Gib uns all dein Gold! Diese Aufforderung, vorgetragen von kleinen, als Piraten verkleideten Hosenscheißern, hat sich in meiner Jugend ins Gehirn eingebrannt. Für alle, die sich daran nicht mehr erinnern sollten: Es war Teil eines Werbeclips für Fischstäbchen. Gemacht für alle Tiefkühlkost-Junkies und Kapitän-Ahab-Fans. Aber wer braucht schon zweifelhafte Fischstäbchen, wenn heimische Exemplare wie pures Gold auf der Zunge schmelzen? Ihre geschmacklichen Vorzüge sind so exquisit, dass selbst Schürfer in Kalifornien ihre Spitzhacke stehen lassen würden, nur um einen Bissen zu ergattern. Zart, saftig und mit dezenter Nussnote – diese Forelle ist der Schatz, von dem Feinschmecker träumen.
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Das weiß auch Martin Hudelist. Gemeinsam mit seiner Frau Waltraud betreibt er in Grafenstein das weitum beliebte Restaurant „Der Hambrusch“. „Regional, saisonal und vor allem abwechslungsreich ist unsere Küche“, erklärt der Küchenchef. Das kommt an. Kein Wunder, denn in unmittelbarer Nähe finden sich die tollsten Produzentinnen und Produzenten. Wie etwa Fischzüchter Johann Poganitsch.
Gleich nachkochen!
In seinen Becken, die sekündlich mit 50 Liter Wasser vom Wucherbächlein versorgt werden, tummelt sich neben Saibling auch die Regenbogen-, Bach-, Lachs- und vor allem die Goldforelle. „Mit ihrer schimmernden, goldenen Haut und dem zarten, weißen Fleisch, gilt sie als echte Delikatesse unter den Süßwasserfischen. Ihr Geschmack ist mild, fein und zugleich unverwechselbar“, schwärmt der Züchter. Die Fütterung erfolgt zwei Mal am Tag per Hand. Das ist zwar zeitintensiv, hat aber Vorteile. „Ich bekomme das Fressverhalten der Tiere unmittelbar mit und kann rasch reagieren. Nur so kann man eine Top-Qualität erzielen.“
Eine Qualität, über die sich der Hambrusch-Küchenchef freut. „Mit einer dezenten, nussigen Note und einer butterzarten Textur bietet die Goldforelle ein Geschmackserlebnis, das Fischliebhaber und Feinschmecker gleichermaßen begeistert.“ Besonders hebt Hudelist ihre natürliche Aromatik hervor, die ohne aufdringliche Intensität auskommt: „Sie lässt Raum für raffinierte Gewürze und Beilagen.“
Dabei verlässt sich der erfahrene Küchenchef ebenfalls auf die Region. Aus Südkärntner Hadn (Buchweizen) fertigt er aromatische Knödel. Den regionalen Kürbis würzt er mit Currypulver. Doch egal wie man diesen tollen Fisch zubereitet: ob roh als auch gegart ist er cremig und saftig mit vollmundig nussigem Geschmack. Genuss, der seinem goldenen Namen mehr als gerecht wird.