Bestseller dank TikTok: Nach der Dubai-Schokolade wirbelte die Punschkrapferlschoki durch die sozialen Medien. Doch nicht nur süße Internethypes sind nach wie vor in aller Munde, auch Nachhaltigkeit. Und genau deshalb widmen wir uns heute dem sündigsten Krapferl, seit es Kalorienbomben gibt. Der Punschkrapfen ist nämlich seit jeher Vorreiter der Zero-Waste-Bewegung. Dieser kleine rosa Würfel ist nicht nur eine süße Versuchung, sondern auch ein Paradebeispiel für nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Statt Brotreste, alte Jeans oder Paletten wiederzuverwerten, wird hier mit altgewordenem Kuchen gearbeitet. „Auch in unsere Punschkrapfen kommen ganz einfach die Reste von übrig gebliebenen Biskuitteigen“, erklärt Michaela Sonnberger.
Video – Schritt für Schritt zum Punschkrapferl
Im Kärntner Guttaring betreibt Sonnberger ihre Konditorei „Süßes aus Meisterhand“. Bei der Anreise über einen Feldweg fragt man sich noch kurzfristig, ob man tatsächlich richtig abgebogen ist. Aber kommt man bei Sonnbergers Haus an, bestätigt sofort ein Selbstbedienungs-Container namens „Süßes G‘schäftle“ die richtige Adresse. Begonnen hat Sonnberger mit ihrer Konditorei 2011 gemeinsam mit ihrer Mutter. Seitdem ist der Betrieb stetig gewachsen und mittlerweile gibt es weitere fünf Mitarbeiterinnen in den Backstuben im Privathaus.
Gleich nachkochen!
In der Backstube werden neben feinen Süßwaren auch handgefertigte Pralinen, Schokoladen und maßgeschneiderte Torten kreiert. Ob zum Geburtstag, zur Hochzeit oder zu festlichen Anlässen wie Ostern, Weihnachten und Muttertag – bei der Konditormeisterin gibt es für jeden Moment die passende Nascherei. Und gerade jetzt vor Ostern auch immer gerne Punschkrapfen mit Osterdekor.
„Um die süßen Würfel selbst zu fertigen, braucht es eigentlich nicht viel. Aber bestmöglich legt man sich einen Backrahmen zu. Und eine Pralinengabel“, ermutigt die Expertin zum Selbermachen. Ein tolles Punschkrapferl ist saftig und fruchtig-süß, alkoholisch, aber mit einer gewissen Frische sowie Säure als Ausgleich. Und wenn es nach Sonnberger geht, ist auch dieses Kriterium ganz wichtig: „Die Glasur darf nicht zu fest und nicht zu dick sein. Zu dünn aber auch wieder nicht!“
Die wahre Magie des Punschkrapfens liegt in seiner Fähigkeit, Verwirrung zu stiften. Ist er ein Kuchen? Ein Konfekt? Ein Miniatur-Alkoholdepot? Die Antwort ist: Ja. All das. Und noch viel mehr. Um den aromatischen Würfel auch auf dem Ostertisch glänzen zu lassen, hat sich Sonnberger einen simplen Trick einfallen lassen: „Grün eingefärbter Marzipan wird durch eine Knoblauchpresse gedrückt.“ Dadurch entsteht „süßes“ Gras. Darauf drückt Sonnberger ein Gelee-Ei und „malt“ mit erwärmter weißer und dunkler Schokolade noch Palmzweige dazu.
Und so steht wieder einmal fest: Der Punschkrapfen ist nicht einfach nur ein Dessert. Er ist eine Institution. Ein rosa Denkmal für die Kunst des Backens, eine süße Umarmung für die Seele und perfekter Begleiter auch für das Osterfest.