Ein Anruf, während im Hintergrund das Meer nahezu nahtlos in den wolkenverhangenen Himmel übergeht. Zuerst nur Atmen – bis die Anruferin von ihrem rasenden Herz erzählt. Sie lebt alleine in Beirut und hat seit der großen Explosion Angstzustände.

Die große Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt am 4. August 2020 erschütterte nicht nur die Erde bis Zypern, sie hinterließ tiefe Traumata in der Gesellschaft des Landes. Der Kärntner Kameramann und Filmemacher Jakob Carl Sauer wurde von seiner Kollegin Nicola von Leffern gefragt, gemeinsam eine Doku darüber zu machen. Über zweieinhalb Jahre waren sie dafür in der Stadt am östlichen Mittelmeer und haben mehrere Menschen bei ihrer Traumabewältigung begleitet. Dafür bekamen sie beim Max Ophüls Preis 2025 von der Filmkritik den Preis für den besten Dokumentarfilm.

Feinfühlig und berührend

Eindrucksvoll wie feinfühlig ist Sauers Kamera nah an den Menschen und deren Schmerz, um dann auch wieder einen Blick auf eine moderne Stadt zu geben, die durch dieses Geschehen mit mehreren Krisen zu kämpfen hat. Berührend erhebt sich zwischendurch die Stimme von Yasmin, die am Hilfetelefon der Verzweiflung Raum gibt – denn Hoffnung ist nicht absehbar.

Der Film ist nun in ausgewählten österreichischen Kinos zu sehen.