Noch immer stapeln sich Bananenkisten im Haus von Wilhelmine Fink – und noch immer kommen neue hinzu. Die 79-Jährige sortiert und packt die ihr angelieferten Spenden für Rumänien wie vor 36 Jahren, als alles anfing.

Nach dem Ende des Ceausescu-Regimes im Jahr 1989 war das Land wie ausgesaugt, die Bevölkerung bettelarm. Ein in Pöllau gestrandeter Flüchtling berichtete Pater August Janisch von den Zuständen in seinem Land. Dieser handelte umgehend. Um jedoch Hilfslieferungen schicken und die Bürokratie an der damals noch streng kontrollierten Grenze bewältigen zu können, gründete er den Verein Humanitas Hartberg.

Direkte Hilfe statt „Gießkannenprinzip“

Von Anbeginn mit dabei war auch Fritz Fink, der dem Verein bis 2015 vorstand. In einem Nachruf in der vereinseigenen Zeitung „Noutate – Actualitate“ unter Federführung von Renate und Ernst Leiss wird Fink als „Motor des Vereins“ beschrieben. Sein Haus in Hartberg und eine nahegelegene Halle wurden damals kurzerhand zu den zentralen Sammelstellen für Sachspenden.

„Wir haben auch Spenden aus Wien und dem Burgenland erhalten“, erinnert sich dessen Frau Wilhelmine Fink heute, die seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2021 dessen Arbeit weiterführt. Allerdings sei dies nicht möglich ohne die vielen freiwilligen Unterstützer, die den Verein bis heute tragen.

Das Ziel war von Anbeginn die Stadt Bocşa, aus der der Rumäne kam, der 1990 um Hilfe bat. Seitdem wurden unzählige Lkw-Ladungen an Hilfsgütern dorthin gebracht. Auch ein Haus ist in Zusammenarbeit mit der Caritas als Dependance des Vereins in Rumänien errichtet worden. Damit ließ sich die Hilfe vor Ort besser umsetzen, denn „das Gießkannenprinzip funktioniert nicht“, so Wilhelmine Fink.

Unzählige Unterstützer, aber kein Nachwuchs

Nun wird der Verein Humanitas Hartberg bald aufgelöst. Zwar gibt es noch immer einige Unterstützer, „ganz besonders in Vorau, wo die Familien Horvath und Kolb viele Spenden sammeln und zu uns bringen“, aber die Mehrheit der charitativ tätigen Menschen sei nun zu alt, um weiterzumachen.

„Wir haben in den Statuten den Auftrag, dass das Geld, das uns übrig bleibt, an eine charitative Vereinigung geht“, so Fink. Sie selbst hätte gerne, dass das Geld weiterhin nach Bocşa geht. Wie genau der Verein die Auflösung angeht, steht daher noch aus. Fest steht jedoch, dass „mit Mitte des Jahres“ Schluss ist. Bis dahin kann weiterhin gespendet werden.