbutter konfierter Saibling. So einfach, so erdig – und gleichzeitig so leichtfüßig, dass man die Tiefe kaum merkt, mit der hier gekocht wird. „Back to the Roots“, das ist in Graz 2025 keine nostalgische Rückbesinnung, sondern eine geschmackvolle Rückverbindung – mit dem, was zählt: Boden, Handwerk und vor allem Menschen, die beides mit viel Herz verbinden.

Aus verschiedenstem Wurzelgemüse zaubert Widakovich ein überraschendes Risotto.
Aus verschiedenstem Wurzelgemüse zaubert Widakovich ein überraschendes Risotto. © Stefan Pajman

Back to the Roots, das ist in Graz 2025 keine nostalgische Rückbesinnung, sondern eine geschmackvolle Rückverbindung – mit dem, was zählt: Boden, Handwerk und Menschen, die beides mit Herz verbinden.