Vor zehn Jahren entstand in und um Salzburg zunächst ein deutsch-österreichischer Pilotfilm für einen Krimi. „Die Toten von Salzburg“ hieß dieser, entworfen und ganze vier Jahre lang entwickelt von Erhard Riedlsperger und Klaus Ortner. Das offensichtliche Alleinstellungsmerkmal war damals ein Ermittler im Rollstuhl. Aus dem Piloten wurde eine Serie und die Serie zum Selbstläufer.
Und dann wurde aus Gerüchten ein Gerichtsurteil: „Es war ein harter Schlag für die Serie den Hauptdarsteller zu verlieren, noch dazu mit so einer Geschichte“, sagt Riedlsperger heute über den wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material verurteilten Florian Teichtmeister. Man entschied sich dazu ohne die Hauptfigur und ohne den Hauptdarsteller weiterzumachen. „Wir sind als Team gewachsen und haben das ausgehalten“, blickt der Regisseur zurück bei einem Gespräch mit der Kleinen Zeitung bei Dreharbeiten. Die Entscheidung bestätigte das Publikum: Zuletzt kratzten „Die Toten von Salzburg“ an der 900.000-Zuschauergrenze und sind so beliebt wie überhaupt noch nie.
Bemerkenswert ist die Kontinuität der ORF/ZDF-Produktion, Riedlsperger verantwortete mit Kameramann Kai Longolius alle zwölf Filme. Die Figur der Ludovika „Lu“ Frey, gespielt von Patricia Aulitzky, ist seit den ersten Dreharbeiten vor exakt zehn Jahren überhaupt erst die erste neue Hauptfigur. „Es funktioniert wunderbar, es funkt“, ist Riedlsperger zufrieden.
„Es ist sehr familiär hier“, sagt Aulitzky unweit des Salzburger Domplatzes, wo die „Toten von Salzburg“ ihr fiktives Amtsstübchen eingerichtet haben. Letzte Woche fiel die finale Filmklappe der zwölften Episode, weitere sind geplant. Vor zehn Jahren verließ die 45-Jährige „Lena Lorenz“ aus freien Stücken, heute ist die Mutter von einem Sohn gefragte Schauspielerin, Teil der neuen Gasteiner ORF/ZDF-Serie „Der Geier“, drehte im Vorjahr den Sechsteiler „Hundertdreizehn“ und spielte die Hauptrolle im Tirol-Landkrimi.
In den „Toten von Salzburg“ mimt Aulitzky eine Zielfahnderin, die Schwierigkeiten hat, in ihre alte Heimat Salzburg zurückzukehren. Ein Gefühl, das der gebürtigen Salzburgerin nicht ganz fremd ist. „Ich bin wahnsinnig gerne zum Drehen hier, ich finde es sehr schön, während dieser Zeit alte Plätze wiederzuentdecken oder Freunde wieder zu treffen. Es ist eine prachtvolle Stadt – aber leben muss ich hier nicht.“