Was war das für ein spannender Abend. Am Dienstag dieser Woche kehrte der Guide Michelin wieder nach Österreich zurück. Über die Jahre lernt man die heimischen Spitzenköchinnen und -köche kennen. Sie sind eigentlich kaum aus der Ruhe zu bringen und Preisverleihungen gewohnt. Das war an diesem Tag anders. Die Nervosität war den Anwesenden ins Gesicht geschrieben. Kurz zusammengefasst, war der Abend durchaus positiv für die heimische Gastronomie: Drei Sterne für das „Steirereck“. 82 Sterne-Restaurants insgesamt. Leider kein Zwei-Sterner im Süden, dafür aber zwölf Ein-Sterne-Restaurants in der Steiermark, vier für Kärnten und viele Bib Gourmands und grüne Sterne.

Video – So funktioniert das Sternekonzept ab acht Euro

Aber warum wird gerade um diese Restaurants und diesen Kulinarikführer derzeit so viel Tamtam gemacht? Es ist eigentlich ganz einfach erklärt. Für einen kurzen Moment wird der Blick auf eine Welt gelenkt, die im Alltag der meisten Menschen verborgen bleibt: die Welt der Spitzengastronomie. Hier sind makellose Rankings unverzichtbare Qualitätssiegel, winzige Details entscheiden über Erfolg oder Scheitern, und trotz enormem Aufwand bleibt der Gewinn oft gering.

Sterne-Restaurants sind ein Synonym für Luxus und gehobene Küche. Viele fragen sich jedoch, ob die hohen Preise gerechtfertigt sind. Wer einmal ein solches kulinarisches Erlebnis genossen hat, versteht aber schnell, dass es um weit mehr geht als nur um ein Abendessen – es ist ein Gesamtkunstwerk, das Leidenschaft, Handwerkskunst und Perfektion vereint.

Sehr gut erleben kann man das etwa in „SENNS.Restaurant“ in Salzburg. Stylische Location, offene Küche, spannende Menüs – und dem Guide Michelin zwei Sterne wert. Und für all jene, die diese besondere Küche gerne einmal erleben möchten, aber nicht ganz so tief in die Tasche greifen wollen oder können, hat sich das Team von Andreas Senn unlängst ein neues Konzept einfallen lassen. „Wir haben die neue ,SENNS.Bar‘ eröffnet. 20 Sitzplätze, acht Originalgerichte aus dem Restaurant mit Einstiegspreisen ab acht Euro“, erklärt der Zwei-Sterne-Koch die Idee dahinter. „Die Nachfrage nach genau so einem Angebot ist in den letzten Jahren immer größer geworden.“ Barchef und Sommelier Thomas Kracher ergänzt: „Wir bieten hier einen lockeren Auftritt, der auch für spontane Besuche geeignet ist. Egal, ob man eine Kleinigkeit essen will oder nur auf ein Glas Wein oder einen Cocktail vorbeikommen mag.“

Gerichte aus der Zwei-Sterne-Küche zum günstigen Preis? Fragt man Küchenchef Christian Geisler, in welchem Preissegment sich das abspielt, erschreckt die Antwort keineswegs: „Zum Beispiel Steamed Buns um acht Euro oder Mangalitza-Schweinebauch um neun.“ Und wer sich an so einem Gericht einmal zu Hause versuchen möchte, kann das mit dem heutigen Rezept zu „Calamaretti, Gurke, Dill und Wasabi“ mit relativ wenig Aufwand tun.